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Ziehen die deutschen Milcherzeuger jetzt die Notbremse?

Die seit Juni 2014 deutlich gestiegene Anzahl an Schlachtkühen kann eine erste Reaktion der deutschen Milcherzeuger auf die drohende Rekordüberlieferung sein. Im Gegensatz zu den Dänen und Niederländern, die ihre Vorjahreslinie jetzt unterschritten haben, steigt die deutsche Milchanlieferung weiter.

Die deutschen Milcherzeuger zeigen erste Reaktionen auf die drohende massive Quotenüberlieferung für 2014/15. Nach dem im Juni 2014 die Überlieferung in Höhe von 588.000 t und damit eine Überschreitung der Lieferrechte von 1,94 % bekannt wurde, waren die Zahlen der Schlachtkühe deutlich angestiegen. Im Juli wurden mit 107.354 Tieren 13,3 % mehr Kühe als im Vorjahresmonat geschlachtet. An interessanten Auszahlungspreisen für die Schlachttiere lag das nicht, denn die kg-Preise für die Handelsklasse O3 lagen im Juli bei 2,93 €. Das war weniger als in den beiden Vorjahren um die gleiche Zeit.

Nach dem Bekanntwerden der tatsächlichen Superabgabe von 12,69 Ct/kg überlieferter Milch im Juni 2014, ist die Anzahl der Schlachtkühe in Deutschland deutlich angestiegen.

Die Milchanlieferung hingegen zeigt sich bisher nur saisonal bedingt rückläufig. Es wurden 0,8 % weniger Milch erfasst als in der Vorwoche (36. Kalenderwoche). Der Vorsprung gegenüber der Vorjahreswoche hat sich dabei jedoch wieder leicht auf 2,6 % vergrößert.

Trotz des saisonalen Rückgangs der Milchanlieferung nimmt der Abstand zur Vorjahresline in Deutschland weiterhin leicht zu. Sie wird derzeit um 2,6 % überschritten.

Niederländische und dänische Milcherzeuger schlagen klar den Rückwärtstrend ein

In den Niederlanden und in Dänemark hingegen reagieren die Milcherzeuger dagegen ganz klar auf die drohenden hohen Quotenüberschreitungen und ergreifen weitere senkende Maßnahmen in der Produktion. Die Milchanlieferung beider Länder ging im August deutlich zurück.

In den Niederlanden war die Milchanlieferung im August 2014 erstmals seit Februar 2013 wieder unter die Vorjahreslinie gesunken. Mit 1,04 Mio. t wurde 0,6 % weniger Milch angeliefert als im August 2013. Im Quotenjahr 2013/14 hatten die niederländischen Milcherzeuger ihre Quoten bereits um knapp 4 % überliefert und in den ersten fünf Monaten des laufenden Milchwirtschaftsjahres wurden mit 5,31 Mio. t bereits 2,0 % mehr angeliefert als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis August 2014 war die Milchanlieferung dort bisher mit 8,44 Mio. t um 2,9 % höher als im gleichen Zeitraum in 2013.

In den Niederlanden reduzieren die Milcherzeuger ihre Produktion deutlich. Die Vorjahreslinie wurde im August 2014 erstmals seit Februar 2013 wieder unterschritten.

Die Dänen haben die Produktion ebenfalls gedrosselt: Anfang September ist das Milchaufkommen in Dänemark auf das Vorjahresniveau gesunken. Im Juli 2014 waren mit 447.200 t Milch noch 1,5 % mehr als im Vorjahresmonat angeliefert worden. Das hatte aber bereits eine Annäherung an die Vorjahreslinie bedeutet. In den ersten vier Monaten des aktuellen Milchwirtschaftsjahres betrug die dänische Milchanlieferung 1,78 Mio. t und war damit um 2,8 % umfangreicher als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis Juli 2014 wurden mit 3,04 Mio. t insgesamt 2,3 % mehr Milch als im gleichen Zeitraum 2013 geliefert.

Polen weiter auf Expansionskurs

Kein Abflachen des Produktionswachstums trotz der drohenden Superabgabe ist dagegen in Polen zu erkennen. Hier wurden im August 2014 genau 939.875 t angeliefert, das waren 8,7 % mehr als im August 2013. In den ersten fünf Monaten des Milchwirtschaftsjahres 2014 belief sich die Zunahme auf insgesamt 8,0 %! Von Januar bis August 2014 wurden mit 7,17 Mio. t Milch 7,8 % mehr angeliefert.

(ZMB)