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WGM-Tagung

Ein großes Fragezeichen Digital Plus

Das stand am Ende des Vortrags von Dr. Björn Börgermann vom MIV über die derzeitige Entwicklung an den Milchmärkten. Denn trotz positiver Entwicklungen ist kein echter Aufwärtstrend bei den Milcherzeugerpreisen in Sicht.

Zum 20. Mal trafen sich die Mitglieder der WGM (Wissenschaftliche Gesellschaft der Milcherzeugerberater e.V.) zu einem regen Informationsaustausch in Berlin. Zu den wichtigsten Themen gehörten in diesem Jahr u.a.die Entwicklungen am Milchmarkt, sowie Studienergebnisse rund um die Themen Tierwohl und -gesundheit. Trotz positiver Entwicklung am Markt, nur Fragezeichen! Deutschland ist heute nach Angaben von Dr. Björn Börgermann, Milchindustrie-Verband (MIV), mit 33,1 Mio. Tonnen produzierter Milch mit Abstand der größte Milcherzeuger der EU. Von dieser Milchmenge verlassen jährlich knapp 49% der verarbeiteten Milch (umgerechnet in Milchäquivalent) Deutschland in das EU-Ausland aber auch in Drittländer wie China. Demnach ist nicht nur der Pro-Kopf-Verbrauch innerhalb der EU, der zwar seit Jahren stagniert, sondern vor allem auch die gesamte Weltmarktnachfrage nach Milchprodukten entscheidend für mögliche Auszahlungspreise der Molkereien. Und diese Nachfrage sieht derzeit sehr positiv aus! So ist der Milch-Welthandel, trotz Anzeichen von Rezession und Handelskonflikten, im ersten Halbjahr 2019 um 0,5 Mio t MEQ (Milchäquivalent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen. Und dass nahezu über alle wichtigen Produkte hinweg. Den einzigen Rückgang verzeichnete dabei der Absatz von Molkenpulver (aufgrund der Schweinepest in China als Futtermittel weniger nachgefragt). Bislang ist das Angebot an Milchprodukten weltweit noch ausreichend, die Preise am Rohstoffmarkt sind jedoch zuletzt weiter angestiegen. Auch von der Angebotsseite ist derzeit kein negativer Druck auf die Auszahlungspreise zu erwarten, denn das Milchaufkommen in Deutschland, der EU und den wichtigsten Exportländern stagniert. Also insgesamt eine positive Stimmung. Doch ange

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Zum 20. Mal trafen sich die Mitglieder der WGM (Wissenschaftliche Gesellschaft der Milcherzeugerberater e.V.) zu einem regen Informationsaustausch in Berlin. Zu den wichtigsten Themen gehörten in diesem Jahr u.a.die Entwicklungen am Milchmarkt, sowie Studienergebnisse rund um die Themen Tierwohl und -gesundheit. Trotz positiver Entwicklung am Markt, nur Fragezeichen! Deutschland ist heute nach Angaben von Dr. Björn Börgermann, Milchindustrie-Verband (MIV), mit 33,1 Mio. Tonnen produzierter Milch mit Abstand der größte Milcherzeuger der EU. Von dieser Milchmenge verlassen jährlich knapp 49% der verarbeiteten Milch (umgerechnet in Milchäquivalent) Deutschland in das EU-Ausland aber auch in Drittländer wie China. Demnach ist nicht nur der Pro-Kopf-Verbrauch innerhalb der EU, der zwar seit Jahren stagniert, sondern vor allem auch die gesamte Weltmarktnachfrage nach Milchprodukten entscheidend für mögliche Auszahlungspreise der Molkereien. Und diese Nachfrage sieht derzeit sehr positiv aus! So ist der Milch-Welthandel, trotz Anzeichen von Rezession und Handelskonflikten, im ersten Halbjahr 2019 um 0,5 Mio t MEQ (Milchäquivalent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen. Und dass nahezu über alle wichtigen Produkte hinweg. Den einzigen Rückgang verzeichnete dabei der Absatz von Molkenpulver (aufgrund der Schweinepest in China als Futtermittel weniger nachgefragt). Bislang ist das Angebot an Milchprodukten weltweit noch ausreichend, die Preise am Rohstoffmarkt sind jedoch zuletzt weiter angestiegen. Auch von der Angebotsseite ist derzeit kein negativer Druck auf die Auszahlungspreise zu erwarten, denn das Milchaufkommen in Deutschland, der EU und den wichtigsten Exportländern stagniert. Also insgesamt eine positive Stimmung. Doch angekommen ist von dieser günstigen Marktsituation auf den Milchkuhbetrieben in den letzten Monaten nur sehr wenig. Warum das so ist? Auch der Dr. Björn Börgermann, als Vertreter des Milchindustrie-Verbands konnte darauf in seinem Vortrag leider keine Antwort geben. Der MIV vertritt nach eigenen Angaben über seine Mitglieder 95% der deutschen Milchanlieferung und ist die zentrale Interessen- und Informationsplattform zum Themenkomplex Milchwirtschaft. Beeinflusst Melkstandgröße das Wohlbefinden der Kühe? Die Abmessungen von Melkplätzen beruhen, laut Yamenah Gomez (Universität Bern), in der Regel auf Erfahrungswerte der Melktechnik-Hersteller. In der Vergangenheit wurden diese Maße jedoch nicht immer an die größer werdenden Herden angepasst. Auch Untersuchungen über die Bedeutung des Plantzangebots im Melkstand auf das Tierwohl und die Milchleistung der Kühe gab es bisher keine. Um hier Abhilfe zu schaffen, untersuchten Wissenschaftler an der Universität Bern in einem Versuchsmelkstand, wie sich die Melkstandbreite und -länge (Fischgräte und Side-by-Side) auf die Leistung und das Wohlbefinden auswirken. Ergebnisse: Insbesondere im Fischgräten-Melkstand wirkten sich extrem kleine Melkplätze (1,10m breit, 1,65m lang) negativ auf das Verhalten der Kühe aus. Das Ein- und Austreten aus dem Melkstand dauerte länger als bei großen Abmessungen (1,25m breit, 1,91m lang), mehr Tiere mussten nachgetrieben werden, die Kühe waren unruhiger. Auch bei SbS-Melkständen (kleinere Abmessung: 0,68m breit, 1,65m lang) brauchten die Kühe länger um in den Melkstand zu kommen. Sie zeigten eine deutlich erhöhte Hinterbeinfrequenz (trippelnde Bewegungen). Bei kleineren Melkplätzen zeigten die Kühe zudem häufiger bimodale Milchflusskurven (zwei Gipfel). Die Melkstandbreite/-länge beeinflusste jedoch weder die Herzfrequenz (Zeichen für Stress), die Milchmenge, noch die Melkdauer. Yamenah Gomez fasste es deshalb so zusammen: Die Studie deutet auf negative Auswirkungen von kleinen Melkplatzabmessungen hin. Eine akute Belastung der Tiere konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Die Wissenschaftler können dennoch keine abschließenden Empfehlungen zur optimalen Melkstand-Abmessung geben. Eine mögliche Orientierung könnte allerdings der Längen-Quotient (Melkplatzlänge: durchschn. Kuhlänge) geben. Lag dieser Quotient in den Versuchen bei 1,1 zeigten die Kühe ein stärkeres Wiederkau-Verhalten im Melkstand (wahrscheinlich weniger Stress). Was können Mastitis-Schnelltests? Euterbehandlungen gehören zu den häufigsten Gründen für den Antibiotika-Einsatz in Milchkuhherden, wobei ca. ein Viertel auf die Behandlung klinischer Mastitiden entfällt. Untersuchungen hätten aber gezeigt, so Karin Knappstein (Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch), dass der Anteil von bakteriologisch negativen Proben bei klinischen Mastitiden relativ hoch, und daher in diesen Fällen eine antibiotische Behandlung nicht notwendig ist. Um mögliche Erreger nachweisen zu können, werden inzwischen zur Schnelldiagnose verschiedene Testsysteme angeboten, die in einer Studie unter die Lupe genommen wurden. Dazu wurden auf 19 Milchkuhbetrieben Proben gewonnen und diese per Express zum Labor (Max Rubner-Institut) gesandt. Alle Proben wurden zudem mit folgenden Testsystemen untersucht: mastDecide VetoRapid Petrifilm Aerobic Count AC und Coliform Count CC Bestimmt wurde die Sensivität (Rate richtig-positiver Ergebnisse) und Spezifität (Anteil an korrekt ausgewiesenen negativen Ergebnissen) dieser Testsysteme. Die Versuchsergebnisse zeigten laut Karin Knappstein: Schnelltests zeichneten sich durch leichte Handhabung und eine leichte Interpretation aus. Proben mussten nicht "Transport" zum Labor überstehen (eine mögliche Fehlerquelle weniger). VetoRapid war aufgrund der Ergebnisse (Sensitivität und Spezifität) und der Handhabung am besten geeignet. Die schlechtesten Ergebnis zeigten mastDecide (grampositive, -negative) und der Petrifilm (keine Erreger) bei der Sensitivität. Rechtliche Voraussetzungen für den On-farm-Gebrauch müssen vor dem Einsatz geprüft werden.