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Milchpreise auch in Russland unter Druck

Der russische Milchproduzentenverband Sojusmoloko zeigt sich über den Verfall der Milchpreise besorgt. Diese Entwicklung sei vor dem Hintergrund der deutlich gestiegenen Produktionskosten schmerzlich, beklagte der Verbandsvorsitzende Andrej Danilenko. Unter diesen Umständen sei ein Abbau der Milchviehbestände und ein Rückgang der russischen Milcherzeugung um 1 bis 2 Mio. t gegenüber der im Jahr 2014 produzierten Menge von rund 30,6 Mio. t zu befürchten. Mitverantwortlich für die schwierige Situation macht Sojusmoloko auch die Zollunionspartner Weißrussland und Kasachstan. In einem Schreiben an die zuständigen Regierungsstellen in Minsk und Astana sowie an die Eurasischen Wirtschaftskommission (EAWK) forderten die russischen Milchproduzenten Mitte Mai gemeinsame Maßnahmen zur Sicherung der Marktstabilität. Dazu zählen sie die Einführung zeitweiliger Abwehrzölle für Milch und Molkereierzeugnisse, die Harmonisierung von Exportpreisen, strengere Kontrollen der vereinbarten Richtmengen im gegenseitigen Handel sowie die verstärkte Bekämpfung von Produktfälschungen durch in- und ausländische Hersteller. Nach Auffassung von Sojusmoloko ist beispielsweise der aktuelle Einfuhrzoll von 15 % für eine Marktschutzfunktion nicht ausreichend. Die jüngste Senkung der Exportpreise in Weißrussland, dem derzeit wichtigsten Lieferanten von Milch und Molkereierzeugnissen für Russland, setze zudem den Markt unter Druck, kritisierte Sojusmoloko. Ein Problem bleibe auch die unzureichende Kontrolle der mit pflanzlichen Fetten hergestellten Milcherzeugnisse. Da diese oft als reine Milchprodukte angeboten würden, handle es sich um eine Täuschung der Verbraucher. Zudem umgingen die Importeure auch das Einfuhrverbot für Molkereierzeugnisse aus der EU und der Ukraine. AgE