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Schulmilch nur noch ungezuckert von EU gefördert

Die Europäische Union fördert im Rahmen ihres Schulmilchprogramms keine gezuckerten Produkte mehr, darauf hat die Verbraucherschutzorganisation foodwatch am vergangenen Freitag (17.08.2018) hingewiesen.

Laut den Angaben der Verbraucherschützer hat Brüssel die Vorgaben für das Förderprogramm zu Beginn des Schuljahres 2017/18 überarbeitet. Demnach wird die vergünstigte oder kostenlose Abgabe von Milchprodukten in Schulen und vorschulischen Bildungseinrichtungen weiterhin gefördert, aber nur, wenn diese keine Zusätze von Zucker, Salz, Fett oder Süßungsmitteln enthalten.

Die EU-Verordnung lasse allerdings Ausnahmen der Mitgliedstaaten zu, heißt es weiter. Nach Angaben des Verbandes haben die meisten Bundesländer die Förderung gezuckerter Milchprodukte ausgeschlossen – bis auf Berlin, Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen, die eine entsprechende Ausnahmegenehmigungen geschaffen hatten. In allen vier Ländern sei FrieslandCampina der Schulmilchlieferant, so foodwatch.

Hessen hat unverzüglich auf die Kritik reagiert

Nach dieser Kritik der Verbraucherorganisation foodwatch beendet das Land Hessen noch am Freitagabend (17.08.) die Förderung von gesüßter Schulmilch. Zuckerhaltige Lebensmittel sollten möglichst komplett aus dem Angebot von Schulen und vorschulischen Einrichtungen herausgenommen werden, hieß aus dem Umweltministerium. Deshalb habe Ministerin Priska Hinz (Grüne) beschlossen, Kakao künftig gar nicht mehr über das Schulmilchprogramm der EU anzubieten.

FrieslandCampina nimmt Stellung

Auf Anfrage seitens der Redaktion Elite erklärte FrieslandCampina dazu, zunächst einmal abwarten zu müssen, wie sich die Landesregierungen in den jeweiligen Bundesländern entscheiden. Für das kommende/aktuelle Schuljahr werde die Schulmilch entsprechend dem EU-Programm „Milch“ erst einmal weiter angeboten. Sollten sich die Bundesländer entscheiden, nur noch pure Milch anzubieten, sei es für FrieslandCampina allerdings kaum noch möglich, den Schulmilch-Vertrieb aufrecht zu erhalten.

Der Schwerpunkt der Genossenschaftsmolkerei als Schulmilch-Lieferant liege zwar klar auf der puren Milch und sie würde es sehr begrüßen, wenn viel mehr Kinder und Jugendliche pure Milch bevorzugen. "Aber die Realität sei eine andere," so Sybille Erhardt, PR & Kommunikation FrieslandCampina. "Nicht alle Schüler bevorzugen den Geschmack purer Milch. Wir erleben häufig, dass Schüler zu Fruchtsaftgetränken oder sogar Softdrinks greifen, wenn ihre Schule auf das Schulmilch-Angebot verzichtet."

Zu beachten sei in diesem Zusammenhang laut der Molkerei auch, dass die Schulen an dem Programm freiwillig teilnehmen und selbst entscheiden, welche Schulmilch-Sorten sie ihren Schülern anbieten.

Quelle: AgE, FrieslandCampina