Elite Dairy Tour 2020

Durchgeplant! Plus

Bestens organisiert zeigt sich der Milchkuhbetrieb der Rahn/Farr GbR im hessischen Büdingen. Davon profitieren nicht nur die 400 Milchkühe, sondern auch die Mitarbeiter.

Milcherzeugung ist ein schwieriges Geschäft, weiß Andrea Rahn-Farr, besonders bei den derzeitig niedrigen Milchpreisen. Die Margen sind eng, deshalb ist es ihr effizientes Arbeiten im Kuhstall auch so wichtig. Nachlässigkeiten bei der Arbeitserledigung in den Kuhställen toleriert sie denn auch nicht. Das wissen auch ihre zumeist fachfremden Mitarbeiter. So kann es schon mal passieren, dass ein Azubi die Liegeboxen zweimal einstreuen muss.
- 400 Kühe
- 11.000 kg Milch
- 380 ha, davon 150 ha Grünland
- Biogas
- 5 Voll-Ak, 1 Halb-Ak, 2 Auszubildende und 2 Aushilfen 

Hohe Arbeitseffizienz steht über allem

„Was gut ist für die Kühe ist letztlich auch gut für unsere Mitarbeiter“ erklärt uns Andrea Rahn-Farr. Denn nur wenn es rund läuft im Stall, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, dann ist pünktlich Feierabend. Die Angestellten (die meisten haben keine landwirtschaftliche Ausbildung; eine ist z.B. Köchin, eine andere Friseuse) haben eine 40-Stunden-Woche und nur an jedem dritten Wochenende Dienst. Rahn-Farr ist überzeugt: „Das motiviert die Mitarbeiter, denn Freizeit ist heutzutage ein hohes Gut!“
Um eine möglichst hohe Arbeitseffizienz zu erreichen, haben Andrea und ihr Ehemann Karsten so lange an den Arbeitsroutinen „rumgeschraubt“, bis diese letztlich für alle Mitarbeiter gut merkbar waren. Jeder Mitarbeiter im Kuhstall sollte jetzt in der Lage sein, seinen Job zuverlässig abzuarbeiten. „Es hat uns ein Jahr gekostet, um den optimalen Workflow herauszufinden“, erinnert sich die Betriebsleiterin. 
Schließlich wollen viele Kleinigkeiten bedacht werden, z.B. wann und wie das Klauenbad anzusetzen ist, wie die Kühe so umgetrieben werden können, dass dies möglichst wenig Stress in der Herde auslöst. Damit kein Leerlauf entsteht, muss zudem überall das benötigte Arbeitsgerät vorhanden sein. „Wenn das Werkzeug erst noch beigeholt werden muss, dann wird die Arbeit oft aufgeschoben … oder gar nicht mehr gemacht“, weiß Rahn-Farr aus Erfahrung!

Nicht mehr reinstecken als rausholen!

Damit ihr keine Kuh durch die Lappen geht, hat die Chefin eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, ihre Mitarbeiter sind angehalten, alle Auffälligkeiten dort zu vermerken. Das Smartphone ist für Rahn-Farr ohnehin ein wichtiges Werkzeug, denn es enthält auch das Herdenmanagement-Programm, mit dem sie die Herde überwacht. So ist sie immer auf dem Laufenden, auch bei Abwesenheit vom Betrieb (Andrea Rahn-Farr ist ehrenamtlich tätig und deshalb immer wieder auch mal unterwegs, zudem gönnt sich das Ehepaar ab und zu auch mal eine Auszeit).
Nicht mehr reinstecken als rausholen!, so lautet denn auch das Motto auf dem Milchkuhbetrieb. Damit dies gelingt müssen die Kühe funktionieren, eine „Betüdelung“ einzelner Kühe ist nicht vorgesehen. Der Anspruch ist, auf Basis einer einfachen Ration in einem tiergerechten Umfeld mit gesunden Kühen möglichst viel Milch zu melken! Das Konzept scheint aufzugehen: Die Milchleistung hat sich bei 11.000 kg stabilisiert (aktuell 37 kg Milch Tagesdurchschnitt mit 3,9 % Fett und 3,5 % Eiweiß; 200.000 Zellen/ml).
Die Remontierungsrate bei 29 %, die Zwischenkalbezeit knapp unter 400 Tagen. Allerdings hat sich Andrea Rahn-Farr kürzlich dazu entschlossen, die freiwillige Wartezeit etwas zu verlängern, bei Färsen von 60 auf 80 Tage („es macht nicht wirklich Spaß, die Jungkühe mit 30 kg trockenzustellen“). Mehrlaktierende Kühe werden jetzt erstmals zwischen dem 85. und 90. Tag besamt und nicht mehr am...



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