Gülle voll im Grünland nutzen

Gülle ist und bleibt das wichtigste und wertvollste Düngemittel für Futterbau- und Grünlandbetriebe. Richtig appliziert schafft der Gülle-Stickstoff Leistungen wie KAS.

Rindergülle ist im Grünland so leistungsstark wie Kalkammonsalpeter (KAS) – wenn die Bedingungen bei der Ausbringung passen. Umso näher die Gülle an den aufnahmefähigen Boden bzw. in den Boden gebracht wird, desto besser. Je dünner sie ist, desto schnell zieht sie ein. Und dann sind die Verluste des wertvollen NH4-Stickstoffs über Ammoniakausgasung am geringsten, der Bestand kann den Stickstoff voll aufnehmen. Das gilt besonders, wenn die Bedingungen eben nicht passend sind, nämlich wenn es nach dem Grasschnitt mal 3 Wochen nicht mehr regnet.
Dr. Clara Berendonk (LWK NRW) und Dr. Richard Neff (LLH Hessen) stellten im Rahmen des diesjährigen DLG-Grünlandtages, der gestern (05.Juni 2014) auf dem Lehr- und Versuchsgut Haus Riswick in Kleve am Niederrhein stattgefunden hat, Versuchsergebnisse zur effizienten Nutzung von Gülle vor.

Einfluss der Gülleverteiltechnik (Dr. C. Berendonk)

In einem dreijährigen Versuch zum Einfluss der Gülleverteiltechnik auf die N-Ausnutzung konnte festgestellt werden, dass bodennah ausgebrachte Gülle (200 kg N/ha und Jahr) dicht an die Wirkung von KAS herankommen. Vor allem die Schleppschuhtechnik überzeugt: Sie bringt die Gülle direkt an den Boden, das Blattmaterial wird im Vergleich zur Breitverteilung oder Schleppschlauchtechnik kaum verschmutzt.
Klarer Verlierer in der effizienten Ausnutzung ist der Breitverteiler – wenn nicht absolut passendes Güllewetter ist! Im Zuge der Novelle der Düngeverordnung ist eine bodennahe Ausbringung in Streifen voraussichtlich erst ab dem 1.1.2025 im Grünland verpflichtend – hinsichtlich einer effektiven Ausnutzung des Gülle-N und damit der Möglichkeit zur Einsparung von N aus Mineraldünger ist sie schon ab sofort ratsam.
 
Bei einer direkten Gülleinjektion bzw. Schlitztechnik in den Boden können zwar die N-Verluste über Ausgasung am besten verhindert werden, allerdings sind bezüglich dem Schutz der Grasnarbe einige Dinge zu beachten. Es sollte nicht zu tief geschlitzt werden, denn die Wurzeln der Pflanzen werden schließlich mit angeschnitten – die Grasnarbe wird so stark mechanisch belastet und dadurch wird eine vermehrte Nachsaat nötig. Dr. Richard Neff konnte in diesem Zusammenhang auch eine stärkere Ansiedlungen von Beikräutern wie Löwenzahn oder stumpfblättrigem Ampfer beobachten. Die Beikräuter können sich besonders leicht ansiedeln, wenn nach der Gülleausbringung mit zu tief gesetzten Schlitzen längere Trockenheit herrscht: Die feinen Schlitze brechen zu Rissen auf – Platz und Licht für fliegende Samen oder bei der nächsten Nässe aufkeimende Unkrautsamen.

Vergleich Stickstoff aus Rohgülle und separierter Gülle (Dr. C. Berendonk)

Der N-Gehalt von Rohgülle und der aus separierter Gülle ist vergleichbar, der NH4-N Anteil in kg/m3 Gülle ist allerdings bei der separierten Gülle höher: 1,70 zu 1,82. Der zweite Vorteil der dünnen separierten Gülle ist, dass sie sich wesentlich besser ausbringen lässt, es gibt keine langen Fasern mehr, die sich auf die Narbe legen. Wer also Gülle separiert und die Feststoffe nutzt (z.B. als Einstreu) hat auch in der N-Düngung Vorteile. Wegen dem hohen NH4-N ist hier allerdings die Gefahr der Verluste durch Ammoniakausgasung besonders hoch – daher nur bodennah ausbringen!
 
Tipps zur effizienten Nutzung des Gülle-N auf dem Grünland

  • Möglichst bei geeigneter Witterung (kühl, feucht, leichte Niederschläge). Ein mäßig feuchter Boden nimmt Gülle am besten auf, idealerweise regnet sie ein. Kühle Temperaturen reduzieren vor allem die N-Verluste über Ammoniak-Ausgasung.
  • Bodennahe Ausbringung mit Schleppschuh oder flacher Schlitztechnik senkt N-Verluste.
  • Verdünnte Gülle (bei 7,5 % TM 1:1 verdünnen) oder separierte Gülle zieht am schnellsten in den Boden ein und senkt so Verlust über Ammoniak.
  • Gülleapplikation zum ersten Aufwuchs am besten zum Vegetationsbeginn (Temperatursumme = 200 °C). Die Nährstoffe können sofort aufgenommen werden - beste N-Wirkung; geringes Risiko von Grundwasserbelastung.
  • Nur bei guter Befahrbarkeit: Bodenverdichtungen in den ersten 10 cm führen schon zu deutlichen Bestandsveränderungen, davon profitieren Gemeine Rispe und Quecke, die Qualität des Futters sinkt erheblich.
  • Die N-Nachlieferung im Folgejahr muss in der Düngeplanung berücksichtigt werden.

  • Möglichst bei geeigneter Witterung (kühl, feucht, leichte Niederschläge). Ein mäßig feuchter Boden nimmt Gülle am besten auf, idealerweise regnet sie ein. Kühle Temperaturen reduzieren vor allem die N-Verluste über Ammoniak-Ausgasung.
  • Bodennahe Ausbringung mit Schleppschuh oder flacher Schlitztechnik senkt N-Verluste.
  • Verdünnte Gülle (bei 7,5 % TM 1:1 verdünnen) oder separierte Gülle zieht am schnellsten in den Boden ein und senkt so Verlust über Ammoniak.
  • Gülleapplikation zum ersten Aufwuchs am besten zum Vegetationsbeginn (Temperatursumme = 200 °C). Die Nährstoffe können sofort aufgenommen werden - beste N-Wirkung; geringes Risiko von Grundwasserbelastung.
  • Nur bei guter Befahrbarkeit: Bodenverdichtungen in den ersten 10 cm führen schon zu deutlichen Bestandsveränderungen, davon profitieren Gemeine Rispe und Quecke, die Qualität des Futters sinkt erheblich.
  • Die N-Nachlieferung im Folgejahr muss in der Düngeplanung berücksichtigt werden.


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