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Lahmheiten: Ursachen schnell beheben Digital Plus

Weltweit leiden ein Viertel der Kühe an Lahmheiten, die durch Sohlengeschwüre, Dermatitis Digitalis oder Weiße Linien-Defekte ausgelöst werden. Nigel Cook zeigt Möglichkeiten auf diesen Erkrankungen vorzubeugen.

Durch Präventionsmaßnahmen gegen die drei hauptsächlich vorkommenden Klauenerkrankungen (Dermatitis Digitalis (Mortellaro), Sohlengeschwüre und Weiße-Linien-Defekte) lassen sich das Tierwohl und die Leistung der Kühe signifikant verbessern, so Nigel Cook (Universität Wisconsin). Vorbeugemaßnahmen seien dabei in jeder Haltungsphase notwendig, wie er anhand von Daten über das Auftreten von Dermatitis Digitalis belegen kann. So zeigen "nur" 13,7% der Kühe in der ersten Laktation Mortellaro, wenn sie in der Aufzucht nicht mit dieser Krankheit in Berührung kamen. Litten die Tiere bereits einmal in der Aufzucht an Dermatitis Digitalis (Mortellaro) zeigte sich diese Erkrankung in der ersten Laktation hingegen bei 45,6% der Kühe. Um die drei genannten Klauenerkrankungen in den Griff zu bekommen, bietet die Dairyland Initiative (Wisconsin) verschiedene Informationsmodule (Lifestep Lameness Module) für Milcherzeuger und Berater an. Um den genannten Klauenerkrankung entgegenzuwirken empfiehlt Nigel Cook u.a.: So wenige "Stehzeit" für die Kühe auf befestigtem Boden wie möglich. Komfortable, sehr gut eingestreute Liegeboxen sind besser als Matratzen oder Matten. Das Nackenrohr sollte die Kühe nicht zu star einschränken. Eine niedrige Kotschwelle am Boxenende und ausreichend (barrierefrei) Platz im Kopfraum. Breite Liegeboxen. Entmistungsschieber sind nicht so gut wie andere Technik zum Rei

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Durch Präventionsmaßnahmen gegen die drei hauptsächlich vorkommenden Klauenerkrankungen (Dermatitis Digitalis (Mortellaro), Sohlengeschwüre und Weiße-Linien-Defekte) lassen sich das Tierwohl und die Leistung der Kühe signifikant verbessern, so Nigel Cook (Universität Wisconsin). Vorbeugemaßnahmen seien dabei in jeder Haltungsphase notwendig, wie er anhand von Daten über das Auftreten von Dermatitis Digitalis belegen kann. So zeigen "nur" 13,7% der Kühe in der ersten Laktation Mortellaro, wenn sie in der Aufzucht nicht mit dieser Krankheit in Berührung kamen. Litten die Tiere bereits einmal in der Aufzucht an Dermatitis Digitalis (Mortellaro) zeigte sich diese Erkrankung in der ersten Laktation hingegen bei 45,6% der Kühe. Um die drei genannten Klauenerkrankungen in den Griff zu bekommen, bietet die Dairyland Initiative (Wisconsin) verschiedene Informationsmodule (Lifestep Lameness Module) für Milcherzeuger und Berater an. Um den genannten Klauenerkrankung entgegenzuwirken empfiehlt Nigel Cook u.a.: So wenige "Stehzeit" für die Kühe auf befestigtem Boden wie möglich. Komfortable, sehr gut eingestreute Liegeboxen sind besser als Matratzen oder Matten. Das Nackenrohr sollte die Kühe nicht zu star einschränken. Eine niedrige Kotschwelle am Boxenende und ausreichend (barrierefrei) Platz im Kopfraum. Breite Liegeboxen. Entmistungsschieber sind nicht so gut wie andere Technik zum Reinigen der Laufflächen (z.B. Spaltenroboter). Laufflächen sollten nicht rutschig sein und keine Kanten (Verletzungsgefahr) aufweisen. Planbefestigt ist besser als Spaltenboden. Bei Kühen sollte eher ein Fressgitter als ein Nackenrohr am Futtertisch vorhanden sein (weniger Konkurrenz, ruhigeres Fressen). Breiter Fressgang. Guter Zugang zum Klauenstand (erleichtert das schnelle Eingreifen bei akuten Klauenproblemen) und regelmäßige Klauenbäder. Schnelles Erkennen und Behandeln auffälliger Tiere. Klauenbäder regelmäßig ansetzen Hygiene, Genetik, Fütterung und die Stallumgebung spielen beim Auftreten von Dermatitis Digitalis (Mortellaro) ein große Rolle. Für Nigel Cook ist dennoch eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen die Installation von Klauenbädern. Sie sollten idealerweise 3,0 bis 3,7 m lang und 60 cm breit sein. Für Cook hat das Design des Klauenbades eine höhere Bedeutung als das Wechselintervall des angesetzten Klauenbades. Folgende Punkte sind nach Nigel Cook wichtig für das Management des Klauenbades: Das Klauenbad sollte mindestens so lang sein, dass jede Klaue zwei- bis dreimal eintauchen kann. Mindestens bei vier Melkzeiten sollte ein Klauenbad installiert werden. Bei starkem Befall diese Frequenz steigern. Die angesetzte Lösung nach 150 bis 300 Tieren wechseln (je nachdem wie lange sie effektiv ist). Klauenbäder sollten für alle Kühe (alle Produktionsstadien) errichtet werden. Weiße-Linien-Defekt treten vor allem bei schlechtem Untergrund (Kanten, ...) und stressigem Umgang mit den Tieren auf. Vor allem der Umgang mit den Kühen ist nach Nigel Cook ein Risikofaktor für diese Klauenerkrankung (siehe auch Low-Stress-Stockmanship). Besonderes Augenmerk auf die Laufflächen Besonders die Ausgestaltung der Laufflächen hat eine großen Einfluss auf das Auftreten von Lahmheiten. Deshalb nutzen immer mehr Betriebe im Melkstand oder auf Treibewegen Gummimatten. Dabei sollte man jedoch aufpassen, dass das Vorhandensein von Matten nicht dazu führt, dass die Kühe weniger Zeit liegend in der Box verbringen (mindestens 12 Stunden). Sind die planbefestigten Laufflächen gut gestaltet, sind sie auch gut für die Klauengesundheit. Bei alten, rutschigen Böden können Rillen mithilfe von Betonschneidern gefräst werden. Diese können die Griffigkeit verbessern und das Ausrutschrisiko reduzieren. Dafür eignen sich Rillen in Abständen von 8,25 cm. Die Rillen sollten dabei 1,9 cm breit und 1,3 cm tief sein. Spaltenböden hingegen steigern das Risiko für Klauentraumata (Stöße, Risse, ...). Hitzestress hat auch Einfluss auf die Klaue Auch Hitzestress spielt eine enorme Rolle beim Auftreten von Klauenerkrankungen. Bei hohen Umgebungstemperaturen neigen die Kühe dazu sich im Stehen abzukühlen (verminderte Liegezeit). Eine ausreichende Luftbewegung kann dies verhindern. Erreichen lässt sich die­ses durch kleinere schräg stehende Ventilatoren über den Köpfen der Tiere, die die Luft direkt auf die Kühe werfen. Da bei Kühen im Liegen die Körpertemperatur ansteigen kann, sollte man besonders im Ruhebereich auf schnell bewegliche Luftströme achten und Ventilatoren direkt über den Liegeboxen installieren. Die Luftgeschwindigkeit über den Köpfen der Kühe sollte bei zwei Meter pro Sekunde liegen. Quelle: Dairyherd.com