Blauzunge: Problematische Vermarktung von Kälbern aus Bayern

"Von Woche zu Woche wird die Situation prekärer, beschreibt Werner Hauck vom Rinderzuchtverband Franken die derzeitige Situation in Blauzunge-Sperrgebieten. Aufgrund der aktuellen Verbringungsauflagen macht sich bei Kälbern ohne Impfschutz ein deutlicher Preisdruck bemerkbar.
Der Hintergrund: Kälber unter 90 Tagen dürfen nur dann außerhalb der Sperrzonen verbracht werden, wenn das Muttertier vor der Trächtigkeit gegen BTV grundimmunisiert und das Kalb ordnungsgemäß mit Kolostrum versorgt worden ist. Ist die Impfung der Mutter erst während der Trächtigkeit erfolgt, muss ein zusätzlicher serologischer Bluttest durchgeführt werden. Eine andere Möglichkeit ist nur die direkte Impfung dieser Kälber.
Bilaterale Abkommen innerhalb Deutschlands?
Durch ein bilaterales Abkommen mit den Niederlanden, Spanien und Italien dürfen ungeimpfte Kälber vorerst immerhin dorthin verbracht werden. Allerdings übernehmen diese Länder fast ausschließlich milchbetonte Bullenkälber für die Kälbermast. Dadurch entsteht ein größeres Problem für Fleckviehkälber. Diese werden in der Regel in die Bullenmast nach Norddeutschland vermarktet. Doch derzeit dürfen nicht geimpfte Tiere innerhalb Deutschlands nicht in freie Gebiete verbracht werden. Aufgrund mangelhafter Verfügbarkeit an Impftstoff gibt es bereits einen Überhang an Kälbern ohne Impfschutz. Viele Betriebe können erst jetzt mit dem Impfen beginnen, damit ließen sich entsprechend freie Kälber erst im September vermarkten. Eine Entspannung am Kälbermarkt ist derzeit also nicht in Sicht.
"Wir dürfen die Tiere ins Ausland verkaufen, aber nicht innerhalb Deutschlands, das kann doch nicht sein!, beschreiben Viehhändler die Situation. Die aktuellen Regelungen stünden in keinem Verhältnis zum Infektionsrisiko und der vergleichsweise milden Symptomatik der Krankheit. Außerdem können die Auswirkungen zu gravierenden wirtschaftlichen Einbußen bei den Betrieben führen.
Um das Problem zu entschärfen, sind jetzt bilaterale Abkommen mit Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gefordert. So soll eine Verbringung ungeimpfter Kälber an norddeutsche Mäster durch eine PCR-Untersuchung und Aufgussbehandlung ermöglicht werden. Derzeit wird auf eine Reaktion des Umweltministeriums Bayern gewartet. Wir hoffen, dass endlich jemand Verantwortung für diese Situation übernimmt!, sagt Hauck.
Quelle: top agrar


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