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Neuseeland: Wachstum der Milcherzeugung ausgebremst

Während sich der Umfang der Milchproduktion in den vergangenen 20 Jahren in Neuseeland mehr als verdoppelt hat, sehen Marktexperten nun, dass schärfere Umweltauflagen und begrenzte Ressourcen das Wachstum der Milcherzeugung einschränken.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Milcherzeugung in Neuseeland mehr als verdoppelt, doch nun soll vorerst Schluss sein mit den hohen Wachstumsraten. Davon geht zumindest die Rabobank in Neuseeland in einer längerfristigen Markteinschätzung aus. Als Ursachen werden verschärfte Umweltauflagen und begrenzte Ressourcen genannt.

So gebe es in den Milchproduktionsgebieten nun verschärfte Vorschriften zum Nährstoffeintrag oder der Wasser-Reinhaltequalität. Die anziehenden Landpreise würden zudem die Expansion oder Neueinrichtung von Milchviehbetrieben unattraktiver machen.

Eine Rolle spiele zudem, dass Fonterra als größte Molkerei des Landes die Verfütterung von preiswerten Palmkuchenherzen auf eine Tagesration von 3 kg je Kuh beschränkt habe und dies ab Juni 2018 auch systematisch kontrollieren werde. Dies dürfte vor allem auf der Nordinsel zu höheren Futterkosten führen, so die Rabobank.

Jährliches Wachstum in den nächsten 5 Jahren "nur noch" bei 1,6 %

Nach Angaben der Banker lag in den vergangenen zwei Dekaden der jährliche Zuwachs der neuseeländischen Milchproduktion im Schnitt bei 4,1 %. In den Milchwirtschaftsjahren 2015/16 und 2016/17 war die Erzeugung jedoch um 1,6 % bzw. 1,0 % rückläufig, wofür die niedrigen Erzeugerpreise und zuletzt auch ungünstige Weideverhältnisse verantwortlich waren.

Mittlerweile habe sich jedoch der Produktzyklus gedreht und die wieder gestiegenen Preise lassen in der laufenden Saison 2017/18 ein Milchplus zwischen 2 % und 3 % erwarten, so die Analysten. Für den folgenden Fünfjahreszeitraum rechnen sie jedoch nur noch mit einem jährlichen Zuwachs der Milcherzeugung um durchschnittlich 1,6 %.

Potential für Zuwächse der Milcherzeugung sehen die Bankexperten jedoch in der Produktivität, die auch in den kommenden Jahren steigen soll. Die Molkereien müssten sich bei ihren Planungen auf das geringere Milchmengenwachstum einstellen, um Überkapazitäten im Bau oder in Vorbereitung neuer Milchverarbeitungswerke zu vermeiden. Die Milcherzeuger können der Bank zufolge dagegen mit einem größeren Wettbewerb um ihren Rohstoff rechnen.

Quelle: AgE 

Für Interessierte: Einen aktuellen (englischsprachigen) Beitrag zum Thema, in dem es darum geht, die Wasserqualität in Neuseeland zu verbessern ohne den Landwirtschaftssektor zu sehr einzuschränken, finden Sie unter folgendem Link: https://www.nzgeo.com/stories/troubled-waters/

Bearbeitet: Berkemeier