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Silomais: Den TS-Gehalt zur Abreife kontrollieren

Die Maisbestände sind in 2019 sehr unterschiedlich entwickelt. Vielerorts ist die Ernte angelaufen bzw. sie müsste es, während wo anders grüne Bestände stehen. Behalten Sie den TS-Gehalt Ihrer Silomaisbestände im Blick, um den optimalen Erntezeitpunkt nutzen zu können.

Die Witterung der vergangenen Wochen hat die Abreife der Silomaisbestände kräftig angeschoben. Wichtig, um den optimalen Reifezustand zur Ernte zu erwischen, ist ein spätestens jetzt beginnender regelmäßiger Gang weit in die Bestände hinein – der Blick aus dem Autofenster auf die erste Pflanzenreihe reicht nicht! Eine sich rotfärbende Stängelbasis der Pflanzen ist zwar ein Zeichen der beginnenden Abreife, der optimale Erntezeitpunkt orientiert sich jedoch am Trockensubstanz(TS)-Gehalt der Gesamtpflanze. Hier gelten bei kolbenreichem Mais (oder Hochschnitt) 37 bis 38% TS in der Gesamtpflanze, bei einem ausgewogenen Kolben-Restpflanze-Verhältnis 33 bis 34% TS und bei einem restpflanzenbetonten Mais 31 bis 32% TS als anzustrebende Richtwerte. Besser als sich auf den rein visuellen Eindruck zu verlassen ist es daher, beim Kontrollieren der Bestände tatsächlich Hand an die Pflanzen anzulegen und den TS-Gehalt der Gesamtpflanze nach der praktischen Schätzmethode zu ermitteln.

Reifefortschritt einschätzen: Bei normal gemäßigter Witterung steigt der TS-Gehalt pro Woche durchschnittlich um 3%. Bei hohen Temperaturen und viel Sonneneinstrahlung reift der Mais schneller ab, hier kann basierend auf Mittelwerten mit einer Steigerung des TS-Gehaltes um 5% pro Woche gerechnet werden. Zu berücksichtigen ist auch der Einfluss der Wasserversorgung. In Beständen, wo die Wasserversorgung über den Sommer relativ gut gesichert war, kann mit einer harmonisch, elastischen Maisabreife gerechnet werden. Die Körnerreife wird hier der Restpflanzenabreife voraussichtlich vorauseilen. Hier könne abgewartet werden, bis die TS-Gehalte im Korn 58 bis 60% erzielen.

Anders sieht es da aus, wo die Bestände unter Trockenstress standen bzw. stehen. Sobald hier auch die Blätter oberhalb des Kolbens vertrocknen bzw. die Kolben bereits abgeknickt sind, sollte mit der Ernte begonnen werden. Auch bezüglich der Verdichtbarkeit des Häckselgutes, denn im vergangenen Jahr hatte die rasche und oft unterschätzte Abreife vielerorts zu Problemen in der Verdichtung im Silostock und damit zu Nacherwärmung und Futterverlusten geführt.

Den TS-Gehalt mit der Schätztabelle bestimmen

Als Hilfe für die Bestimmung des TS-Gehaltes der Maispflanzen im Feld eignet sich die TS-Schätztabelle (z.B. zum Download verfügbar von Pioneer). Für die Anwendung sind folgende Schritte wichtig:

  • Repräsentative Proben: Gehen Sie, über das Vorgewende hinaus, in den Bestand hinein. Wählen Sie dabei mehrere Stellen pro Fläche aus und beachten Sie dabei die bestandsprägenden Boden- und Lichtverhältnisse. Proben aus nur punktuellen Bestandszonen wie Waldrand, Sandstellen oder Erhebungen sind nicht aussagekräftig und daher zu vermeiden.
  • Schneiden Sie 5 Pflanzen der Reihe nach, möglichst bodennah (erster Knoten), ab.
  • Um den TS-Gehalt der Restpflanze zu bestimmen, wird die Pflanze 30 bis 40 cm über dem Schnitt ausgewrungen. Tritt dabei tropfend Pflanzensaft aus, ist mit einem TS-Gehalt von 18% zu rechnen; bildet sich wiederum Schaum, liegt er um die 24%. Tritt kein Saft mehr aus, liegt der TS-Gehalt der Restpflanze bei über 28%.

Die Pflanze auf 30 bis 40 cm Höhe von Stängelbasis aus auswringen, um den Saftaustritt für die Bestimmung des TS-Gehaltes der Restpflanze zu bewerten.

  • Trennen Sie danach die Kolben vom Rest der Pflanze ab.
  • Schätzen Sie das Gewichtsverhältnis zwischen Kolben und Restpflanze, um den Kolbenanteil zu bestimmen. Um Übung und ein "Gefühl" dafür zu bekommen, bietet sich für den Einsatz im Feld eine sensible Kofferwage (ab 10 g, ca. 8 €) an.

Die Gewichtsverhältnisse von Kolben zu Restpflanze schätzen, um später den TS-Gehalt der Gesamtpflanze ermitteln zu können. Eine Waage hilft!

  • Danach wird der TS-Gehalt des Korns bestimmt. Brechen Sie den Kolben dafür durch und pulen Körner ab. Drücken Sie das Korn mit dem Daumennagel ein. Spritzt noch Saft dabei aus, liegt der TS-Gehalt im Kolben unter 35%. Wird das Korn überwiegend fest, ist mit 50% TS zurechnen. 55% TS werden bei einem harten Korn erreicht, das nicht mehr eingedrückt werden kann. Ist bereits der schwarze Punkt an der Kornbasis vorhanden, sind 60% TS erreicht.

Brechen Sie den Kolben auf, um Körner für die TS-Gehalt Einschätzung abpulen zu können und um die Milchlinie (insb. bei Mais mit hohem Zahnmaisanteil) beurteilen zu können. Je weiter diese zum Kornansatz rückt, desto höher ist der TS-Gehalt und die Stärkeeinlagerung fortgeschritten.

Der berühmte schwarze Punkt an der Kornbasis kommt, wenn die Leiterbahnen kaputt sind – es findet keine Stärkeeinlagerung mehr statt.

  • Lesen Sie in der Tabelle ab, welche TS-Gehalte erreicht werden und wie hoch der Kolbenanteil im Verhältnis zur Restpflanze ist (< 40%, 50% oder 60%). Die Daten werden entsprechend kombiniert und in der Tabelle eingestuft.
  • Wenn sich dieser Wert in dem roten Kasten befindet kann geerntet werden.
  • Bei einem Hochschnitt sinkt der Anteil der Restpflanze, der TS-Gehalt in der Tabelle verschiebt sich nach rechts verschieben!

Quelle: Pioneer, AG FUKO