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Milchkuhbetrieb wegen Tierschutzverstößen beschuldigt

Ein großer Milchkuhbetrieb im Allgäu soll wiederholt gegen das Tierschutzrecht verstoßen haben. Schwer erkrankte und nicht korrekt versorgte Tiere, ein gewaltsamer Umgang und nicht sachgemäß durchgeführte Nottötungen seien wiederholt beobachtet worden. In einem Bericht des ARD-Politikmagazins „Report Mainz“ wurde ein Video der Sonderkommission Tierschutz (Soko) gezeigt, das von Ende Mai bis Ende Juni 2019 auf dem Milchkuhbetrieb gedreht worden sein soll. Das Video zeigt kranke und festliegende Kühe, die länger leiden als notwendig und gewaltsam transportiert werden.

Die gezeigten Fehler im Umgang mit erkrankten Tieren haben Konsequenzen für den Betrieb. So hat die abnehmende Molkerei, die Käserei Champignon, die Lieferbeziehungen aus ethischen und moralischen Gründen mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die angelieferte Milch sei zwar von einwandfreier Qualität, "aus ethischen und moralischen Gründen wird Champignon aber ab sofort keine Milch mehr von diesem Hof annehmen", ist von der Molkerei zu hören. "Diese Bilder entsprechen in keiner Weise unseren Forderungen und Ansprüchen. Wir bekennen uns eindeutig und unmissverständlich zum Tierwohl und distanzieren uns von jeglichen Missständen in der Tierhaltung oder Verstößen gegen das Tierschutzgesetz", heißt es auf der Website der Molkerei. Auch der Abnehmer von Schlachtkühen gab bekannt, die Geschäftsbeziehungen zum Betrieb zu überprüfen und bis zur vollständigen Klärung keine Tiere mehr anzunehmen.

Die Leiter des beschuldigten Milchkuhbetriebes haben sich bislang nicht zu den Vorfällen geäußert. Das bayerische Verbraucherschutzministerium habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und bei der Regierung von Schwaben einen Sonderbericht über den Betrieb angefordert.

Richtiger Umgang mit schwerkranken Kühen!

Das im Report Mainz veröffentlichte Videomaterial zeigt und kritisiert besonders den tierschutzwidrigen Umgang mit festliegenden und nicht transportfähigen Kühen sowie ein falsch durchgeführtes Nottöten.

Derartig betroffene Tiere benötigen eine sehr sensible und sehr intensive Behandlung und Versorgung. Informationen zur korrekten Versorgung und rechtliche Vorgaben finden Sie in folgenden Fachartikeln von Elite:

Quellen: Süddeutsche Zeitung, ARD (Report Mainz), topagrar; moproweb