EuroTier: Haltung und Fütterung

Vom Silo bis zum Futtertisch

Die Automatisierung schreitet weiter voran. Nicht nur das bereits etablierte automatische Fütterungssysteme optimiert wurden. Die Firma Wasserbauer bietet nun auch ein vollautonomes System an.

NanoConcept Lift (Silbermedaille): Dieses autonome Fütterungssystem entwickelt von Wasserbauer besteht aus einem autonom fahrenden Fütterungsroboter (Shuttle Eco) und dem Lift-Frässystem zur vollautomatischen Futterentnahme im Fahrsilo. Der Fütterungsroboter fährt frei und findet seine Route über Magnete im Boden. Er soll so in mehreren Ställen eingesetzt werden können und verschiedene Silos ansteuern.
Halle 12, D22
Rupiol Sunline (Silbermedaille): Bei Futtermitteln wird inzwischen die Verwendung von Palmöl bzw. daraus hergestellte Palmfettprodukte als kritisch angesehen. Das Ergänzungsfutter Rupiol Sunline von Gelamin nutzt anstatt Palmöl hochschmelzendes Sonnenblumenöl. Das Bypass-Spezialfuttermittel ist aus einem druckhydrothermisch behandeltem Rapsexpeller, der mit kaltgepresstem Rapsöl aufkonzentriert wird. Dieser wird wiederum mit Sonnenblumenfett ummantelt und damit vor dem Abbau im Pansen geschützt. Alle Komponenten sind GVO-frei.
Halle 20, Stand B29
Komfort-Sicherheits-Selbstfanggitter (Silbermedaille): Das Fanggitter der Firma Bräuer soll einen deutlich größeren Sicherheitsauslass aufweisen als herkömmliche Selbstfanggitter. Dies wird zum einen durch die Lagerung des Schwenkstabes, zum anderen durch die verschiebbare Halterung des Schwenkrohrs, erreicht. Daraus soll sich eine tiergerechte Öffnungsweite im unteren Bereich des Fressgitters von 36 cm ergeben. Hier sehen Sie ein Video!
Halle 17, D35a
Feed fence signalling (Silbermedaille): Mit diesem elektronischen Überwachungssystem wird der Schließmechanismus von Fressgittern (Spinder) überwacht. Wird der Arretierungshebel der Selbstfangfressgitters auf „Fixieren“ gestellt, registriert ein Sensor dies und übermittelt den Schaltzustand einem Server. Dieser überwacht die verstreichende Zeit und soll das Stallpersonal durch Zuschaltung einer Warnleuchte, eines akustischen Signals und per Kurznachricht auf das Smartphone alarmieren, falls das Fressgitter zu lange geschlossen ist.
Halle 12, B18
Multirob (Silbermedaille): Der autonom fahrende, weiterentwickelte Entmistungsschieber von Prinzing ist mit einer ausschwenkbaren, rotierenden Bürste zum Reinigen des hinteren Drittels von Hochliegeboxen ausgestattet. Am Multirob befindet sich außerdem ein sowie Austragsgerät für mehlförmige Einstreu.
Halle 12, D25
Autolift (Silbermedaille): Dieses Torsteuerungssystem (Spinder) für Melkstandbetriebe ist für den gelenkten Kuhverkehr konzipiert. Alle Tore auf den täglichen Treibewegen zum und vom Melkstand sind mit einem vernetzten Antriebsaggregat ausgestattet. Sensoren sollen den aktuellen Öffnungszustand der Tore erfassen. Über eine zugehörige App lässt sich der Öffnungszustände der Tore in Echtzeit überblicken, die Tore können dann angesteuert werden.
Halle 12, B18
Cow Cooling: Dieses Ventilationssystem wurde von DeLaval speziell für Melkroboterbetriebe entwickelt und besteht aus Sprinklern und Ventilatoren. Das System wird mit Aktivierungssensoren und über eine Steuereinheit aktiviert. Die Ventilation soll dann, laut Hersteller, dort aktiviert werden, wo der Milchkuhhalter die Kühe gerne haben möchte. Bespielsweise werden die Lüfter im Warteraum aktiviert, um die Kühe zum Melken zu locken".
Halle 13, Stand B29
Polsta: Das Tiefboxkissen der Firma Kraiburg besteht aus zwei Gummischichten mit einer Dicke von 10cm und wird vorne in die Box gelegt. Die Oberfläche hat ein Halbkugelprofil auf dem die Einstreu gut halten kann. Mit diesem Kissen soll Kuhlen im vorderen Bereich der Box vorgebeugt und EInstreu eingespart werden.
Halle 12, A50
agroCoating GreenLine: Diese Futtertischbeschichtung auf Basis von Polyurethan-Hybridharz der Firma Desical ist lösemittelfrei. Sie soll innerhalb eines Tages auf den zu sanierenden Futtertisch aufgetragen und bereits am Ende des Tages wieder genutzt werden können. Zudem soll dieser Harz bis zur Frostgrenze verarbeitbar sein.
Halle 11, Stand A17
Bewi-Fatrix LM 101: Das neue Ergänzungsfuttermittel von Bewital mit den Aminosäuren Methionin und Lysin soll durch seine Matrixverkapselung mittels Cryotechnologie gegen über dem vorzeitigen Abbau im Pansen geschützt sein. Damit soll erstmalig ein gleichzeitiger Schutz zweier Aminosäuren möglich sein.
Halle 22, A23
Vector: Die Firma Lely hat sich zum Ziel gesetzt die Langlebigkeit ihres automatischen Fütterungssystems weiter zu verbessern. So sind Mischbehälter und Schnecke nun vollständig aus Edelstahl und der Stoßfänger ist verzinkt. Zudem sollen, für eine einfachere Wartung, Antrieb und die elektrischen Bauteile leichter zugänglich sein. Der Mischbehälter wurde außerdem mit einem Magnet ausgestattet, um Metallteilchen aus dem Futter zu entfernen.
Halle 13, B42
OptiDuo: Der Futterschiebe-Roboter von DeLaval soll mit seiner Doppelspirale auf dem Walzenkörper ermöglichen, dass das Futter nicht nur rangeschoben, sondern auch frisch durchmischt wird.
Halle 13, D25
SelfLine System 1000+: Die Firma Siloking hat ihre Mischwagenlinie SelfLine System 1000+ um zwei Modelle erweitert. Dazu gehören jetzt ein 25 m³ und 27 m³-ZweischneckenMischer. Mit ihrem 3-Achs-Fahrwerk sollen sie auf maximale Zuladung bei Straßenfahrt ausgelegt sein.
Halle 27, F40

Das meint die Redaktion

Die automatische Fütterung ist den nächsten Entwicklungsschritt gegangen. Bereits seit einigen Jahren haben sich (halb-) automatische Fütterungssysteme auf den Betrieben etabliert. Beladen, Mischen und Verteilen werden automatisch erledigt. Nur das Nachfüllen der Futterbunkermuss noch per Hand" erledigt werden. Schon vor Jahren schien die Firma Schuitemaker hierfür eine autonome Lösung gefunden zu haben, die jedoch bis jetzt nicht auf den Praxisbetrieben ankam. Doch innerhalb der letzten Monate hat sich einiges getan. Nicht nur, dass das autonome Fütterungsystem Innovado von Schuitemaker inzwischen in Deutschland läuft, auch die Firma Wasserbauer hat jetzt ein autonomes System vorgestellt, dass aus einer Fräse im Silo und einem Mischwagen besteht, der selbstständig ins Silo fährt und dort das Futter einlädt. Die autonome Fütterung steht also vor der Praxiseinführung. Trotz all der Euphorie, die Kontrolle durch den Faktor Mensch darf auch hier nicht vergessen werden. Mehr denn je ist der Milchkuhhalter gefragt - wenn er nicht mehr selbst auf dem Mischwagen sitzt - sich sein Futter anzuschauen, warme, schimmelige Stellen zu entfernen. Die Technik kann den Menschen immer nur entlasten, nicht ersetzen!


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