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Jahresabschluss 2018

FrieslandCampina: Minus bei Umsatz und Gewinn

Die niederländische Genossenschaftsmolkerei FrieslandCampina hat ihr Jahresergebnis für 2018 vorgestellt: Umstrukturierungen kosten Gewinn, doch die Chefetage sieht dadurch ein Umsatzplus.

Die niederländische Genossenschaftsmolkerei FrieslandCampina hat ihren Jahresabschluss für 2018 vorgestellt. Demnach sanken im vergangenen Jahr sowohl Umsatz als auch Gewinn. Hein Schumacher, CEO, führte das auf die vorangegangenen Umstrukturierungen zurück: „Für FrieslandCampina war 2018 ein Jahr des Wandels. Mit neuer Organisationsstruktur und Strategie wollen wir uns stärker fokussieren, wirtschaftlich schlagkräftiger werden und Kundenwünsche so schneller umsetzen können." Die Zukunft sieht der Firmenchef vor allem in der Vermarktung von nachhaltigen Milchprodukten unter dem neuen Siegel "On the way to Planet Proof".

23 Prozent weniger Gewinn

Doch so weit ist es noch nicht: Nach Angaben des Unternehmens sank der Umsatz von 12,1 Mrd. Euro in 2017 auf 11,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Das sei vor allem auf Wechselkursänderungen und den Verkauf des Fruchtsaftherstellers Riedel zurückzuführen. Beim Gewinn fiel der Rückgang jedoch deutlicher aus: Das Betriebsergebnis sank 2018 um 23% auf 342 Mio. Euro (2017: 444 Mio. Euro). Das lag u.a. an einem zusätzlichen Verlust von über 100 Mio. Euro bei Basismolkereiprodukten im Vergleich zu 2017 (niedriger Verkaufspreis, verhältnismäßig hoher Garantiepreis für Genossenschaftsmitglieder). Zudem drückten zusätzliche Investitionen in Forschung, Marketing, Verkauf (mehr Wettbewerb bei Kindernahrung in Hongkong und China) und Distribution auf das Ergebnis in Asien.

Zudem schlugen Kosten für Umstrukturierungen und die Schließungen von Produktionsstandorten mit 50 Mio. Euro zu Buche. Dem standen 85 Mio. Euro an Kosteneinsparungen und ein verbessertes Betriebskapital entgegen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verbesserte sich denn auch im Vergleich zum Vorjahr um 201 Mio. Euro auf 619 Mio. Euro.

"In der zweiten Jahreshälfte 2018 wurden die ersten positiven Ergebnisse des eingeleiteten Wandels sichtbar", ist sich Hein Schumacher sicher. In diesem Zeitraum stieg das Umsatzvolumen im Vergleich zum ersten Halbjahr um insgesamt 2,3 Prozent an. Gerade der Verkauf von Käse ergab in der zweiten Jahreshälfte ein positives Ergebnis, u.a. durch Akquisitionen und einen Kooperationsvertrag für Mozzarella. Darüber hinaus stieg der Absatz von Milchprodukten insbesondere in Asien an.

2018 konnte FrieslandCampina den Milcherzeugern einen Milchpreis von 37,43 Euro je 100 kg Milch auszahlen. Das ist 6,4% weniger als 2017, als der Milchpreis noch 40,01 Euro inklusive aller Zuschläge betragen hatte (Garantiepreis plus Leistungszuschlag, Ausgabe von Mitgliederobligationen und anderen Zuschlägen).

In Zukunft: Nachhaltigkeit vermarkten

Künftig will FrieslandCampina eine führende Rolle in Sachen Nachhaltigkeit spielen und den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens und der Milcherzeuger weiter verringern. 2018 sank der CO2-Ausstoß um 5,1% auf 12.462 kt CO2-Äquivalent. Unter anderem, weil immer mehr Molkereimitglieder selber Energie erzeugen. Fast 28% allen grünen Stroms hat das Unternehmen bei den eigenen Mitgliedern eingekauft. Der Anteil eingekaufter Rohstoffe aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen stieg um 22 Prozentpunkte auf 77%. Zum Nachhaltigkeitskonzept gehört auch Weidegang: 2018 stieg der Anteil der weidenden Kühe auf 81,2% (Ziel für 2020 damit erreicht). Auch das Engagement im Ausland hat das Unternehmen verstärkt: 2018 wurden vier mal mehr Milcherzeuger in Entwicklungs- und Schwellenländern geschult als 2017 (Dairy Development Program, Elite berichtete u.a. hier).

Dies will FrieslandCampina in Zukunft auch vermarkten. Als erstes Molkereiunternehmen habe die niederländische Genossenschaft nun Milchprodukte unter einem unabhängigen Gütesiegel für Nachhaltigkeit auf den Markt gebracht. Das Gütesiegel „On the way to PlanetProof“ soll artgerechte Tierhaltung, Biodiversität und Klimaschutz bezeugen. Die zusätzlichen Verdienste kommen denjenigen Mitgliedern zugute, die Milch für Milchprodukte unter diesem Gütesiegel anliefern. Solche "flexiblen Milchströme", wie das Unternehmen sie nennt, sollen ausgebaut werden und die Nachfrage nach besonderen bzw. nachhaltig erzeugten Milchprodukten bedienen können.

Quelle: FrieslandCampina