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Weiter Diskussionen über Umgang mit dem Wolf

Deutschland diskutiert weiter über den richtigen Umgang mit dem Wolf. Anlass ist eine Entscheidung des 4. Senats des Niedersächseischen Oberverwaltungsgerichts, das eine Beschwerde gegen die Ausnahmegenehmigung für die Tötung eines Wolfs zurückgewiesen hatte. Der Wolf GW717m des Rodewalder Rudels darf nun geschossen werden. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die Tötung des Wolfs zur Abwendung erheblicher wirtschaftlicher Schäden erforderlich sei. Es könne davon ausgegangen werden, dass das Tier weiterhin Rinder mit normalerweise ausreichendem Herdenschutz reißen und seine Jagdtechnik an andere Wölfe weitergeben werde. Das begründe ein unkalkulierbares Schadensrisiko für Rinderhalter. Zumutbare Alternativen zur Tötung seien nicht ersichtlich.

In Schleswig-Holstein war vorige Woche der Herdenschutz von Deichschafen Thema. Ministerpräsident Daniel Günther sprach sich in einem Interview mit dem Bauernblatt für Schleswig-Holstein und Hamburg für den Schutz von Deichschafen aus. Bis praktikablen Lösungen für den Herdenschutz auf Deichengefunden seien, würden Ausgleichszahlungen für Risse auch ohne Herdenschutz gewährt.

In der Bundestagsdebatte gingen die Meinungen darüber auseinander, inwieweit die Regulierung des Wolfsbestands für den Schutz von Menschen und Weidetieren nötig ist. Astrid Damerow von der CDU sieht im Wolf ein „intelligentes Raubtier, das nicht überall konfliktfrei leben kann“. Wenn der Schutz von Menschen wolfsfreie Zonen brauche, müsse man sich auch damit beschäftigen. Artur Auernhammer, ebenfalls von der Unionsfraktion forderte eine Regulierung des Wolfsbestands zum Schutz der Weidetierhalter und des Tourismus insbesondere in alpinen Regionen. Für den jagdpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Karlheinz Busen, ist angesichts der wachsenden Zahl an Wolfsrissen im Land die Ausweisung spezieller Verbreitungsgebiete des Wolfes nötig. Außerhalb dieser Zonen müssten die Tiere geschossen werden. Karsten Hilse von der AfD sprach sich für eine generelle Begrenzung der Wolfspopulation aus. Ganz anders fiel die Bewertung durch Carsten Träger von der SPD aus. Ebenso wie Dr. Kirsten Tackmann von der Linken und Harald Ebner von den Grünen sieht er die Lösung vor allem im Herdenschutz. Schließlich seien nicht alle Wölfe ausrottbar. Herdenschutz sei daher ohnehin nötig.

Quelle: AgE