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Rinder-Union West eG

Lose Auktionsvermarktung von Färsen

Am Auktionsstandort in Krefeld können abgekalbte Färsen jetzt auch freilaufend präsentiert werden. Dieser neue Vermarktungsweg soll sowohl Tier als auch Landwirt entgegenkommen. Auch generell zeigen die Färsenpreise derzeit eine positive Tendenz.

Seit Mitte letzten Jahres bietet die Rinder-Union West eG (RUW) eine neue Vermarktungsmöglichkeit bei der monatlichen Auktion in Krefeld an. Wurden die abgekalbten Färsen bisher immer am Halfter im Ring präsentiert, dürfen sie sich nun ganz frei bewegen.

Der Hintergrund dazu: Die Anzahl der über Auktionen vermarkteten Rinder geht stetig zurück. Ein Grund ist der große Zeitaufwand, die Tiere gesund, sauber und führig dort präsentieren zu können. In den wachsenden und teilweise automatisierten Milchkuhbetrieben sind nur sehr wenige Tiere das Führen am Halfter gewohnt. Umso mehr Zeit wird benötigt, abgekalbte Färsen im Alter von rund zwei Jahren daran zu gewöhnen. Dennoch erzielen gerade die qualitativ hochwertigen Färsen auf den Auktionen häufig höhere Preise als bei reiner "Ab Hof Vermarktung".

Neuer Ablauf bewährt sich

Mit der losen Vermarktung abgekalbter Färsen wird den Beschickern jetzt kontinuierlich die Möglichkeit geboten, auch ohne vorherigen Zeitaufwand gute Verkaufspreise zu erzielen. Und die Zahlen zeigen, dass sich das Prinzip bewährt. Auf der Zuchtviehauktion am 17. April standen mehr als 80% der Verkaufstiere in der Abteilung "Freilaufend".

Das stellte große Anforderungen an die Logistik im Auktionsablauf und das RUW-Team. Die Auktion verlief dennoch ruhig und erfolgreich. Das Angebot loser Färsen wurde sowohl von Beschickern als auch von Käufern gut angenommen. Für die Zukunft erhofft sich die RUW, die Auftriebszahlen weiter erhöhen oder mindestens stabilisieren zu können und Tier und Besitzer insgesamt weniger Stress zuzumuten.

Färsenvermarktung aktuell: Niederlande sorgt für gute Preise

Derzeit zeigen die Verkaufspreise für abgekalbte Färsen eine positive Tendenz. Der Durchschnittspreis der Mai-Auktion am Standort in Krefeld (RUW) pendelte sich beispielsweise auf 1.878 Euro ein und lag damit 208 Euro über dem Vormonat. Besonders die internationale Kundschaft aus Italien und den Niederlanden hat zum zügigen Marktverlauf beigetragen.

Im gesamten Nordwesten Deutschlands sind niederländische Käufer derzeit sehr aktiv. Die verstärkte Nachfrage ist unter anderem auf die Phosphatquote und die damit verbundene beschränkte Tierzahl je Fläche in den Niederlanden zurückzuführen. In den letzten Monaten haben viele Betriebe deshalb den Jungtierbestand drastisch abgestockt. Damit steigt die Nachfrage nach Jungkühen für die Remontierung. Die niederländischen Käufer achten besonders auf die Qualität der Färsen und bezahlen dafür auch entsprechend hohe Preise.

Quelle: Dr. Werner Ziegler, RUW