Silieren

Silospeed – Eine Alternative zum Fahrsilo

Hohe Silagequalitäten, eine möglichst geringe Arbeitsbelastung und geringe Kosten sind bei der Siliertechnik oft nur schwer miteinander vereinbar. Besonders bei kleinen Betrieben oder bei solchen, die viele verschiedene Futtermittel einsetzen, kann dies oft nicht erreicht werden. Das System Silospeed könnte hier eine geeignete Alternative sein.

Die Gründe für die Suche nach Alternativen zum Fahrsilo können vielfältig sein. Ein Problem ist, einen ausreichenden Vorschub zu erreichen, um Nächerwärmungen und Schimmelbildung zu verhindern. Ein anderes Problem ist die mangelnde Lagerkapazität. Einige Betriebe benötigen für die Lagerung von zusätzlichen Futtermitteln kurzfristig und flexibel Lagerraum mit geringer Anschnittfläche.
Siloballen oder Folienschlauchsilos werden hier oft als Alternative genannt. Diese beiden Varianten haben jedoch seit ein paar Jahren Konkurrenz, durch den „Silotunnel“ bekommen, wie das neue Verfahren in Fachkreisen genannt wird. Der Erfinder und einzige Hersteller dieser Technik, Josef Altenbuchner aus Hochburg-Ach in Oberösterreich, nennt es „Silospeed“. Das Siliergut wird hier mittels Pressrotor und Metalltunnel verdichtet und lediglich in eine etwas stärkere Silofolie eingeschlagen. Derzeit gibt es drei verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Leistungen und Tunneldurchmessern (G3, G4, G5).

Eine gleichmäßige Befüllung ist wichtig

Der G4 mit 5,5 m² Anschnittfläche wurde an der Versuchsstation in Grub getestet. Dabei wurde der erste Schnitt einer Luzerne im dritten Nutzungsjahr einsiliert. Der Gräseranteil war im Bestand sehr hoch, deshalb konnte die Siliereigung der Luzerne als besonders gut eingestuft werden. Bei einem mittleren TM-Gehalt von 38,5% wurden 90,4 t Frischmasse einsiliert. Der Tunnel wurde nach einer Länge von 30,5 m verschlossen. Unter Berücksichtigung der beiden Keile konnte eine Verdichtung von 220 kg TM / m³ erreicht werden, für Luzernesilagen ein durchaus guter Wert.

(Bildquelle: Elite Magazin)

Während der Entnahme wurden Temperatur und Dichte in regelmäßigen Abständen vier mal gemessen. Dabei konnten mit dem Dichtemesser Werte von 150 kg TM / m³ bis 300 kg TM / m³ festgestellt werden. Im Mittel lagen die Messerergebnisse bei 223 kg TM / m³. Eine Ursache für die hohen Schwankungen könnte die auf Grund von versuchsbedingten Störungen erfolgte ungleichmäßige Befüllung sein. Nach Aussagen des Entwicklers ist aber eine gleichmäßige Befüllung wichtig für ein optimales Ergebnis. Obwohl die Öffnung des Silotunnels nach Westen ausgerichtet war und zwei Starkregenfälle in die Entnahmezeit fielen, konnten zu keiner Zeit Nacherwärumgen festgestellt werden. Auch ein Schimmelpilzwachstum war nicht festzustellen. Neben der Verdichtung wurde auch die Qualität der Silage überprüft. Dafür wurde eine Nährstoffanalyse und eine Untersuchung der Gärqualität durchgeführt, letztere konnte einen sehr guten Siliererfolg belegen ( 97 DLG-Punkte).

Maximalleistung kann nicht erreicht werden

(Bildquelle: Elite Magazin)

Die Leistungsgrenzen sind je nach Baureihe sehr unterschiedlich. Die in Grub getestete G4 wurde mit einer durchschnittlichen Anfuhrleistung von 32 t / h bzw. 66,5 t / h in der Spitze nicht voll ausgelastet. Die vom Hersteller angegebene Maximalleistung von 10 m³ / min ( 400 t / h) konnte aber mit den eingesetzten Kippern nicht erreicht werden. Die Entnahme aus dem Silo wurde von den Fütterungstechnikern in Grub als problemlos bezeichnet. Abgesehen von der Befüllung können alle Arbeiten von nur einer Person erledigt werden. Selbst das Entfernen der Silofolie war ohne erhöhten Aufwand möglich. Dennoch gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten:

  • Die Befüllung erfolgt nach vorne und nicht wie im Fahrsilo nach oben. Somit bilden sich keine waagrechten, sondern senkrechte Schichten. Außerdem entstehen durch den Pressrotor hoch verdichtete „Schrollen“. Dadurch neigt die Anschnittfläche stärker als beim Fahrsilo nach vorne zu kippen. Das kann die Entnahme erleichtern.
  • Auf Grund der Schrollenbildung und der waagrechten Schichten kann selbst bei einer Entnahme mit der Fräse keine glatte Anschnittfläche erreicht werden. Wird aber ein ausreichender Vorschub gewährleistet, stellt dies kein Problem dar. Nahezu alle Entnahmetechniken können dann gut eingesetzt werden.
  • Da das Futter nach der Entnahme zusammen geschoben werden muss, sollte eine ausreichend bemessene und befestigte Rangierfläche um den Anschnitt vorhanden sein.

  • Die Befüllung erfolgt nach vorne und nicht wie im Fahrsilo nach oben. Somit bilden sich keine waagrechten, sondern senkrechte Schichten. Außerdem entstehen durch den Pressrotor hoch verdichtete „Schrollen“. Dadurch neigt die Anschnittfläche stärker als beim Fahrsilo nach vorne zu kippen. Das kann die Entnahme erleichtern.
  • Auf Grund der Schrollenbildung und der waagrechten Schichten kann selbst bei einer Entnahme mit der Fräse keine glatte Anschnittfläche erreicht werden. Wird aber ein ausreichender Vorschub gewährleistet, stellt dies kein Problem dar. Nahezu alle Entnahmetechniken können dann gut eingesetzt werden.
  • Da das Futter nach der Entnahme zusammen geschoben werden muss, sollte eine ausreichend bemessene und befestigte Rangierfläche um den Anschnitt vorhanden sein.

Bei dem Versuch in Grub sind Kosten in Höhe von 680€, inklusive 100€ Personalkosten angefallen. Umgerechnet sind das 7,50€ je t Siliergut und je m³ Silovolumen 4,30€. Die verwendeten Vogelschutznetze, Schnüre und Kiessäcke, sowie die Entsorgungskosten wurden hierbei allerdings nicht berücksichtigt. Außerdem war in Grub ein wasserdurchlässiger Untergrund vorhanden, der ggf. berücksichtigt werden muss.


Quelle: Dr. Johannes Ostertag, Georg Rößl; LfL Grub (Bayerisches Wochenblatt)