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LTO Milchpreisvergleich

Wenig Aussicht auf steigende Milchpreise Digital Plus

Trotz geringer Milchaufkommen in vielen europäischen Ländern bleibt der saisontypische Anstieg der Milchpreise im Juni und wohl auch in Juli und August aus. Die meisten Molkereien halten ihre Auszahlungspreise weiter unverändert.

Die Entwicklung der Milchauszahlungspreise in der Europäischen Union ist in 2019 ungewöhnlich flach. Auch wenn die Preise derzeit noch im Vergleich über dem Niveau von 2018 liegen, der Abstand zur Vorjahreslinie verringert sich durch die stabile Preissituation in Juni und Juli rasant. Normalerweise (auch in 2018) sinken die Milchauszahlungspreise mit der steigenden Milchanlieferung im Frühling und erreichen ihren Tiefpunkt mit dem saisonal typischen Milchpeak im Mai. Danach sinkt die Milchproduktion und die Preise steigen eigentlich an - nicht so in diesem Jahr! 1 Durchschnittliche Milchpreise von Januar 2018 bis Juni 2019 Und aus Sicht von Marktanalysten ist auch in den kommenden Monaten eine merkliche Erhöhung der Erzeugerpreise unwahrscheinlich. Zumindest dürfte ein vergleichbarer Anstieg wie im Juli und August 2018 ausbleiben. Das schließen sie aus den, von einigen großen Molkereien im Voraus getätigten Preisankündigungen für Juli und August und den Entwicklungen am Markt für Milcherzeugnisse. Eine harte Prognose für alle Milcherzeugerbetriebe, die derzeit erneut bzw. weiter mit erhöhten Produktionskosten, vor allem durch Grundfutterknappheit und oftmals durch Investitionen in Silo- und Wirtschaftsdüngerlager, agieren müssen! Dabei liegen die Milchanlieferungen derzeit unter dem Vorjahresniveau - woran liegt dann der ausbleibende Preisanstieg? Die Marktanalysten des niede

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Die Entwicklung der Milchauszahlungspreise in der Europäischen Union ist in 2019 ungewöhnlich flach. Auch wenn die Preise derzeit noch im Vergleich über dem Niveau von 2018 liegen, der Abstand zur Vorjahreslinie verringert sich durch die stabile Preissituation in Juni und Juli rasant. Normalerweise (auch in 2018) sinken die Milchauszahlungspreise mit der steigenden Milchanlieferung im Frühling und erreichen ihren Tiefpunkt mit dem saisonal typischen Milchpeak im Mai. Danach sinkt die Milchproduktion und die Preise steigen eigentlich an - nicht so in diesem Jahr! 1 Durchschnittliche Milchpreise von Januar 2018 bis Juni 2019 Und aus Sicht von Marktanalysten ist auch in den kommenden Monaten eine merkliche Erhöhung der Erzeugerpreise unwahrscheinlich. Zumindest dürfte ein vergleichbarer Anstieg wie im Juli und August 2018 ausbleiben. Das schließen sie aus den, von einigen großen Molkereien im Voraus getätigten Preisankündigungen für Juli und August und den Entwicklungen am Markt für Milcherzeugnisse. Eine harte Prognose für alle Milcherzeugerbetriebe, die derzeit erneut bzw. weiter mit erhöhten Produktionskosten, vor allem durch Grundfutterknappheit und oftmals durch Investitionen in Silo- und Wirtschaftsdüngerlager, agieren müssen! Dabei liegen die Milchanlieferungen derzeit unter dem Vorjahresniveau - woran liegt dann der ausbleibende Preisanstieg? Die Marktanalysten des niederländischen Bauernverbands LTO erklären in ihrem monatlichen Milchpreisvergleich auf EU-Ebene, dass die seit Mai 2019 fallenden Notierungen für Milcherzeugnisse - insbesondere Magermilchpulver und Butter - die tragende Ursache für die festgefahrenen Erzeugerpreise sind. Endlich stabile Milchpreise? Könnte man meinen, das Niveau liegt allerdings deutlich unter den Erwartungen unzähliger Marktexperten der verschiedensten Institutionen und Organisationen. Diese hatten im ersten und auch noch zweiten Quartal 2019 immer wieder Preissteigerungen ab Jahresmitte vorausgesagt. Dabei lag der mittlere Auszahlungspreis der im LTO-Vergleich betrachteten sechzehn Molkereien im Juni 2019 bei 33,29 € pro 100 kg Standardmilch*. Die Preisspanne reicht dabei von 29,91 € (Saputo Dairy UK; früher Dairy Crest) bis 38,84 € (Granarolo North, Italien). Im Vergleich zum Vormonat Mai liegt der ermittelte Durchschnittspreis um 0,09 €/100 kg Milch höher und im Vergleich zu Juni 2018 um 0,66 € oder + 2,0%. *Preise für 100 Kg Rohmilch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß; einer Jahresanlieferung von 1.000.000 kg Milch/Jahr; max. 249.999 Zellen und 24.999 Keime pro ml Milch Schwaches Auszahlungsniveau beim DMK Schmerzlich ist der Juni-Milcherzeugerpreis von 31,26 € pro 100 kg Standardmilch* der größten Genossenschaftsmolkerei in Deutschland, dem Deutschen Milchkontor (DMK), nicht nur für deren Mitgliedsbetriebe. Sondern auch für alle Milchkuhhalter, die ihre Milch an kleinere, häufig private Molkereien liefern, die sich in ihrem Vergleichspreis an der "Großen" orientieren. Auch im Juli wird das DMK ihren Milchpreis auf diesem Niveau laut Ankündigung unverändert halten. Der DMK-Preis beinhaltet hier in der Auswertung einen mittleren Milkmaster-Bonus von 0,66 € pro 100 kg Milch, jedoch nicht den Bonus von 0,7 € bei einer GVO-frei organisierten Fütterung. Müller lag mit unverändert 32,47 € (exkl. 1,0 € GVO-frei-Zuschlag) im Juni von den in Deutschland agierenden Molkereien im Vergleich an zweit-niedrigster Stelle nach dem DMK. Hier liegt wie gewohnt keine Ankündigung vor. Hochwald und Arla bewegten sich im Juni mit je unverändert 32,53 € und 32,62 € pro 100 kg auf einem vergleichbaren Niveau. Arla hat für Juli einen Abzug von -0,1 € angekündigt und für August keine weitere Veränderung an diesem Preis. Bei Hochwald wird im LTO-Vergleich nicht der GVO-frei-Zuschlag von 1,0 € beinhaltet. Im Arla-Preis wird der Arlagarden Plus-Zuschlag von 1,0 € berücksichtigt; nicht aber der Bonus von 1,0 € für GVO-freie Fütterung. FrieslandCampina zahlte mit 35,24 € pro 100 kg Milch im Juni wieder den deutlich höheren Milchpreis aus. Die Genossenschaftsmolkerei hatte den Preis im Vergleich zu Mai um +0,5 € angehoben. Für Juli wurde nun einen Abzug von -0,7 € angekündigt. Im August soll es hier keine Veränderung geben. Für FrieslandCampina wird hier ein mittlerer Bonus von 0,63 € für Weidegang berücksichtigt, jedoch nicht der GVO-frei-Zuschlag von 1,0 € pro 100 kg Milch. Steigende Preise sind derweil wieder bei den Franzosen, in diesem Fall bei Savencia (+ 1,0 € im Juli, unverändert in August und September) und Lactalis (+0,2 € im Juli) zu beobachten. 2 Entwicklung der Milchpreise im Juni 2019 Quelle: milkprices.nl