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Milchkontrolljahr 2017/18

Neuer Leistungsanstieg in der Milchkontrolle

Die Milchleistung der MLP-Kühe in Deutschland ist im abgeschlossenen Milchkontrolljahr 2017/18 um 302 kg angestiegen. Erstmals gaben in allen Bundesländern die Kühe mehr als 8.000 kg Milch pro Kuh und Jahr.

Im abgeschlossenen Milchprüfjahr 2017/2018 ist die durchschnittliche Milchleistung um 302 kg auf 8.843 kg Milch pro Kuh und Jahr gestiegen. Erstmals wurde die Schwelle von 8.000 kg von allen Bundesländern überschritten und das unabhängig von der bevorzugten Milchkuhrasse und den Produktionsvoraussetzungen in den einzelnen Regionen. Im Vorjahr, dem Milchprüfjahr 2016/17, war die Milchleistung noch um 58 kg auf 8.541 kg pro Kuh und Jahr gesunken.

Die Steigerung in dem, am 30. September 2018 abgeschlossenen Milchkontrolljahr, dürfte laut dem Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e.V. (DLQ) unter anderem auf die guten Futterqualitäten im vergangenen Winter (2017/18) zurück zu führen sein. Der Extremsommer habe der Meinung des DLQ nach die Milchleistung nicht negativ beeinträchtigt. Die Milchfettgehalte und Zellzahlen hingegen schon.

Das Dürrejahr wird sich in vielen Regionen aufgrund der knappen Grundfuttervorräte vermutlich erst im gerade begonnenen Prüfjahr 2018/19 deutlich bemerkbar machen. Einen ersten Hinweis darauf sieht der DLQ in dem Rückgang der Kuhzahl um 64.643 Kühe zum Stichtag 30.09.2018.

In Bezug auf die Dürre und Sommerhitze ist anzumerken, dass viele der an der Milchleistungsprüfung (MLP) teilnehmenden Milchkuhbetriebe ihren Pausemonat oft in den Sommer legen und dass ein deutlicher Rückgang der Milchmenge erst ab August/September bzw. Oktober verzeichnet wurde. Nach Angaben einiger Fütterungsberater insbesondere erst dann, als die neuen Maissilagen aus 2018 angefüttert wurden.

Der Osten bleibt spitze!

Die höchsten Milchleistungen wurden auch in 2017/18 in den östlichen Bundesländern gemessen. Platz 1 im Leistungs-Ranking belegt Sachsen-Anhalt mit 9.832 kg Milch (+ 301 kg), gefolgt von Sachsen mit 9.794 kg (+ 243 kg)und Thüringen mit 9.747 kg Milch (+ 238 kg). In den fünf ostdeutschen Bundesländern werden im Durchschnitt mittlerweile 9.753 kg pro Kuh und Jahr gemolken.

In den alten Bundesländern blieb die durchschnittliche Milchleistung in der MLP mit 8.637 kg rund 1.116 kg hinter dem Leistungsniveau der Ost-Betriebe zurück. Nur im Nordwesten, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wurde mit rund 9.300 kg Milch die 9.000er-Marke überschritten.

Allerdings holt der Westen in punkto Milchleistung langsam aber sicher auf. So erhöhte sich die Milchleistung in Süddeutschland um rund 330 kg pro Kuh. Das führte dazu, dass erstmals auch im Süden flächendeckend mehr als 8.000 kg gemolken wurde.

Weniger Fettprozente und höhere Zellzahlgehalte

Der im Vergleich zum Vorjahr leichte Rückgang im Milchfettgehalt auf durchschnittlich 4,04 % pro kg Milch könne auf strukturärmere Futterrationen und die heißen Sommertage zurück zu führen sein. Aufgrund der gestiegenen Milchmenge seien die Fett- und Eiweißmengen etwas höher als in 2017 ausgefallen: Jede Kuh hat durchschnittlich 8 kg mehr Fett und 10 kg mehr Eiweiß produziert.

Erstmal konnten alle Bundesländer eine durchschnittliche MLP-Leistung von 8.000 kg Milch pro Kuh und Jahr überschreiten.

Die heißen Umgebungstemperaturen seien mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ursache für den Zellzahlanstieg auf durchschnittlich 241.000 Zellen/ml Milch sowie insbesondere dem höheren Anteil Milchproben mit über 400.000 Zellen/ml Milch.

Die erhöhten Zellzahlgehalte führt das DLQ auf die überdurchschnittlichen Umgebungstemperaturen im vergangenen Sommer zurück.

4,1 % weniger MLP-Betriebe

Wie bereits in den letzten Jahren hat sich auch im Milchprüfjahr 2017/18 der Strukturwandel fortgesetzt. Er führte zu einem starken Rückgang um 4,1 % der Milchkuhbetriebe. Die meisten Betriebe gaben ihre Milchkuhhaltung in Mecklenburg-Vorpommern auf, mit - 6,1 %.

Der Strukturwandel setzt sich auch im abgeschlossenen Milchprüfjahr 2017/18 fort.

Quelle: DLQ, eigene Recherche