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Elite-Herdenmanager

Fütterung managen

Der aktuelle Elite Herdenmanagerkurs ist erneut mit 22 Teilnehmern zum ersten Praxismodul gestartet. Im Fokus lag dabei die Fütterung und das entsprechende Fütterungscontrolling: An den Silos, am Futtertisch und vor allem an der Kuh!

Die Teilnehmer des Elite-Herdenmanagerkurses 2019/2020 haben sich zum ersten Modul "Fütterung" in der letzten Novemberwoche in NRW getroffen. 22 motivierte Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz nahmen an den Vorträgen und praktischen Workshops teil. So drehte sich alles um Fütterung, Fütterungscontrolling, Stoffwechsel, Frischabkalber und Silomanagement.

Arndt Grottendieck von der Tierarztpraxis Bramsche hielt einen Vortrag zum optimierten Fütterungsmanagement. Er rät, die Trockenmasse der Ration regelmäßig zu bestimmen. Hier können ein Dörrobstautomat oder eine Heißluftfritteuse helfen. Ziel der Fütterung sollte die maximale Futteraufnahme der Milchkuh sein. Ein weiterer Tipp von ihm ist, regelmäßig ein Stallbuch zu führen, in dem außergewöhnliche Sachen, wie z.B. die Klauenpflege oder Maishäckseln, eingetragen werden. Verändert sich anschließend beispielsweise die Futteraufnahme der Tiere oder gibt es mehr Mastitiden, können die Ursachen nachvollzogen werden. Außerdem wies er auf das Füttern eines hochwertigen 20/4 Kraftfutters mit langsam verdaulichen Komponenten hin, das eine konstante Rezeptur hat. Die Teilnehmer des Herdenmanagerkurses errechneten mit ihren eigenen Betriebsdaten das "Income over feedcost" aus. Dort gab es beachtliche Unterschiede, gerade zwischen den Ländern.

Michael Helmers ist Rinderspezialberater bei der Firma Schaumann. Er erklärte den Herdenmanagern das Silomanagement. Der Praxisbetrieb verfüttert eine Sandwich-Silage, an dieser übten die Teilnehmer, wie Verdichtung und Nacherwärmung kontrolliert werden können. Zudem haben alle zusammen über Erntezeitpunkt, Häcksellänge, Anwelkgrad und vieles mehr disktutiert.

Martin Grabow, ebenfalls Spezialberater Rind, zeigte anschaulich auf dem Futtertisch, wie die gefütterte Ration überprüft werden kann. Mit der Schüttelbox analysierte er die Partikellänge und die Genauigkeit des Mischwagens. Wichtig ist, die Kühe beim Fressen zu beobachten. Fressen sie die TMR von oben nach unten oder wühlen sie darin herum und selektieren das Futter? Kleben die kleinen Kraftfutterpartikel an den Faserpartikeln? Dazu nahmen die Herdenmanager einen Teil der Futtermischung in die Hand. Auch ein Blick auf die Maiskörner ist interessant: Sind alle gecrackt? Das Kotwaschen lieferte hier interessante Ergebnisse.

Hilmar Zarwel, Herdenmanager des Versuchsgutes Iden, erfasst den Body Condition Score (BCS) seiner Herde monatlich. Auch er ist Referent beim Elite Herdenmanager-Kurs. Von großer Bedeutung ist der Verlauf innerhalb der Laktation. Wie schnell eine Kuh ihr Körpergewicht nach der Kalbung verliert, liefert Aussagen darüber, wie gut sie gefressen hat. Wichtig ist die BCS-Beurteilung auch zum Ende der Laktation, denn dann und während des Trockenstehens dürfen die Kühe nicht verfetten. Die Beurteilung der gesamten Trockenstehergruppe kann helfen, die Ration einzuschätzen und gegebenfalls anzupassen. Eine fortlaufende Konditionsbewertung benötigt eine genaue Dokumentation der Zahlen, um den Verlauf zu kontrollieren und die Fütterung entsprechend anzupassen. Das Bonitieren des BCS übten die Teilnehmer zusammen mit Hilmar Zarwel an den Kühen des Praxisbetriebs.

Die Tierärztin Dr. Marion Weerda zeigte, wie eine Kuh untersucht wird: Angefangen vom Fieber messen über das richtige Abhören bis zum Wiederkauschläge zählen. Die Teilnehmer wendeten Ketose-Tests an, die es als Streifen für Urin oder Blut gibt. Ein kleines Messgerät testet das Blut der Kuh digital auf ß-Hydroxybuttersäure (BHB). Dafür wird ein Tropfen Blut (Schwanzvene oder Ohr) der Kuh auf den Teststreifen gegeben. Anschließend liefert das Gerät sehr schnell ein Ergebnis: Bei einem gesunden Stoffwechsel sollte der Wert < 1,2 mmol/l liegen. Dr. Andreas Steinbeck (Boehringer Ingelheim) sprach mit den Herdenmanagern über die Stoffwechselkrankheit Hypocalcämie, wie sie entsteht und was man dagegen tun kann. Jeder konnte üben, wie man der Kuh einen Bolus eingibt.

An der Kuh wurde geübt, wie man am besten Blut abnimmt, Fieber misst, Pansen und Lunge abhört und den Ketosetest durchführt.
Der BCS der Trockensteher ist wichtig, um die Fütterung zu kontrollieren, damit diese nicht verfetten.