EliteFrauen

Gekommen, um zu bleiben

Viele junge Frauen machen nach der Ausbildung ein Praktikum auf Milchkuhbetrieben im Ausland, z.B. in Kanada oder Neuseeland. Es geht aber auch anders herum.

Morgens, halb sieben in einem Melkstand in Nordfriesland. Die meisten Kühe sind schon gemolken, gerade betreten die Frischabkalber und die Krankengruppe den Melkstand. Eine junge Frau mit einem Basecap kommt in den Melkstand, ruft kurz „Moin“ in die Runde und hilft den beiden Melkern, die Melkgeschirre anzusetzen. „Ich fange meist morgens an, wenn die Frischkalber und kranken Kühe gemolken werden. Ich mag es, diese Kühe jeden Tag zu sehen, da kann man sie besser kontrollieren“, erklärt sie mit einem kaum erkennbaren amerikanischen Akzent.

Von Nordamerika nach Nordfriesland

Mary-Katherine, von allen „MK“ genannt, ist die Herdenmanagerin auf Hof Backensholz. Über eine Agentur, die weltweit Praktikumsplätze vermittelt, fand MK 2015 den Praktikumsplatz auf dem Milchkuhbetrieb in Nordfriesland und blieb für sechs Monate. Genau dorthin kehrte sie nach dem Studium in den USA zurück. Auf Hof Backensholz ist sie nun seit fast vier Jahren als Herdenmanagerin für 450 Milchkühe verantwortlich. 
„Was mich hier in Deutschland besonders beeindruckt, ist, dass die Betriebe sehr vielfältig sind“, sagt sie nach dem Melken, als sie ihre Hände wäscht und sich das Thermometer in die Hosentasche steckt. Jetzt ist es Zeit für die Frischabkalberkontrolle, mit schnellen Schritten läuft sie los. Aus ihrer Heimat den USA, wo sie Nutztierwissenschaften studierte und anschließend Veterinärmedizin studieren wollte, ist sie andere Betriebsstrukturen gewöhnt.

MK Jones ist für die 450 Milchkühe auf dem Backensholzer Hof zuständig.  (Bildquelle: Weinbrandt)

„Während des Studiums waren wir zum Beispiel für eine Berater-Schulung auf einem Betrieb in Kalifornien mit 10.000 Milchkühen“, erinnert sie sich. Der Betrieb war hochspezialisiert und hatte keine eigene Nachzucht, sondern verkaufte die Kälber und kaufte später wieder abgekalbte Färsen ein. „Hier in Deutschland sind die Betriebe viel diverser und haben oft ein zweites Standbein, z.B. eine Biogasanlage“, sagt die US-Amerikanerin.
Hier in Deutschland sind die Betriebe viel diverser!“
MK Jones

Optimieren statt maximieren

Ihre Leidenschaft für Milchkühe begeistert. Zwar ist sie nicht selbst auf einem Milchkuhbetrieb aufgewachsen, jedoch in einer sehr ländlichen Gegend in Virginia. „Das ist sehr dörflich, viel ländlicher als das, was Dorf hier in Deutschland bedeutet“, sagt sie und lacht. Als Jugendliche half sie bei Tierschauen aus und arbeitete auf einem Pferdebetrieb.
Doch erst durch das Studium lernte sie...


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