Mastitis

Kein Erregernachweis und trotzdem behandeln?

Bei rund der Hälfte der Milchproben mit erhöhtem Zellgehalt lassen sich keine Erreger nachweisen. Was ist zu tun?  

Andreas Striezel

Zentrum für Tiergesundheit, Bräuningshof

Die Untersuchung von Milchproben mit erhöhtem Zellgehalt führen nicht immer zu einem verwertbaren Ergebnis, weil auf den üblichen Agarplatten keine Bakterien angezüchtet werden können bzw. nur ein unspezifischer Keimgehalt nachweisbar ist. In rund der Hälfte der Proben von klinischen Euterentzündungen lassen sich keine Erreger nachweisen. Damit wird aber auch die Auswahl eines Antibiotikums schwierig. Wo liegen die Ursachen?

1.      Technisch – mikrobiologische Einflüsse von der Entnahme bis zum Labor

Viertelgemelksproben sind aussagekräftiger als Poolproben von allen 4 Vierteln, denn es kann einen Verdünnungseffekt geben. Die Entnahme der Milchprobe ist nach den Leitlinien der DVG-Fachgruppe „Milchhygiene“ unter möglichst hygienischen Bedingungen durchzuführen, um zu vermeiden, dass Schmutz-/Umweltkeime aus der Umgebung der Tiere die Probe verunreinigen. Meist enthält das Anfangsgemelk mehr Erreger, nur z.B. bei Hefen ist das Endgemelk aussagekräftiger.
[Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen: Entnahme mit Einweghandschuhen, Zitzen mit einem trockenen/leicht feuchten Tuch reinigen von grobem Schmutz reinigen, Abmelken der ersten Milchstrahlen in Vormelkbecher, Desinfektion der Zitzenkuppe mit 70%igem Alkohol von hinten nach vorne, Alkohol verdunsten lassen. Probenröhrchen schräg halten, Deckel und Rand nicht mit Zitze oder Hand berühren, beschriften.]
Der Versand soll schnell wie möglich erfolgen, ein Kühlen der Milchprobe und/oder eine stabilisierende Lösung sind sinnvoll, weil einige Erreger wie z.B. E.coli oder Mycoplasmen schnell zerfallen und dann falsch negative Ergebnisse entstehen.
Standardmäßig werden in Laboren Aesculin-Blutagarplatten verwendet, auf denen die häufigsten, Mastitis verursachenden Bakterien angezüchtet werden können. Nach einem...


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