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18. Internationale Silage-Konferenz in Bonn

Mais: Shredlage muss nicht wärmer werden Digital Plus

Viele Milchkuhbetriebe ernten ihren Mais lang geschnitten, mit stark aufgebrochenen Körnern (Shredlage). Die Verdichtung wird dadurch zur Herausforderung. Wissenschaftler haben überprüft, wie Landwirte am besten damit umgehen sollten.

Kurz gehäckselte Maissilage lässt sich ordentlich verdichten und ermöglicht gute Silierergebnisse. Die kleinen Partikel passieren den Pansen jedoch mit auch mit höherer Geschwindigkeit, was den Pansen-pH stark absenken kann. Shredlage punktet durch die Zerfasserung mit einer größeren Oberfläche, sodass die Pansenbakterien „ordentlich zu beißen“ haben. Die langen Fasern erschweren jedoch die Verdichtung. Was macht das mit dem Silierprozess? Tschechische Wissenschaftler (Jancik et al.) haben Partikellänge, Zusammensetzung und Verdaulichkeit von Shredlage (theoretische Häcksellänge: 25 mm) und regulärer Maissilage (theoretische Häcksellänge: 10 mm) verglichen. Der Mais silierte in Versuchssilos (1m3), sechs Romanov-Schafe dienten als Testobjekt. Ergebnis: Die chemische Zusammensetzung war bei beiden Silagen vergleichbar; lediglich Trockenmasse und Rohprotein-Gehalt unterschieden sich zwischen konventioneller Maissilage und Shredlage. Das Silierergebnis variierte nicht zwischen den beiden Erntevarianten. Shredlage wies eine höhere Trockenmasse-, NDF- und Stärke-Verdaulichkeit auf als Maissilage. Diese führen die Wissenschaftler auf den stärkere Zerfaserung der Shredlage und den besseren Kornaufschluss zurück. Shredlage hatte ein geringeres Volumengewicht (geringere Verdichtung), was den Fermentationsprozess im Versuchssilo aber nicht beeinflusste. Dass das Ganze auch in der Praxis funktioniert, bewiesen die Versuchsanstalten Haus Riswick und Achselschwang. Dort wurde in zwei aufeinanderfolgenden Jahren Mais entweder als Shredlage oder als konventionelle Maissilage (theoretische Häcksellänge: 7 mm) in zwei nebeneinander liegenden K

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Kurz gehäckselte Maissilage lässt sich ordentlich verdichten und ermöglicht gute Silierergebnisse. Die kleinen Partikel passieren den Pansen jedoch mit auch mit höherer Geschwindigkeit, was den Pansen-pH stark absenken kann. Shredlage punktet durch die Zerfasserung mit einer größeren Oberfläche, sodass die Pansenbakterien „ordentlich zu beißen“ haben. Die langen Fasern erschweren jedoch die Verdichtung. Was macht das mit dem Silierprozess? Tschechische Wissenschaftler (Jancik et al.) haben Partikellänge, Zusammensetzung und Verdaulichkeit von Shredlage (theoretische Häcksellänge: 25 mm) und regulärer Maissilage (theoretische Häcksellänge: 10 mm) verglichen. Der Mais silierte in Versuchssilos (1m3), sechs Romanov-Schafe dienten als Testobjekt. Ergebnis: Die chemische Zusammensetzung war bei beiden Silagen vergleichbar; lediglich Trockenmasse und Rohprotein-Gehalt unterschieden sich zwischen konventioneller Maissilage und Shredlage. Das Silierergebnis variierte nicht zwischen den beiden Erntevarianten. Shredlage wies eine höhere Trockenmasse-, NDF- und Stärke-Verdaulichkeit auf als Maissilage. Diese führen die Wissenschaftler auf den stärkere Zerfaserung der Shredlage und den besseren Kornaufschluss zurück. Shredlage hatte ein geringeres Volumengewicht (geringere Verdichtung), was den Fermentationsprozess im Versuchssilo aber nicht beeinflusste. Dass das Ganze auch in der Praxis funktioniert, bewiesen die Versuchsanstalten Haus Riswick und Achselschwang. Dort wurde in zwei aufeinanderfolgenden Jahren Mais entweder als Shredlage oder als konventionelle Maissilage (theoretische Häcksellänge: 7 mm) in zwei nebeneinander liegenden Kammern einsiliert. Das Spaltmaß im Häcksler betrug immer 1 mm. In beiden Jahren wurden zwei Walzfahrzeuge mit jeweiligen Gewichten von ca. 14,4t benutzt. Unabhängig von der Ernteweise wiesen alle Silagen vergleichbare Silierergebnisse auf! Die Verdichtung ähnelte sich am Boden und in den mittleren Schichten der Silohaufen, Shredlage war in den oberen Schichten jedoch weniger stark verdichtet. Im zweiten Jahr wurde darum die Walzkapazitäten bei Shredlage erhöht und leichtere Walztrecker ersetzt. Bei beiden Silos und Standorten konnte ein Vorschub von 1,5 m/Woche realisiert werden, sodass sich die Temperatur an der Anschnittfläche während der Versuchsperiode nicht unterschied. Genügend Vorschub schätzten die Wissenschaftler (Hünting et al.) aber als besonders wichtig ein, um die höhere Gefahr der Nacherwärmung durch geringere Verdichtung im Griff zu behalten! Siliermittel spielen ebenfalls eine Rolle, um Nacherwärmung zu verhindern. Möglicherweise muss die Dosierung in Zukunft für Langschnitt-Mais jedoch angepasst werden. Das ist das Ergebnis einer Forschungsarbeit von Anette Jilg (LAZBW Aulendorf). Sie häckselte Mais mit Häcksellängen von 8 bzw. 22 mm, die Drehzahldifferenz zwischen den Walzen im John-Deere-Häcksler betrug 50%, das Spaltmaß 1 mm. Sie versetzte die Proben mit biologischen (1x homo- und heterofermentative Milchsäurebakterien/MSB, 2x heterofermentative MSB) bzw. chemischen Siliermitteln (alle DLG-geprüft) und silierte sie in Versuchssilos jeweils für 2, 31, 49 und 90 Tagen ein. Sobald die Temperatur der Silage nach dem Öffnen um drei Grad im Vergleich zur Raumtemperatur anstieg, galt die Probe als aerob instabil. Ergebnis: Die unterschiedlichen Schnittlängen haben zu Unterschieden in der Silierung geführt. Der längere Schnitt resultierte in langsamerer Fermentation, niedrigeren Proteingehalten und höheren Trockenmasse-Verlusten. Die biologischen Siliermittel tendierten dazu, vor allem die Stabilität der Kurzschnitt-Maissilage zu verbessern. Jilg schlussfolgert daraus, dass die Dosierung von Siliermitteln für Langschnitt-Mais künftig evtl. angepasst werden müsse. Wer weiß, dass die Silierdauer kurz ausfällt, sollte in jedem Fall Siliermittel einsetzen. Reichen die Futtervorräte nicht aus, wird frisch gehäckselter Mais häufig bereits nach wenigen Wochen angebrochen. Doch nur wenige Tage oder Wochen einsilierter Mais ist deutlich anfälliger gegenüber Nacherwärmung als Mais, der wenigstens sieben Wochen silieren konnte. In Versuchssilos haben deutsche Wissenschaftler (Hünting et al.) frische Maissilage mit verschiedenen Siliermitteln behandelt (Milchsäurebakterien oder Kaliumsorbat) und anschließend für zwei bzw. sieben Wochen verschlossen. Die nur kurz silierte Maissilage wies eine schlechtere aerobe Stabilität auf als die länger durchsilierte Probe. Obwohl heterofermentative Milchsäurebakterien eigentlich keine Wirkung auf die aerobe Stabiltät kurz silierter Silage haben, verlängerten sie in diesem Versuch die Stabilität um drei Tage. Die Behandlung mit Kaliumsorbat zeigte sogar noch bessere Ergebnisse. Eine weitere interessante Studie zum Thema Mais: Sofern Maisstroh rasch nach dem Häckseln eingefahren und ohne viel Erdanhang gesammelt wird, lässt es sich einsilieren, um es in einer Biogasanlage als Substrat einzusetzen. Der hohe Aschegehalt und viele unerwünschte Mikroorganismen in frischem Maisstroh bergen ein hohes Risiko für Fehlgärungen und Nacherwärmung nach dem Öffnen, daher dies unter Einsatz eines Siliermittels erfolgen. Die Biogas- und Methanerträge waren besser als erwartet und lagen nur 5 bis 10% niedriger im Vergleich zu qualitativ hochwertiger Silage (650 bis 680 l Biogas/kg Trockenmasse). Um das herauszufinden, hatten Wissenschaftler (Winkelmann et al.) Maisstroh in Versuchssilos siliert und nach 90 Tagen vergoren. Quelle: 18. Internationale Silagekonferenz, Bonn