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Zuchtwertschätzung Fleckvieh Dezember 2018

Spitzentrio überzeugt erneut

Mit Herzschlag kommt der mit Abstand interessanteste Neueinsteiger in die Liste der geprüften Vererber. Seine Töchter bescheinigen ihm ein enormes Leistungspotential. Das Spitzentrio der Bunten Liste bleibt stabil.

An der Spitze der Bunten Liste tauschen Mahango Pp* und Hurly die Plätze. 1.400 weitere Mahango-Töchter und entsprechende viele Exterieurbewertungen können den anfänglichen Euterzuchtwert nicht ganz bestätigen. Er rutscht auf Platz 3, während Hurly sich auf Platz 2 hinter Waban einreiht.

Herzschlag interessantester Neueinsteiger

Das gute Anfangsszenario für Hutera-Söhne wurde bereits mehrmals erwähnt. Jetzt kommt mit Herzschlag (MV: Wildwest) der mit Abstand interessanteste Neueinsteiger in die Liste der geprüften Vererber. Töchter in Deutschland und Österreich bescheinigen ihm ein enormes Leistungspotential. Unter den Fleckviehbullen ist er jetzt Listenführer im Milchwert (143 MW), bei einem beeindruckenden Milchmengenniveau (+1.737kg Milch). Bleibt zu hoffen, dass sich auch in den weiteren Laktationsabschnitten das hohe Niveau bestätigt. Zu seinen Stärken zählen ebenfalls die Melkbarkeit (Mbk 123) und eine fehlerfreie Eutervererbung (E 123).

Nicht ganz die Qualität seines Halbbruders kann Haribo (MV: Rurex) vorweisen. Mit einem Zuchtwert von 1.078 kg Milch, bei ausgeglichenen Inhaltsstoffen, gehört er auch zu den beachtenswerten Newcomern. Sein bisheriger Einsatz weist ihn auch als Kalbinnenbulle aus (Kvp 120). Die gut bemuskelten Töchter haben ordentliche Fundamente (F 114) mit straffen Fesseln und hohen Trachten. Seine Anpaarung empfiehlt sich auf euterstärkere Kühe oder auf Kalbinnen.

Das ausgeglichene Vererbungsprofil hat Varistor von seinem Vater Vlax mitbekommen. Seine Töchter sind in allen Merkmalen nicht extrem und können mit hervorragenden Fundamenten (F 116) aufwarten. Die in der Regel kräftigeren Striche sollten bei der Anpaarungsplanung gezielt berücksichtigt werden. Erfreulich ist auch das gute Abkalbeverhalten (Kvp 118).

Dass auch die Hornloszucht mittlerweile in den Toplisten Einzug halten kann, wird mit dem Valero-Sohn Vollgas P*S abermals bewiesen (MV: Ermut). Milch- und Fleischwert sind auf gutem Niveau (MW 119, FW 115), wobei er auf größere und substanzvollere Kühe die passende Grundlage wäre. Die Nachzucht zeigt tadellose Fundamente (F 115) und in punkto Euter sollte hier ein Augenmerk auf die feinere Strichvererbung (Strichdicke 84) gelegt werden.

Plastik-Linie ist gefährdet

Die alte Linie Plastik, die über viele Jahre in der Fleckviehzucht eine bedeutende Rolle gespielt hat, droht zu verschwinden. Lediglich über die Passion-Söhne können neue Blutanteile genutzt werden. Pallas (MV: Witzbold) konnte sich um +5 Punkte im GZW nach oben schieben und weckt somit Interesse (gGZW 122). Auf große Kühe ist er sicherlich eine Linienalternative.

Auch die Linie Humberg kann über den Seitenast Humid/Huascaran, mit dem Obi-Sohn Orka (MV: Waldbrand) neue Impulse setzen. Seine Töchter zeigen bisher eine ordentliche Leistungscharakteristik (MW 119) und überzeugen mit einem sehr ansprechenden Exterieurbericht (F 115, E 117).

Dass ein hoher Verkaufspreis nicht immer auch spätere Zuchterfolge garantiert, zeigt sich an Beispiel Weltenburg. Von ihm wurden nur acht Söhne angekauft, wobei Weltass (MV: Vanstein) aktuell der Beste ist. Trotz 130 GZW ist er bei starker Betonung der Inhaltsstoffe und mäßiger Milchmenge (+223kg) eher ein Mitläufer.

Zoom könnte zu einem interessanten Vertreter der Zeus-Linie werden. Sein Vater Zocker kann dabei nur wenige Söhne vorweisen. Die guten Euter (E 114) der Zoom-Töchter kommen sicher auch über Muttersvater Rau. Die Anpaarung sollte auf fundamentstarke Kühe erfolgen (F 97).

Enttäuschend ist die Ausbeute an Zauber- Söhnen. Zürich bleibt allerdings züchterisch interessant und rechtfertigt den Einsatz auf Bullenmütter.

Hubert und Hubraum müssen einstecken

Einen herben Rückschlag musste Hubert einstecken, dessen Töchter im weiteren Laktationsverlauf nicht das vorgeschätzte Durchhaltevermögen beweisen konnten (Persistenz 82). Ebenfalls erwähnenswert ist die Veränderung im Euterzuchtwert bei Hubraum infolge weiterer 180 neuen Töchter in der Nachzuchtbewertung. Sie bewirken acht Punkte minus in diesem wichtigen Zuchtmerkmal (E 105). Eine Korrektur im GZW (-4 P.) kommt noch hinzu, und sein Halbbruder Hubertus ereilt das gleiche Schicksal. Sobald die Töchter dieser noch relativ jungen Bullen in die zweite Laktation starten, können sich durchaus noch Veränderungen ergeben.

Hier können Sie die Topliste Fleckvieh Dezember 2018 herunterladen: Topliste Dezember 2018

Quelle: Bernhard Luntz, LfL Tierzucht Grub