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Klimawandel: Kängerus statt Kühe

Kuhabgase, die durch "Rülpsen" in die Atmosphäre abgegeben werden, haben weltweit einen signifikanten Einfluss auf den Klimawandel. Aus diesem Grund schlagen immer mehr Klimaexperten ungewöhnliche (absurde) Maßnahmen vor.

Neben Kohlekraftwerk-Betreibern und Fahrer von Sportwagen, die schon länger als Klimasünder gebranntmarkt sind, dürfen sich zu dieser illustren Gruppe seit kurzem ja auch die Milcherzeuger zählen, da ihre rülpsenden und furzenden Kühe ja angeblich beträchtlich zum Ausstoß von Klimagasen beitragen. Klimaschutzexperten des WWF haben unlängst vorgerechnet, dass die Abgase einer einzigen Milchkuh in etwa so klimaschädlich sind wie die eines Kleinwagens, der 18.000 Kilometer im Jahr gefahren werde. Die Umweltschützer forderten deshalb auch eine Abgassteuer auf „Kuh Emissionen“.

Um den Schadstoffausstoß zu beziffern bzw. um den Emissionshandel monetarisieren zu können, werden immer neue Maßeinheiten eingeführt. Sie heißen beispielsweise „Carbon Cedits“ oder Kohlenstoff-Fußabdruck (CO2 Footprint). Stark vereinfacht lässt sich mit Hilfe dieser „Währungen“ die Klimabilanz kalkulieren. Das führt dazu, dass alles und jedes miteinander verglichen wird. So z.B. auch Bier und Milch: In der CO2-Bilanz ist Bier doppelt so klimafreundlich wie Milch, errechnet der CO2-Rechner Eaternity. Ein Liter Bier erzeugt demnach 456 g CO2, ein Liter Milch 935 g.

Kängeru- statt Rindersteaks

Interessant ist auch der australische Vorstoß, Kühe künftig durch Kängerus zu ersetzen. Kängurus verdauen anders. Sie furzen und rülpsen nicht wie Rinder – und sie erzeugen praktisch kaum Methan (Methan wirkt 21-mal so stark auf die Atmosphäre wie CO2; Nutztiere sind für 15 % der weltweiten Methanemissionen verantwortlich). Kängurus vermehren sich zudem so schnell, dass in Teilen Australiens bereits eine Kängeruplage herrscht. Und: Ihr Fleisch schmeckt gut. Deshalb hat der Australien Wildlife Service jetzt vorgeschlagen, von Rinder- auf Kängerusteaks umzusteigen. Bis 2020 sollten die 7 Mio. Rinder (und 36. Mio. Schafe) in Australien auf 3 Mio. Tiere reduziert, dafür die Zahl der Kängerus von 30 auf 175 Mio. Tiere aufgestockt werden. Da Rinder und Schafe für rund 11% der Treibhausgase Australiens verantwortlich gemacht werden, könnte das Land unter dem Strich seine Emissionen um 3 % senken.

„Zurück zum Sonntagsbraten“

Ein Vorstoß, der bei vielen Umweltschutz- und Bioverbänden auf harsche Kritik stoßen dürfte. So hat kürzlich erst Bioland-Geschäftsführer Thomas Dosch in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung gefordert, aus Klimaschutzgründen weniger Fleisch zu essen: „Wir essen mehr Fleisch, als aus gesundheitlichen Gründen gut wäre. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, 50 % weniger Fleisch zu essen. Fleisch ist ein Luxus, der auch mit Raubbau verbunden sein kann. Daher plädiere ich auch für ein "Zurück zum Sonntagsbraten".