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Testergebnisse zwischen zwei Melkzeiten Digital Plus

Mastitisschnelltests liefern zügige Ergebnisse und ermöglichen die Vorselektion von Kühen mit Mastitis, bei denen eine antibiotische Therapie erfolgversprechend ist. Der Mastitisdiagnostik wird in Zukunft mehr Bedeutung zukommen, denn sie ist Voraussetzung für medizinisch sinnvolle Therapieentscheidungen und das Einsparen von Antibiotika. In der Praxis besteht jedoch das Problem, dass die Untersuchung von Laborproben auf klassischen Nährböden zu lange dauert, um eine zeitnahe Entscheidungshilfe zu bekommen, ob die antibiotische Therapie bei einer bestimmten Kuh beendet oder gar nicht begonnen werden soll. Vor diesem Hintergrund haben Wissenschaftler der Hochschule Hannover die Genauigkeit eines Schnelltestsystems zur Untersuchung von Mastitismilchproben

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Mastitisschnelltests liefern zügige Ergebnisse und ermöglichen die Vorselektion von Kühen mit Mastitis, bei denen eine antibiotische Therapie erfolgversprechend ist. Der Mastitisdiagnostik wird in Zukunft mehr Bedeutung zukommen, denn sie ist Voraussetzung für medizinisch sinnvolle Therapieentscheidungen und das Einsparen von Antibiotika. In der Praxis besteht jedoch das Problem, dass die Untersuchung von Laborproben auf klassischen Nährböden zu lange dauert, um eine zeitnahe Entscheidungshilfe zu bekommen, ob die antibiotische Therapie bei einer bestimmten Kuh beendet oder gar nicht begonnen werden soll. Vor diesem Hintergrund haben Wissenschaftler der Hochschule Hannover die Genauigkeit eines Schnelltestsystems zur Untersuchung von Mastitismilchproben mit der mikrobiologischen Laboruntersuchung verglichen. In einem sechsmonatigen Versuch auf einem Milchkuhbetrieb in Niedersachsen wurden die Ergebnisse von insgesamt 228 Mastitismilchproben verglichen, die entweder mit dem Rapid-Petrifilm-Konzept oder der mikrobiologischen Untersuchung durchgeführt wurden. Durch die Kombination von zwei Schnelltests (RAC: Rapid Aerobic Count, RCC: Rapid Coli Count) ist eine Unterscheidung zwischen einem grampositiven Erreger (z.B. Streptokokken) und einem gramnegativen Erreger (z.B. coliforme Keime) möglich, sowie die Aussage über das Fehlen eines Erregers. Bereits nach zwölf Stunden, also zwischen zwei Melkzeiten, sind die Ergebnisse auswertbar. Das Petrifilm-Konzept hat eine Sensitivität (Richtig- positiv-Erkennungsrate) von 93% für grampositive Erreger und 83% für gramnegative Erreger. Die Genauigkeit für „kein mikrobiologisches Wachstum“ liegt bei 95%. Im Labor nachgewiesene Streptococcus uberis-Stämme wurden mit dem Petrifilm-Konzept in allen 33 Proben als grampositiver Erreger erkannt. Bei Staphylococcus aureus ist dies in 32 von 33 Fällen der Fall. 77% der im Labor nachgewiesenen Prototheken (Algen) wurden mit dem Schnelltest allerdings ebenfalls als grampositive Erreger angesprochen. Der Schnelltest hat eine hohe Genauigkeit und liefert schnelle Ergebnisse. Die beprobte, euterkranke Kuh kann also mit Vorliegen des Ergebnisses zur nächsten Melkzeit therapiert werden. Der Petrifilm erkennt aber auch Prototheken und Hefen, die gar keine Bakterien sind und auf Antibiotika nicht ansprechen. Der Test ist, gerade mit Blick auf die Anfertigung von Antibiogrammen, kein Ersatz einer mikrobiologischen Untersuchung, kann aber als Ergänzung dienen und die Basis einer evidenzbasierten Mastitistherapie bilden. Quelle: Kock, 2017