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Irland: 200.000 kg Quote als Antrittsprämie

Irlands Agrarminister will rund 13,5. Mio kg Quote bei der Vergabe der zusätzlich in diesem Jahr zu verteilenden Milchquote (54 Mio kg.) an Neueinsteiger vergeben.

Trotz der Wirtschaftskrise hofft Irlands Agrarminister Brendan Smith auf Neueinsteiger in der Milchproduktion auf der "Grünen Insel". Er will bei der Vergabe der zusätzlich i diesem Jahr zu verteilenden Milchquote (54 Mio. kg) Junglandwirte ein Stück weit bevorzugen. Pro Antrag sollen 200.000 kg Quote zugeteilt werden (die 13,5 Mio. kg entsprechen ca. ¼ der im November 2008 im Rahmen des Health Check beschlossenen 5 %igen Quotenerhöhung). Hinzu kommt die veränderte Berechnung des Fettkorrekturfaktors, die laut Angaben des Dubliner Landwirtschaftsministeriums de facto zu einer weiteren Quotenerhöhung von rund 2 % führt.

Die irische Milchbranche macht derzeit, wie das übrige Europa auch, eine Preiskrise durch. So reduzierte der Milchverarbeiter Glanbia, eine der größten Molkereigenossenschaften im Land, für März seinen Milchpreis auf nur noch 20 Cent/kg. Laut Berechnungen des irischen Bauernverbandes (IFA) benötigen hingegen selbst die besten Erzeuger rund 27 Cent/kg, um ihre Kosten zu decken. Die Folge: Zunehmend mehr Farmer stellen die Milchproduktion ein.  Der auf Ebene der Milchgenossenschaften regional durchgeführte Quotenhandel war in Irland beim letzten Börsentermin denn auch wenig erfolgreich. Laut Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Dublin wechselten von den angebotenen gut 44 Mio. kg Quote nur 21,4 Mio. kg den Besitzer. Davon wurden 10,4 Mio. kg über Vorzugsrechte zum Preis von maximal 10 Cent/l vergeben, unter anderem an Junglandwirte.

Die Krise in der Milchwirtschaft spielt sich in Irland vor dem Hintergrund erheblicher Sparmaßnahmen der Regierung ab, die wegen wegbrechender Steuereinnahmen das ausufernde Staatsdefizit einzudämmen versucht. Betroffen davon sind davon unter anderem auch die Milcherzeuger. So soll z.B. das Subventionsprogramm zur Tierkörperbeseitigung komplett eingestellt werden.  Noch vor rund drei Jahren hat die Regierung ein mehr als 100. Mio Euro schweres Investitionsprogramm für die Milchwirtschaft aufgelegt; die Tierhalter wurden mit großzügigen Zuschüssen bei Investitionen zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie unterstützt. Künftig werden sich die Landwirte wieder verstärkt auf die EU-Agrarzahlungen und weniger auf nationale Programme verlassen müssen.