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"Kühe verstehen statt Hormone verabreichen!"

Doron Bar ist Tierarzt, Computer-Freak und leitender Wissenschaftler bei der israelischen Hightech-Schmiede SCR. Dort hat er Aktivitätssensoren und das Brunsterkennungssystem Heatime mitentwickelt. Das Erfolgsgeheimnis ist sein Kuhverstand.

„Am besten ist es immer, die Kuh zu lesen und verstehen zu wollen, was sie will und was sie benötigt. So kann man Kühen viel besser helfen, anstatt ihnen ein Allheilmittel zu verabreichen, das nur das Symptom löst. Das funktioniert nämlich nicht“, sagt Doron Bar (61), wenn man ihn nach einem Tipp für Milchkuhhalter fragt. Bei der Brunsterkennung plädiert er dafür, das natürliche Brunstverhalten der Kuh zu erkennen und zu verstehen, anstatt sie mit Hormonen zu manipulieren.

Auf der Elite Herdenmanagement-Konferenz 2019 berichtete Doron Bar über die Erfolgsstrategien der israelischen Milcherzeuger. Die Voraussetzung für die guten Milchleistungen in Israel seien eine gute Gesundheit und Fruchtbarkeit, die sich -trotz der weit verbreiteten Meinung - nicht gegenseitig ausschließen. So zeigen die zwölf leistungsstärksten Milchkuhbetriebe in Israel eine durchschnittliche Milchleistung von über 14.000 kg Milch und gleichzeitig überdurchschnittliche Erstbesamungserfolge (Ø 34 %), weiß er.

Wer jedoch glaubt, er sei ein Freund von Hormonprogrammen, um hervorragende Fruchtbarkeitsleistungen zu erreichen, liegt falsch. Für den israelischen Tierarzt und Wissenschaftler machen diese Programme in der Praxis kaum Sinn: "In der Praxis ist eine präzise Einhaltung der Behandlungsprotokolle so kaum möglich." Eine strikte Kontrolle der Kühe (Puerperalkontrolle, BCS, etc.) über die gesamte Laktation und Trockenstehzeit hinweg sowie eine ausgefeilte Brunstkontrolle (z.B. mit Aktivitätsmessung) seien effektiver, um die Fruchtbarkeit hoch zu halten. "Lieber mal auf die Kuh warten, nicht so viel Stress machen, in der Regel kommt das Tier von selbst", erklärt er. Was für ihn die großen Herausforderungen in der Brunsterkennung sind und warum sich hohe Milchleistungen und eine gute Fruchtbarkeit nicht ausschließen, erklärt Doron Bar im Video-Interview auf Elite Impulse (für Elite Abonnenten kostenfrei).

Herdenmanager, Tierarzt und Wissenschaftler in einer Person

Kühe beobachtet Doron Bar schon seit seiner Jugend. Mit 15 Jahren trat er in einen Kibbuz ein und arbeitete sich dort bis zum Herdenmanager hoch. Allerdings geriet er im Kuhstall immer wieder mit dem Tierarzt in Konflikt, weil er nicht immer mit dessen Methoden einverstanden war. Der erklärte ihm daraufhin: „Wenn du so schlau bist, dann mach es doch besser!“ Da stand Dorons Entschluss fest: Er wollte Tierarzt werden. So studierte er in der Schweiz Tiermedizin und hängte später noch einen Doktortitel an der rennomierten Cornell-Universität in den USA dran. Mittlerweile ist er leitender Wissenschaftler bei der israelischen High-Tech-Schmiede SCR. Dort entwickelte er z.B. Milchmengenmesser für die Anlagen von DeLaval oder die ersten Halsbänder von Lely, die mit Aktivitätsmessern ausgestattet waren. In den letzten Jahren hat er an der neuen Generation der Brunsterkennungsgeräte mitgearbeitet, SenseTime.


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