Eutergesundheit

Plötzlich schwarze Zitzen

Eine verminderte Durchblutung einzelner Zitze führt zu Strichverletzungen und Totalverlusten. Eine Umfrage aus England zeigt das Ausmaß des Problems. 

Bovine ischämische Zitzennekrose (englisch: Infectious teat necrosis/ITN) ist eine neu auftretende Krankheit unbekannter Herkunft, die die Zitzen von Milchkühen befällt und sie absterben lässt. Zitzen, vor allem bei Färsen, zeigen plötzlich braune Stellen (wie eine überreife Banane). Die Entzündung scheint so stark zu jucken, dass Zitzen manchmal von den Tieren selbst stark abgeleckt und sogar abgebissen werden.
Die Infektion beeinträchtigt die Tiergesundheit und das Tierwohl sehr, weil sie zur vorzeitigen Schlachtung der Tiere führen kann und erheblichen ökonomischen Schaden anrichtet.
Eine wirksame Therapie oder Kontrollstrategie ist derzeit nicht bekannt. Eine Tierarztpraxis in England hat knapp 250 Fragebögen von Milcherzeugern ausgewertet, um potenzielle Risikofaktoren auf Betriebsebene zu identifizieren.

Risiko für Färsen zum Laktationsstart

Die Ergebnisse wurden auf dem Weltrinderkongress in diesem Jahr in Madrid vorgestellt. Jeder zweite Landwirt gab an, ITN im eigenen Betrieb schon einmal gesehen zu haben. Die meisten Fälle sind in jüngster Vergangenheit (letzten fünf Jahren) aufgetreten. 47 % der Fälle traten in der ersten Laktation (Färsen) auf und 79 % innerhalb der ersten 90 Tage in Milch (Frühlaktation). Nur 19 % der befallenen Tiere erholten sich nach der Infektion,...


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