Litauen

Mit 27 Cent geht‘s einfach nicht Plus

Padovinio ZUB in Litauen gehört zu den top-Milchfarmen weltweit. Doch trotz bestem Management und 100 % Eigenkapital lassen sich bei den aktuellen Milchpreisen keine Gewinne erwirtschaften.

1994, nach dem Ende der kommunistischen Ära, verkauften im Rahmen der Privatisierung viele Mitarbeiter der Kolchose ihre Anteile an der Kolchose. Die Geschäftsanteile der ausscheidenden Mitarbeiter wurden im wesentlichen von drei Führungskräften (den heutigen Geschäftsführern der Genossenschaft) aufgekauft. Weitere 110 ehemalige Kolchosen-Mitglieder schlossen sich der neu gegründeten Genossenschaft an, da sie so ihren Arbeitsplatz auf „ihrem“ Betrieb behalten konnten.

Algis Bulevicius, Geschäftsführer und Impulsgeber. (Bildquelle: Foto: Veauthier)

Einer der drei Geschäftsführer ist der 60-jährige Algis Bulevicius. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass die ehemalige Kolchose den Übergang in die Marktwirtschaft mit Bravour gemeistert hat und aktuell sicherlich zu den am besten gemanagten und profitabelsten Milchfarmen in Osteuropa zählt.
Derzeit werden auf der 10 km südöstlich von Marijampole gelegenen Farm 1.200 Kühe gemolken, die Herdenleistung liegt bei 12.000 kg pro Kuh (wobei im ersten Drittel der Laktation dreimal gemolken wird). Zudem werden 2.700 Rinder aufgezogen und 2.700 ha Nutzfläche bewirtschaftet (Getreide, Raps und 500 ha Maissilage).

Kuhstall aus der Portokasse finanziert

Alle anfallenden Arbeiten erledigen 110 festangestellte Mitarbeiter; auf den ersten Blick scheint dieser Personalbestand sehr reichlich bemessen. Allerdings werden auf der Farm auch alle Bau- und Reparaturarbeiten in Eigenleistung erbracht. Kürzlich erst wurde z. B. eine Halle für die Kälberaufzucht errichtet. Hier hat man lediglich die Stahlkonstruktion zugekauft, alle Montagearbeiten wurden in Eigenleistung erledigt. So kostete der neue Kälberstall dann auch nur 16.000 €.
Um die Summe ansparen zu können, hat der Geschäftsführer zunächst einige Diskussionen mit seinen Mitarbeitern führen müssen, denn er konnte schließlich nicht zu viel des erwirtschafteten Gewinns für die Löhne entnehmen. Erschwerend kam hinzu, dass die meisten Mitarbeiter auch Teilhaber (Genossen) des Unternehmens sind und deshalb auch eine maximale Verzinsung ihrer Geschäftsanteile erwarteten.
Unternehmerische Weitsicht oder vielleicht auch nur eine Portion Glück hat dazu geführt, dass der Kuhstall während der Milchkrise errichtet wurde und dass bei der...

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