Neuseelands Milchguru bremst Irlands Expansionsgeist

Dr. John Penno, führender neuseeländischer Wissenschaftler und Unternehmer (Mitbegründer und ehemaliger Geschäftsführer bei der Synlait Group in Neuseeland) gilt als Milchguru" der Neuseeländer. Er richtete am 19.11.2019 als Referent auf dem Dairy Day in Irland ein Wort der Vorsicht an die irischen Milcherzeuger: Eine der Lehren, die die irischen Milcherzeuger heute aus den Veränderungen in Neuseeland für sich ziehen sollten sei, dass man es mit der Expansion nicht übertreiben sollte. Irland hat, beeinflusst durch politische Unterstützung, seit dem Ende der europäischen Milchquotenregelung die Milchproduktion fast um ein Drittel gesteigert. Das hat bereits Probleme mit sich gebracht, zu dem u.a. niedrige Milchauszahlungspreise gehören. Einige irische Molkereien zahlen Milchpreise unter dem EU-Mittel. Und das, weil etwa die größte von ihnen - Glanbia -, nach eigenen Aussagen, rund 90% der verarbeiteten Milch außerhalb von Irland vermarkten muss. Zudem könne die Preisgestaltung eine Möglichkeit sein, dem im letzten Jahrzehnt ungebremsten Wachstum der Milchproduktion Einhalt zu gebieten, heißt es seitens des Vorsitzenden von Glanbia, Martin Keane. Mehr dazu hier.
Die neuseeländischen Milcherzeugerbetriebe werden oft als Beispiel dafür verwendet, wie Milchproduktion in einem Gras-basierten System effiziente funktionieren kann. Aus diesem Grund beobachten insbesondere die Iren sehr genau, wie in Neuseeland gearbeitet wird. Allerdings verändern sich die Produktionsbedingungen mittlerweile auch auf dem Inselstaat im Südwestpazifik erheblich: es gibt eine Obergrenze für die Umstellung auf Milchproduktion, Umwelt- und Tierwohlauflagen werden verschärft, es wird tendenziell mehr zugefüttert und Fonterra arbeitet als größter Milchverarbeiter nach Jahren der Expansion nun auf Sparkurs. Vorher war auch hier lange ein ungebremstes Wachstum zu beobachten gewesen. Ein ähnlicher Wandel setzt nun auch in Irland ein, u.a. wird der Versorgung der Kälber in den Betrieben, die aufgrund der verbreiteten Saisonabkalbung eine erhebliche Arbeitsspitze und Vermarktungsherausforderung darstellt, seit diesem Jahr eine erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet - auch seitens des Staats. Mehr dazu hier.
Quelle: u.a. agriland.ie, The Irish Farmers Journal


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