Chinas Milchmarkt bis 2029

Die Volksrepublik China ist zu einem „Mega Player“ am internationalen Agrarmarkt geworden. Der Markteinfluss dürfte in den kommenden Jahren bis 2029 eher größer als kleiner werden, denn in vielen Bereichen wächst in China der Bedarf nach landwirtschaftlichen Produkten schneller als die eigene Erzeugung. Das wird zu steigenden Importen führen. Dies geht aus dem kürzlich vom Pekinger Landwirtschaftsministerium veröffentlichten „Agricultural Outlook Report 2020 - 2029“ hervor, der als wichtigste Marktvorausschau des Landes gilt.

Milcherzeugung jährlich + 2,7%

Von einer vergleichsweisen großen Dynamik dürfte in den kommenden Jahren der chinesische Milchmarkt geprägt sein. Bei Erzeugung, Verbrauch und Handel soll es deutliche Zuwächse geben. Die Milcherzeugung und Verarbeitung will die Regierung weiter modernisieren und auch die Produktsicherheit auf ein führendes internationales Level heben. So ist ein Ziel, dass bis 2029 der Anteil der Milchfarmen mit mehr als 100 Kühen bei 75% liegt. Entsprechend optimistisch ist die Prognose, nämlich dass die Milcherzeugung bis zum Zieljahr um jährlich 2,7% steigen und dann mit 43 Mio. t das Niveau von 2019 um gut 30% übertreffen wird.

Höherer Milchverbrauch, Importe steigen um 40%

Noch höher soll allerdings der jährliche Zuwachs beim Verbrauch von Milchprodukten mit durchschnittlich 2,9% im Jahr ausfallen, der 2029 dann bei fast 66 Mio. t Rohmilchäquivalent liegen könnte. Zwischen Erzeugung und Verbrauch wird eine Lücke von rund 23 Mio. t Milchäquivalenten prognostiziert, die nur durch einen Anstieg der Importe um 40% im Vergleich zu 2019 geschlossen werden könnte. Milchpulver wird dabei wichtigstes Importgut bleiben, doch sehen die Experten auch größere Absatzmöglichkeiten für Trinkmilch, Joghurt und Käse.
Von dem größeren Bedarf dürften in erster Linie Neuseeland und Australien mit ihren Freihandelsverträgen und den vereinbarten Zollsenkungen auf Null in den nächsten Jahren profitieren. Die USA könnten aufgrund des Phase-1-Abkommens bevorzugter Lieferant von Trinkmilch werden. Aber auch mit erhöhten Einfuhren von Milcherzeugnissen aus der EU wird in der Prognose des Pekinger Landwirtschaftsministeriums gerechnet.
Quelle: AgE


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