Horizontalmischer macht Probleme

Die TMR präzise, wiederkäuergerecht und unbedenklich erstellen - die Anforderungen an die Fütterungstechnik sind klar beschrieben. Dr. Olaf Steinhöfel von der LfULG Sachsen hat verschiedene Futtermischwagen auf diese drei Kriterien getestet und seine Ergebnisse beim 31. Tag des Milchviehalters in Bernburg vorgestellt.

In der sächsischen Studie wurden alle Futtermischwagen auf Präzision, Tiergerechtheit und Unbedenklichkeit untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass man die Maschinen nicht über einen Kamm scheren kann.

Präzision: Mischgenauigkeit nicht zufriedenstellend

Als Indikator für die Mischgenauigkeit diente Vitamin A, das als Zusatzstoff nur durch Zumischen in die Futtermittelration gelangen kann. Im Test lag die Wiederfindungsrate des Vitamins zwischen 60 und 160 %. Eine bestimmte Konzentration an Mikronährstoffen genau zu mischen ist demnach schwierig und oft zufällig. Sowohl Horizontal-/ Vertikal- als auch Freifallmischer wiesen Mischprobleme auf. Dabei hatte der Horizontalmischer aber am meisten Probleme. Die Hälfte aller Mischer konnte die Mischtoleranz nicht einhalten.

Wiederkäuergerechtheit: Fräse oder Blockschneider?

(Bildquelle: Elite Magazin)

Der Anteil der Partikel 8 mm (g/kg TM) soll unter 40 % liegen, jedoch zeigt der Test deutlich, dass die meisten Fräsen sich außerhalb des Normbereichs befinden.
Eine gute Fräsleistung geht oft zu Lasten der Futterstruktur. Hier kann eine Strukturwalze oder abgestumpfte Messer in Zukunft Besserung verschaffen. Ein stark vermusendes Mischsystem zerschlägt auch Ackerbohnen und Erbsen. Diese lassen sich dann in der Futterration kaum wiederfinden.
Nach dem Abschnitt mit einer Fräse sieht das Silo sauberer aus, jedoch erwärmt es sich in kürzester Zeit sehr stark. Der Blockschneider lässt das Silo nachher „zerrupft“ aussehen, was aber keine Auswirkungen auf die Qualität des Futters hat und es erwärmt sich nicht so sehr.

Unbedenklichkeit: Karosserie erhöht Eisenwerte

Restfutteransammlungen über 3 %, Kontaminationen mit Fremdstoffen, Schmutz und somit Futterqualitätsverlust sollen vermieden und die aerobe Stabilität aufrechterhalten werden. So kann sichergestellt werden, dass das Futter unbedenklich für die Tiere ist. Die so genannte „Verkaufslackierung“ (zu Schönheitszwecken) der Fräsen löst sich bei Benutzung sehr leicht und schnell ab und wandert in den Futterkreislauf. Das Eisen, das sich unter der Lackierung befindet, gelangt in das Futtermittel und sorgt so für stark erhöhte Eisenwerte (teilweise +50 %).
Fazit: Welcher Futtermischer der Beste ist, konnte und wollte Dr. Steinhöfel nicht verraten. Seine Empfehlung lautet: Wer vor einer Kaufentscheidung steht, sollte sich genau bei den einzelnen Herstellern erkundigen und sich mit Berufskollegen über Erfahrungen austauschen. 


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