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Klauenwaschanlagen

Waschanlagen: Mortellaro "weggeputzt"

Wissenschaftler aus Bayern haben eine Umfrage zur Wirksamkeit von Klauenwaschanlagen durchgeführt. Die Ergebnisse lassen aufhorchen.

Klauenwaschanlagen sollen die Klauen per Wasserdruck oder Bürsten vom Schmutz befreien, gegebenenfalls kann ein Biozid in der Anlage zugesetzt werden. Wissenschaftler der LfL Grub und der TU München haben die Wirksamkeit von Klauenwaschanlagen genauer unter die Lupe genommen.
Elf Milchviehhalter, die entweder eine Vink- oder eine Devio-Klauenwaschanlage besaßen, wurden dazu befragt. Fünf Betriebe besaßen Geräte des Herstellers Devio und vier Betriebe des Herstellers Vink. Die Betriebsgrößen reichten dabei von 70 bis 350 Milchkühen mit Milchleistungen von 8.250 bis 11.500 l/Kuh. Alle Betriebsleiter gaben an, Probleme mit Mortellaro zu haben (Befallshäufigkeiten von mindestens 25 %).

Deutlich weniger Mortellaro

  • Auf Milchviehbetrieben mit einer Devio-Klauenwaschanlage nahm seit der Inbetriebnahme der Klauenwaschanlage das Auftreten von Mortellaro von 82 % auf 32 % ab. Der durchschnittliche Nutzungszeitraum der Klauenwaschanlage lag bei diesen Betrieben bei sieben Monaten. Die Anlagen wurden 14-mal pro Woche gebraucht und eine funktionelle Klauenpflege wurde durchschnittlich 2,6-mal im Jahr durchgeführt.
  • Bei Milchviehhaltern, die eine Vink-Klauenwaschanlage besaßen, sank der Mortellaro-Befall während eines durchschnittlichen Nutzungszeitraums von 20 Monaten von 61 % auf 31 %. Die funktionelle Klauenpflege fand auf diesen Betrieben im Mittel zweimal pro Jahr statt und die Anlage wurde achtmal pro Woche genutzt.
Wichtig ist die richtige Positionierung der Anlage. Bei den befragten Betrieben war das Gerät zu 64 % im Rücktreibegang vom Melkstand platziert. Bei 36 % war die Anlage vor dem Wartebereich positioniert. Wenn möglich, sollte die Anlage möglichst vor dem Melkstand oder vor dem Wartebereich platziert werden, da es im Melkstand bzw. im Warrebereich meist sauberer als auf den Laufgängen im Stall ist. So bleibt die Klaue länger sauber und die Einwirkzeit eines Pflegemittels (falls eingesetzt) verlängert sich.

Die bessere Klauengesundheit führte in mindestens einem Fall  zu einem Anstieg der Milchleistung. So gab ein Betriebsleiter an, dass nach dem dreimonatigen Einsatz der Anlage die Milchleistung um drei Liter pro Kuh und Tag gestiegen sei, ohne, dass sich sonst etwas im Stall verändert hätte.


Quelle: Veronika Siefer, Agrarwissenschaften TU München; Dr. Bernhard Haidn, ILT LfL Grub; Prof. Heinz Bernhardt, Agrarsystemtechnik, TU München