Rinderspezialberatung Schleswig-Holstein

Produktionskosten: Der trockene Sommer hinterlässt Spuren in der Bilanz

In Schleswig-Holstein schnellten die Produktionskosten im vergangenen Wirtschaftsjahr um knapp drei Cent in die Höhe. Zur Deckung der Vollkosten wäre ein Netto-Milchpreis von 35,86 Cent pro kg Milch erforderlich gewesen.

Für die Betriebszweigauswertung (BZA Milch) wurden insgesamt 870 spezialisierte Milchkuhbetriebe in Schleswig-Holstein von der Rinderspezialberatung ausgewertet. Das waren 61 Betriebe weniger als im Vorjahr, so Imke Junge (Beraterin Rinderhaltung und Ökonomie). Die wichtigsten Ergebnisse:
  • Im Mittel wurden 155 Kühe pro Betrieb gemolken, das waren fünf Kühe mehr als im Jahr 2017/2018.
  • Die Milchleistung erhöhte sich um durchschnittlich 252 kg auf 8.850 kg ECM pro Kuh.
  • Die aus dem Grundfutter gemolkene Milchmenge lag mit 3.204 kg ECM deutlich unter dem Niveau der Vorjahre, das ist auf die Trockenheit zurückzuführen.
  • Bei den optimierten Milchviehbetrieben (+25%) wurden von jedem Hektar Futterfläche (HF) 15.090 kg Milch gemolken". Die weniger optimierten Betriebe (-25%) erreichtn nur 9.740 kg/ha HF.
  • Zusammengerechnet sind die Produktionskosten im Jahresvergleich um knapp drei Cent auf 43,96 Cent pro kg ECM angestiegen, insbesondere da unter anderem vermehrt Futter zugekauft werden musste.

Einheit

2018/2019

2017/2018

Durchschnitt

+25%

-25%

Durchschnitt

Kuhzahl

Stück

155

205

114

150

Milchleistung

kg ECM/Kuh

8.850

9.465

8.071

8.598

Milch aus Grundfutter

kg ECM/Kuh

3.204

3.478

2.950

3.185

Futterfläche

ha/Kuh

0,72

0,65

0,84

0,67

Milch je ha Hauptfrucht

kg ECM

12.586

15.090

9.740

13.325

ha für 100 Kühe

ha

72

65

84

67

Kuhverluste

%

5,3

4,7

6,5

4,6

Eine hohe Milchleistung ist wirtschaftlich

Ein großer Unterschied zeigte sich bei der Vollkostenauswertung zwischen den besser wirtschaftenden (+25%) und den weniger erfolgreich wirtschaftenden Betrieben (-25%). das lässt sich beim kalkulatorischen Betriebszweigergebnis ablesen. Während bei den optimierten Betrieben 2,37 Cent/ kg ECM unter dem Strich stehen, findet sich bei den weniger optimierten Betrieben ein Minus von 12,3 Cent/ kg ECM. Erklären lässt sich das vorallem durch die Unterschiede bei der Milchleistung. So erreichten die gut gemanagten Herden eine Durchschnittsleistung von 9.465 kg/ Kuh während die Milchleistung der weniger guten Herden nur bei 8.071 kg/Kuh lag.
Auch auf der Kostenseite zeigte sich dieser Unterschied. Die Produktionskosten der optimierten Betriebe lagen bei 38,10 Cent/kg ECM, die der weniger optimierten Betrieben bei 51,53 Cent/kg ECM. Beraterin Imke Jung verdeutlichte, dass vor allem in den Kosten des Grundfutters noch viel Potenzial steckt, da zwischen den optimierten und weniger optimierten Betrieben eine Differenz von 6,5 Cent besteht!

Betriebszweigauswertung Milchproduktion

Einheit

2018/2019

+25%

-25%

Sa. Leistungen

Cent/kg ECM

39,74

40,47

39,23

Verkauf Milch

Cent/kg ECM

35,56

36,23

34,91

Produktionskosten

Cent/kg ECM

43,96

38,10

51,53

Futterkosten

Cent/kg ECM

24,70

21,80

28,21

Arbeitserledigungskosten

Cent/kg ECM

9,46

7,82

11,58

anteilige Agrarprämie

Cent/kg ECM

2,64

2,07

3,18

Kalk. Betriebszweigergebnis

Cent/kg ECM

-4,22

2,37

-12,30

35,9 Cent wären nötig gewesen

Zur Deckung der Vollkosten wäre ein Netto-Milchpreis von 35,86 Cent pro kg Milch (4,0 % Fett, 3,4% Eiweiß) erforderlich gewesen (Ø Produktionskosten von 43,96 Cent abzüglich der Nebenerlöse 3,8 Cent/kg und des Steueranteils von 10,7 %). Unternehmergewinne würden jedoch erst bei einem höheren Milchpreis entstehen.
Bleibt festzuhalten: Der trockene Sommer und die Dürre machten sich in der Wirtschaftlichkeit der Milchkuhbetriebe im Norden deutlich negativ bemerkbar, da Futter knapp war. Aber dennoch lassen sich in den meisten Milchkuhbetrieben die Produktionsabläufe noch nachhaltig verbessern und an manchen Stellen die Produktionskosten drücken.


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