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Gute Wasserversorung im Oberboden, früher Vegetationsbeginn

Die Niederschläge über den Winter waren reichlich. Der Oberboden ist mit Wasser versorgt, eine gute Voraussetzung für das frühe Pflanzenwachstum im Futterbau, das im Februar eingesetzt ist. Den Unterboden hat das Wasser nicht überall erreicht.

Der Dürremonitor des UFZ Helmholtz Zentrum für Umweltforschung liefert täglich flächendeckende Informationen zum Bodenfeuchtezustand in Deutschland. Demnach hat sich durch die überwiegend reichlichen Niederschläge im Winterhalbjahr (überwiegend Regen) die Situation im Oberboden (25 cm) entspannt. Die nutzbare Feldkapazität (nFK) liegt hier im Bundesgebiet nahezu flächendeckend über 100%. Als Grenze für beginnenden Trockenstress gelten < 30% nFK. Das stellt, im Gegensatz zum Frühjahr 2019, zumindest mittelfristig gute Voraussetzungen für den ersten Aufwuchs im Grünland sowie für die Bestände im Ackerbau.

Die moderaten Temperaturen haben das Wachstum im Grünland über das Winterhalbjahr in den Niederungen kaum gestoppt. Der Vegetationsbeginn im Grünland wurde bereits Ende Februar erreicht. Intensiv geführt Bestände auf günstigen Standorten dürften in diesem Jahr so voraussichtlich früh die Reife zur Schnittnutzung erreichen. Hinsichtlich der teils bestehenden Grundfutterknappheit ist dies sehr zu begrüßen!

Missgönnt ist eine frühe Schnittnutzung allerdings vielen Betrieben in Niedersachen, die durch die Mäuseplage mit einer großen Herausforderung konfrontiert sind. Die Lage hat sich wenig entspannt. Mehr dazu unten im Text oder direkt über den folgenden Link: "Niedersachsen: Ausnahmesituation im Grünland bewältigen".

Im Unterboden sieht die Lage dagegen nach wie vor kritisch aus, zumindest auf 50% der Fläche in Deutschland. In der Nordosthälfte des Landes stuft das UFZ auf seiner Datengrundlage vom Deutschen Wetterdienst den Gesamtboden bis 1,8 m Tiefe auch Mitte März noch als ungewöhnlich trocken bis teilweise hin zur außergewöhnlichen Dürre ein.

Die Bodenfeuchte-Karten des UFZ Dürremonitors, Stand: 21. März 2020

Im Oberboden hat sich die Bodenwassersituation erholen können, im Gesamtboden hingegen nur in der westlichen Hälfte der Bundesrepublik.

Hinweis: Auf der Internetseite des UFZ finden Sie auch detaillierte Dürrekarten für die einzelnen Bundesländer. Über den folgenden Link gelangen Sie direkt dort hin: UFZ Dürremonitor Deutschland .

Niedersachsen: Ausnahmesituation im Grünland bewältigen

Die von der Mäuseplage im Grünland betroffenen Milcherzeugerbetriebe in Norddeutschland stehen dagegen ungeachtet der allgemein günstigen Bedingungen vor einem schweren Jahr. Besonders im nördlichen und nordwestlichen Niedersachsen ist in großen Bereichen eine Sanierung der Flächen aufgrund der massiven Schäden in den Grasnarben unausweichlich. Große Flächenanteile wurden so stark geschädigt, dass eine Narbenerneuerung unausweichlich ist.

Zusätzlich zu den großen Befallszahlen durch Feldmäuse wurden durch den Pflanzenschutzdienst der LWK Niedersachsen bereits im Herbst 2019 hohe Befallsraten mit Tipulalarven über der Schadschwelle festgestellt. Diese werden, hauptsächlich im Moorgrünland, ebenfalls zu größeren Schäden führen.

Detailliert Informationen hierzu, u.a. zu den Bedingungen für den oft notwendigen Umbruch, hat die LWK Niedersachsen aufbereitet. Diese finden Sie unter dem folgenden Link: "Grünland pflegen oder sanieren?".

Auch in NRW werden Schäden im Grünland gemeldet. Hier das Ergebnis einer freiwilligen (nicht repräsentativ) Umfrage zur Situation der Dauergrünlandbestände im Februar 2020: "19% Verluste durch Wildschweine und Mäuse".

Quellen: UFZ, LWK Niedersachsen