Schaden Gummimatten im Kuhstall der Gesundheit?

Ob Gummimatten im Liegebereich oder auf Laufflächen in Kuhställen sicher für Umwelt und Gesundheit sind, kann mit einem Test nachgewiesen werden. Es liegen erste Ergebnisse vor.

Bei der Herstellung von Gummimatten - im Rinderbereich verwendet für Liege- und Laufflächen - werden oft alte Reifen recycelt, granuliert und als ein Rohstoff eingemischt. In Gummi sind weichmachende Öle und Ruß enthalten, die sogenannte PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) enthalten. Diese sind in Ruß fest gebunden, in Weichmachern jedoch beweglich und leicht flüssig. Einige dieser PAKs können krebserregende, erbgutverändernde und/oder fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften haben. Deswegen dürfen in der EU seit 2010 Weichmacher mit dem niedrigsten PAK-Gehalt verwendet werden. Gummimatten-Hersteller Kraiburg verzichtet auf chemische Weichmachr und setzt pflanzliche Öle in Lebensmittelqualität als Weichmacher ein, diese enthalten nahezu keine PAKs. Ob diese bedenklichen PAKs aus den Gummimatten überhaupt ein Risiko für Tier und Mensch im Stall darstellen, kann nun vom Fraunhofer Institut untersucht werden.
Im Rahmen einer Presseveranstaltung beim Hersteller von Gummimatten KRAIBURG in Tittmoning stellte Ludwig Gruber (Fraunhofer Institut) den Test und die ersten Ergebnisse vor. Die Frage ist, ob diese gesundheitsschädigenden Stoffe von den Gummimatten ins Tier wandern können, wenn zum Beispiel eine Kuh mit dem Euter für längere Zeit auf einer Gummimatte liegt, erklärte er. Denkbar sei es, dass diese PAKs dann in die Milch und Blutbahn der Kuh gelangen.
Für den Test führen die Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts umfassende Migrations- und Materialanalysen von Stallmatten durch. Bei der Untersuchung wurde gemessen, wie viele PAKS bei 40°C nach zehn Tagen direktem Kontakt auf eine andere Fläche migrieren. Gleichzeitig wurden Milch, Blut und Futtermittel von Kühen auf das Vorkommen von PAK analysiert.

Keine Gefahr bei Gummimatten

Das Ergebnis: Bei den Versuchen im Stall fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen den in geringen Mengen im Blut und in der Milch der Tiere vorhandenen PAKs zu den verwendeten Stallmatten. Ein bestimmter Gehalt an PAK ist immer in der Umwelt enthalten, erklärte Ludwig Gruber, der an der Entwicklung des Tests beteiligt war. Aus den Liegematten kommen keine zusätzlichen Schadstoffe dazu." Selbst bei Matten, die bereits über zehn Jahre alt sind, sind noch beinahe alle Stoffe vorhanden wie in der ursprünglichen Gummimatte, erklärte Gruber. Jedoch sei der Gehalt an PAK in Gummimatten, die in der EU hergestellt werden, generell geringer als bei Gummimatten aus Asien. Bisher prüfen in Deutschland jedoch nur die Unternehmen Huber Technik und Kraiburg ihre Gummierzeugnisse auf Unbedenklichkeit und kennzeichnen ihre Produkte entsprechend.
Die DLG hat ein Qualitätssiegel entwickelt, das landwirtschaftlichen Produkten eine Unbedenklichkeit nachweist. Dafür testet das Fraunhofer Institut in Freising (IVV) die Produkte jährlich auf Unbedenklichkeit bezüglich dieser PAKs. Bei Unbedenklichkeit vergibt die DLG das Siegel kontinuierlich geprüft".
Den kompletten Testbericht zu den Gummimatten lesen Sie hier.


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