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Antibiotikaresistenzen: Auch die Humanmedizin ist gefragt

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) begrüßt, dass nach der Veröffentlichung des Antibiotikareports der Krankenkasse DAK nun auch über den Antibiotika-Einsatz in der Humanmedizin diskutiert wird. Viele Verbraucher hätten große Angst vor resistenten Keimen aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung, wüssten aber nicht, welche Rolle sie als Patient bei der Entstehung von Resistenzen spielten, erläuterte der RLV.

Laut Ergebnissen der DAK-Studie hat ein Drittel aller Befragten im letzten Jahr mindestens einmal Antibiotika verschrieben gekommen. Dabei sollten in einem Viertel der Fälle Bronchitis und in gut einem Drittel Erkältungen oder Husten behandelt werden, die in der Regel durch Viren und nicht durch Bakterien ausgelöst werden. Der RLV wies darauf hin, dass auch die ärztliche Verordnung zu oft eigenmächtig verändert oder abgebrochen werde. Auch nutze die Humanmedizin zu selten die Möglichkeit, Krankheitserreger erst zu bestimmen, bevor ein Mittel verschrieben werde. In der Folge würden zur Sicherheit oft Breitbandantibiotika eingesetzt, wodurch Resistenzen gefördert würden. Im Veterinärbereich sei man dagegen schon viel weiter, so der RLV. Der Verbrauch werde bereits seit drei Jahren mengen- und wirkstoffgenau erfasst. Der Antibiotikaeinsatz bei Tieren sei nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 2013 gegenüber 2011 bereits um 250 t eingeschränkt worden. Die verschärften Vorschriften zeigten bereits Wirkung. Nun müsse das Arzneimittelgesetz auch im Humanbereich nachgebessert werden. Nur mit gemeinsamen Anstrengungen könne das Ziel, die Wirksamkeit von Antibiotika für alle zu erhalten, erreicht werden. AgE