Zum Inhalt springen

Drücken Sie Öffnen / Eingabe / Enter / Return um die Suche zu starten

Niedersachsen: Feldmäuse-Plage belastet Grünlandbetriebe schwer

Viele Grünlandbetriebe in Niedersachsen sind mit einer massiven Feldmäuse-Plage konfrontiert und das seit dem Sommer ununterbrochen. Die Schäden der Grasnarben erreichen das Ausmaß von Totalausfällen - die Grasnarben sind braun von Erde und abgestorbener Blattmasse. Bis zu 150.000 Hektar seien derzeit betroffen. Die Schäden entstehen durch den unterirdischen Fraß der Mäuse und die Bodenbewegung, die die Grasnarbe absterben lassen. Die Landwirte sind teils bereits seit dem Herbst auf Futterzukäufe angewiesen, müssen Totalschäden im Dauergrünland sanieren und werden entsprechend keinen ersten Schnitt einfahren können.

Die Mehrkosten die in Summe entstehen, werden von stark betroffenen Landwirten mit Höhen im mittleren fünf-stelligen Bereich beziffert. Dabei müssen sie von den Betrieben geleistet werden, ohne durch einen Mehrertrag wieder eingebracht werden zu können. Für einige Betriebe haben die Mäuseschäden und ihre Konsequenzen damit ein existenzbedrohendes Ausmaß angenommen, erklärt das Landvolk Niedersachsen.

Weidegangbetriebe werden es mitunter in dieser Situation nicht leisten können, ihre Kühe in der kommenden Saison wie gewohnt im (Voll-)Weidegang zu führen, zumindest nicht bis zur Sommermitte. Die Bewirtschaftungsauflagen für Dauergrünland erschweren die nötigen Sanierungsmaßen (Glätten der durchgrabenden oberen Bodenschicht, Neuansaat). Das Land Niedersachsen und die zuständigen Behörden sind gefragt, hier Ausnahmeregelungen zu gewähren.

Grund für die Mäuseplage ist nach den trockenen Sommern 2018 und 2019 der jetzt extrem milde Winter. Zuletzt sei eine solche Massenvermehrung von Feldmäusen in den 1970er- und 1980er-Jahren beobachtet worden.

Ernsthafte Unterstützung und Ausnahmeregelungen wären gut

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rät betroffenen Landwirten, Sitzstangen für Greifvögel aufzustellen und damit die natürlichen Fressfeinde der Mäuse zu fördern. Auch Fallen und unterirdisch verlegte Giftköder – Letzteres setzt einen Sachkundenachweis voraus – können zur Eindämmung der Plage beitragen. Im Angesicht der teils erreichten Schadensausmaße können diese Maßnahmen allein jedoch kaum etwas ausrichten. Es sind Unterstützung und Ausnahmeregelungen für die Bekämpfung der Mäuse und die nötigen Neuansaaten gefordert, damit die betriebseigenen Futtergrundlagen schnellst möglich wieder aufgebaut werden können!

Einen beeindruckenden, ernüchternden Eindruck über das Schadensausmaß können Sie sich im aktuellen MyKuhTube Video von Amos Venema (Ostfriesland) verschaffen. Sie finden es unter diesem Link: Der Grünland-Albtraum - My KuhTube Film 622

Quelle: LWK Niedersachsen, eigene Recherche