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Zuchtwertschätzung

Warum halten Bullen ihre Zuchtwerte nicht? Digital Plus

Zuchtbullen werden anhand ihrer Gesamtzuchtwerte bewertet und rangiert. Doch die Nummer eins von heute bleibt häufig nicht lange an der Spitze, die genomischen Zuchtwerte bestätigen sich nicht immer. Darauf müssen wir uns auch in Zukunft einstellen.

Jeder Züchter möchte Bullen mit einem möglichst hohen Gesamtzuchtwert einsetzen, am liebsten die Topbullen an der Spitze. Ziel ist es, mit dem richtigen Bullen einen möglichst großen Zuchtfortschritt zu erreichen. Die Formeln für den Gesamtzuchtwert sind dabei in jedem Land anders und beruhen auf der aktuellen Population. Betrachtet man die Listen der Topbullen der letzten Jahre, finden sich kaum noch die gleichen Namen wieder. Die absolute Listenspitze hat sich in fast allen Ländern verändert. Das zeigt, wie stark sich die DNA-getesteten (genomischen) Zuchtwerte der Bullen nach der Töchtereinstufung, also nach einiger Zeit, verändern. Diese Veränderungen sind auf folgende Faktoren zurückzuführen: Die Formeln der Zuchtwerte, bzw. die Zusammensetzung des Gesamtzuchtwertes wird ständig angepasst. Hintergrund sind die Veränderung von Zuchtzielen (z.B. Nutzungsdauer wird wichtiger) und die Entwicklung neuer Merkmale (z.B. Gesundheitszuchtwerte). In fast allen Ländern werden regelmäßig Basisanpassungen durchgeführt. Die Basis

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Jeder Züchter möchte Bullen mit einem möglichst hohen Gesamtzuchtwert einsetzen, am liebsten die Topbullen an der Spitze. Ziel ist es, mit dem richtigen Bullen einen möglichst großen Zuchtfortschritt zu erreichen. Die Formeln für den Gesamtzuchtwert sind dabei in jedem Land anders und beruhen auf der aktuellen Population. Betrachtet man die Listen der Topbullen der letzten Jahre, finden sich kaum noch die gleichen Namen wieder. Die absolute Listenspitze hat sich in fast allen Ländern verändert. Das zeigt, wie stark sich die DNA-getesteten (genomischen) Zuchtwerte der Bullen nach der Töchtereinstufung, also nach einiger Zeit, verändern. Diese Veränderungen sind auf folgende Faktoren zurückzuführen: Die Formeln der Zuchtwerte, bzw. die Zusammensetzung des Gesamtzuchtwertes wird ständig angepasst. Hintergrund sind die Veränderung von Zuchtzielen (z.B. Nutzungsdauer wird wichtiger) und die Entwicklung neuer Merkmale (z.B. Gesundheitszuchtwerte). In fast allen Ländern werden regelmäßig Basisanpassungen durchgeführt. Die Basis (RZG 100) wird also an die aktuelle Population angeglichen. In den USA und Kanada gibt es diese Basisanpassungen nicht. Dort werden die Zuchtwerte (TPI bzw. LPI) mit jedem Jahr höher. Zwar wird die genomische Zuchtwertschätzung (DNA-Basis) immer genauer, aber die Sicherheit liegt "nur" bei 70%. Also besteht das Risiko, dass sich der Gesamtzuchtwert der Bullen verändert. 24% der Bullen halten sich an der Spitze Im Dezember 2014 waren insgesamt 46 Bullen verteilt in sechs Ländern (USA, Kanada, Italien, Frankreich, Niederlande, Deutschland) an der Listenspitze. Von diesen 46 Bullen schafften 10 Bullen und damit 24% den Sprung an die heutige Spitze (Dezember 2018). Das heißt, diese Bullen gehören auch töchtergeprüft und trotz aller Anpassungen der Zuchtwertschätzung immer noch zu den Topbullen. Diese 24% bestätigen die Schwierigkeit, Bullen über einen längeren Zeitraum miteinander zu vergleichen. Auch in Zukunft ist davon auszugehen, dass die Gesamtzuchtwerte ständig überarbeitet werden und sich nur wenige Bullen an der Spitze halten können. Die Höchsten werden nicht alle die höchsten bleiben, trotz der immer bedeutender werdenden genomischen Zuchtwertschätzung. Bei einer Sicherheit von 70% kann es immer zu Abweichungen kommen. Deutschland: Mandela bleibt stabil In der folgenden Tabelle sind die höchsten DNA-Bullen Deutschlands im Dezember 2014 (Listenspitze) im Vergleich zu den töchtergetesteten Bullen im Dezember 2018 (Listenspitze, ergänzt mit Bullen aus 2014, die jetzt nicht mehr zu den Topbullen gehören) anhand ihres Gesamtzuchtwertes (RZG) dargestellt. * Die gekennzeichneten Bullen sind erst Mitte 2014 geboren und waren damit im Dezember 2014 noch nicht erhältlich. ** Zwischenzeitliche Formelanpassungen wurden bei den aufgeführten Zuchtwerten nicht korrigiert (Verschiebungen bei +/-). Auch bei den deutschen Topbullen hat sich in vier Jahren viel verändert. Die vier Bullen Barcley, Basical, Baltikum und Bartoli waren in 2014 noch nicht erhältlich, dennoch gab es bereits zwei Jahre später töchterbasierte Zuchtwerte. Ihre Töchterzahlen sind aber noch gering, weshalb sich ihre Zuchtwerte durchaus noch verändern können. Mit einem RZG von 160 gehörte der Mogul-Sohn Mandela (RinderAllianz) 2014 klar zu den Topbullen. Mit einem Minus von 5 und einer gleichzeitig hohen Töchterzahl konnte er sich bis jetzt stabil unter den töchtergeprüften Topbullen halten. Quelle: Holstein International