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Jahresdurchschnittspreis 2019 voraussichtlich bei 33,5 Cent

Der Milchindustrie Verband erwartet einen Jahresdurchschnittspreis in 2019 von etwa 33,5 Cent pro Kilogramm Milch. Und im Ausblick heißt es weiter: eher stabile Seitwärtsbewegung am Markt mit der Tendenz steigender Preise.

Bei der gestrigen (24.10.2019) Pressekonferenz in Berlin gab der Milchindustrie-Verband (MIV) seine Prognose für den Jahresdurchschnittspreis in 2019 ab. Der durchschnittliche Milchpreis wird bei etwa 33,5 Cent/kg Rohmilch liegen (4% Fett und 3,4% Eiweiß). Jedoch gebe es regional starke Unterschiede im mittleren 12-Monats-Preis. In 2018 lag der Jahresdurchschnittspreis für konventionell erzeugte Kuhmilch bei 34,86 Cent/kg Milch. Aus der aktuellen Prognose wird somit erkenntlich, dass die Erwartungen und Ausblicke vom Jahresbeginn sich nicht bewahrheiten konnten: Hier war eine Stabilisierung der Milchpreise in 2019 und ein möglicher Jahresdurchschnittspreis von 35 Cent erwartet worden.

Die Marktsituation für Milch und Milchprodukte zur Preisentwicklung in 2019 beschreibt der MIV als "weniger volatil als in den Vorjahren". Die schwächere Marktsituation im 1. Halbjahr 2019 habe zeitverzögert zu niedrigeren Auszahlungsleistungen der deutschen Molkereien an ihre Milcherzeuger geführt. Der saison-typische Anstieg der Milchpreise ab Juni/Juli fiel damit aus. Und bisher - Stand September-Auszahlung - sind die Preise weiterhin kaum gestiegen bzw. bei einigen Molkereien unverändert auf dem Niveau von Juli bzw. August. Und das, obwohl die Marktsituation schon seit Spätsommer als durchaus zufriedenstellend beschrieben wird. Gleichzeitig liegt die Milchanlieferung nach den Sommermonaten jetzt weiter unter dem Vorjahreszeitraum. Das niedrigere Anlieferungsniveau sei witterungsbedingt, erklärte der MIV und ergänzte, dass 2018 bereits ein sehr trockenes Jahr war. Anders als im Vorjahr sind 2019 allerdings einzelne Regionen innerhalb Deutschlands deutlich stärker von der Trockenheit betroffen, so dass es hier Futterengpässe bzw. geringe Futterreserven für die Wintermonate bis 2020 gibt. Das lässt eher eine schwache Entwicklung des Milchaufkommens erwarten.

Tendenziell steigende Preise - aber wann denn endlich?

Ausblicken lässt der MIV für die kommenden Monate "eine eher stabile Seitwärtsbewegung am Markt mit der Tendenz steigender Preise". Konkreter wurde es nicht. Unklar bleibe bezüglich der Entwicklung am Markt, welche Konsequenzen die verschiedenen politischen europäischen und globalen Themen, u.a. der Brexit, nach sich ziehen werden. Der Verband versuchte den damit zusätzlich anstehenden Herausforderungen für Milcherzeuger und Verarbeiter etwas an Bedrohlichkeit zu nehmen. Er erklärte, dass die Vergangenheit gezeigt habe, "dass die Molkereien und Milcherzeuger in Deutschland in der Lage sind, erfolgreich auch schwierigste Situationen zu meistern und für die Verbraucher in der Region, in Deutschland oder auch global geschmackvolle und gesunde Lebensmittel zu erzeugen."

Diese Leistungsfähigkeit ist toll, doch das hilft vielen Milcherzeugern gerade kaum. Die wirtschaftliche Situation ist in vielen Milch produzierenden Betrieben angespannt. Stark bedingt dadurch, dass sich in den letzten zwei Jahren aufgrund gesetzlicher Veränderungen hohe Investitionen (u.a. Siloanlagen) sowie stetig erhöhte Produktionskosten (u.a. durch DüngeVO) für viele Milcherzeuger ergaben. Diese ließen sich nicht oder nur bedingt durch eine investitionsbedingte Leistungssteigerung oder ein Einsparungspotential ausgleichen. Zusätzlich belastet eine Vielzahl der Betriebe die witterungsbedingten Grundfutterengpässe wirtschaftlich (durch Zukauf; zusätzlichen Anbau von Ackerfutter; erhöhten Pflegeaufwand in Grünland durch Nachsaaten und teure "Pflegeschnitte", etwa im Fall des dritten Aufwuchs/Schnitts 2019; teils schlechtere Qualitäten). Diese erhöhten Kosten lassen sich nicht durch Leistungssteigerung oder Einsparungspotential ausgleichen.

Das dabei die Ungeduld bei den Milcherzeugerbetrieben groß ist, wann es denn endlich zu den ewig vorhergesagten "tendenziellen" Preissteigerungen aufgrund der "guten Situation" am Milchmarkt (Magermilchpulver, Käse und auch wieder bei Butter; siehe auch im Elite Artikel "Ein großes Fragezeichen") kommt, müsste sehr nachvollziehbar sein!