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Nicht an falscher Stelle sparen!

Die Milchpreise sind wieder niedriger, die Margen enger. Der amerikanische Fütterungsexperte Mike Hutjens gibt Tipps, an welchen Stellen in der Milchviehfütterung besser nicht gespart werden sollte.

Die Ergebnisse der Abschlüsse zeigen es: Viele Milchkuhbetriebe schaffen es auch bei Milchpreisen über 30 Cent nicht, ihre Vollkosten zu decken. Das sich unter ähnlichen Bedingungen dennoch ein positives kalkulatorisches Betriebszweigergebnis erreichen lässt, belegte, unter anderem in der Auswertung niedersächsicher Milchkuhbetriebe, im vergangenen Wirtschaftsjahr wieder das obere Viertel (+ 25 %) der Betriebe. Notwenig ist es dafür konsequent alle Kostenpositionen zu optimieren, dabei aber nicht die Leistung der Kühe zu gefährden. Das geht auch aus den Tipps des US-amerikanischen Fütterungsberaters Mike Hutjens (Universität Illinois) hervor, die jüngst von Dairy Herd veröffentlicht wurden.

5 Dinge, die man NIEMALS tun sollte – auch nicht in Zeiten schlechter Milchpreise

  1. Mineralfutter aus den Rationen nehmen
  2. In der Jungrinderaufzucht "schummeln" - einsparen kann hier das notwendige Wachstum für ein niedriges Erstkalbealter ausbremsen (siehe auch unten)
  3. Den Besamungszeitpunkt herauszögern und damit das Kalbeintervall unnötig verlängern
  4. Kühe in der Trockenstehphase zu dünn oder zu dick werden lassen (z.B. durch Sparen in der Rationsgestaltung oder aufgrund eines hinausgezögerten Besamungszeitpunktes)
  5. "10 Cent sparen und einen Euro verlieren" – z.B. indem auf eine regelmäßige Klauenpflege verzichtet wird, günstige Bullen in der Besamung eingesetzt oder keine organischgebundenen Spurenelemente gefüttert werden.

Und eine Checkliste von DOs – Setzen Sie mindestens 5 davon um!

Mike Hutjens hat zudem einen Checkliste mit Management-Punkten erstellt, die man umsetzen sollte, um die Profitabilität der Milchproduktion zu optimieren. Seine Herausforderung an Sie: Setzen Sie wenigstens 5 davon bereits in Ihrem Betrieb um?

  • Füttern Sie Ihre Aufzuchtskälber intensiv mit Vollmilch oder Milchaustauscher (2 % des Geburtsgewichtes als Milchfeststoffe in Trockenmasse; also bei einem Geburtsgewicht von 45 kg sollten die Kälber mindestens 900 g, besser 1.000 g MAT pro Tag aufnehmen; dabei bedenken: nicht höher als 140 bis 160 g MAT/l Tränke konzentrieren, entspricht 140 bzw. 160 g MAT eingerührt in 860 bzw. 840 ml Wasser.
  • Färsen kalben im Alter von 23 bis 24 Monaten ab, dabei sollten in der Aufzuchtsphase durchschnittlich 800 g Tageszunahmen erreicht werden.
  • Es wird eine Trockensteherration mit wenig Energie und viel Stroh gefüttert ("goldilocks diet").
  • Futterzusatzstoffe werden nur mit einem strategischen Konzept dazu eingesetzt
  • Es gibt eine gesonderte Gruppe für frischlaktierende Kühe (für 10 bis 21 Tage p.p.)
  • Für Risikokühe (ab der 2. Kalbung) werden zur Milchfieberprophylaxe Calcium-Boli verabreicht.
  • Es werden Mineralfutter mit organisch gebundenen Spurenelementen gefüttert (Zink, Kupfer, Selen).
  • Auch in den Ställen für Trockensteher und Transitkühe sind Maßnahmen gegen Hitzestress installiert (Ventilatoren, Vernebelungsanlagen).
Quelle: dairyherd.com; progressivedairy.com

Bearbeitet und ergänzt von: K. Berkemeier