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Grassilage 2011: Fast schon Kraftfutterqualität

Die ersten Analysen attestieren der Grassilage der Ernte 2011 eine sehr gute Qulität. Hohe Zuckergehalte sorgen für eine hohe Energiedichte von rund 6,5 MJ NEL. Mit 41,9 % liegen die Trockenmassegehalte deutlich über den Vorjahren, hier spiegelt sich das trockene Frühjahr wieder.

Die Frühsommertrockenheit hinterlässt ihre Spuren. Mit knapp 42 % Trockenmassegehalt (TM) liegen die Silagen leicht über dem Empfehlungsbereich von 30 bis 40% TM, meldet der Agrarinformationsdienst der Landwirtschaftskammer NRW.

Die Rohaschegehalte (XA) sind mit 99 g/kg TM als niedrig einzustufen. Auch die Rohfaserwerte (XF) sind mit 227 g/kg TM im optimalen Bereich für hochwertige Silagen (siehe Übersicht 1). Die geringen Fasergehalte lassen auf einen im Mittel frühen (rechtzeitigen) Schnittzeitpunkt des 1. Aufwuchses schließen. Dies gilt auch für die Silagen vom Ackergras sowie für die Folgeaufwüchse.

Insbesondere die Silagen des ersten Schnittes sind durch hohe bis sehr hohe Zuckergehalte gekennzeichnet. Auch hier kommt die intensive Sonneneinstrahlung während der Ernteperiode zum Ausdruck. Die Proteinwerte bewegen sich auf dem Niveau der Vorjahre. Die Energiegehalte sind mit 6,45 MJ NEL/kg TM für die Grünlandsilagen bzw. 6,60 MJ NEL/kg TM für die Ackergrassilagen als hoch zu betrachten. Die Silagen erreichen schon fast den Nährstoffgehalt von Kraftfutter.

Die Silagen bieten damit die Chance, viel Milch aus dem Grobfutter zu erzeugen. Vor allem bei Verfütterung größerer Silagemengen oder aber in Verbindung mit größeren Maissmengen und Kraftfutter, sollte auf einen ausreichenden Strukturgehalt der Ration geachtet werden, sonst besteht die Gefahr von Pansenfunktionsstörungen (Übersäuerung). Zwischen den einzelnen Silagen bestehen bei allen Nährstoffen erhebliche Unterschiede, so dass für die Rationsberechnung auf betriebsindividuelle Analysen nicht verzichtet werden kann.

Erste Ergebnisse der LUFA Nord-West

Auch in Niedersachsen liegen inzwischen mehr als 1.600 Untersuchungsergebnisse vor. Der TM-Gehalt des ersten Schnittes liegt um ca. 4 % und der NEL-Gehalt um 0,1 MJ/kg TM höher als im letzten Jahr, der Rohproteingehalt hat sich nicht verändert. Der niedrige Rohfasergehalt lässt einen frühen Schnittzeitpunkt erkennen. Der 2. Schnitt weist ähnliche Werte wie im Vorjahr auf, allerdings ist die Probenzahl noch gering.

Quelle: Dr. Martin Pries (LWK NRW), LWK Niedersachsen