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Dürre 2018: Wer war wie stark betroffen? Digital Plus

Der Deutsche Wetterdienst hat die Dürresituation 2018 analysiert. Auf Bundesland sowie Kreisebene wurden Niederschlagsmengen, Lufttemperaturen und die kritische nutzbare Feldkapazität u.a. unter Grünland und Mais ausgewertet.

Anlässlich der überdurchschnittlichen Trockenheit im Sommerhalbjahr 2018 hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine gesonderte Auswertung zum Ausmaß derer Folgen in den verschiedenen Regionen Deutschlands erstellt. Stand der hier gezeigten Daten ist der 04. September 2018. Die Wetterlage als solche Aufgrund einer stabilen Wetterlage (blockierende Hochdruckgebiete mit Zentrum über Skandinavien/Nordeuropa) wurde von Ende April bis Ende August 2018 vorwiegend warme und trockene Luft aus Südosten nach Deutschland herangeführt, erklären die Autoren des DWD die Ursache der besonderen Witterungssituation. Durch die hohen Lufttemperaturen in Verbindung mit der langen Sonnenscheindauer war die potentielle Verdunstung im Zeitraum April bis August 2018 deutlich erhöht, was zu einer stärkeren Austrocknung der Böden geführt hat. Zudem fielen von Februar an landesweit deutlich weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel. So konnte der erhöhte Wasserbedarf der Vegetation nicht durch die Niederschlagsmengen ausgeglichen werden. Es kam allerdings auch immer wieder zu kleinräumigen schauerartigen Niederschlägen, so dass die räumliche Verteilung der Niederschläge sehr heterogen war. Um beurteilen zu können, wie stark die unterschiedlichen Standorte betroffen waren bzw. auch noch sind, wertete der DWD die Niederschlagshöhen und Lufttemperaturen sowie die Anzahl der Tage aus, an denen die nutzbare Felkapazität die pflanzenkritische Grenze unterschritt. Die nutzbare Feldkapazität unter Grünland und Mais Die Bodenfeuchte, ausgedrückt in der nutzbaren Feldkapazität (% nFK) ist ein idealer Zeiger für den Wasserversorgungsgrad der Pflanzen und somit einer Dür

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Anlässlich der überdurchschnittlichen Trockenheit im Sommerhalbjahr 2018 hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine gesonderte Auswertung zum Ausmaß derer Folgen in den verschiedenen Regionen Deutschlands erstellt. Stand der hier gezeigten Daten ist der 04. September 2018. Die Wetterlage als solche Aufgrund einer stabilen Wetterlage (blockierende Hochdruckgebiete mit Zentrum über Skandinavien/Nordeuropa) wurde von Ende April bis Ende August 2018 vorwiegend warme und trockene Luft aus Südosten nach Deutschland herangeführt, erklären die Autoren des DWD die Ursache der besonderen Witterungssituation. Durch die hohen Lufttemperaturen in Verbindung mit der langen Sonnenscheindauer war die potentielle Verdunstung im Zeitraum April bis August 2018 deutlich erhöht, was zu einer stärkeren Austrocknung der Böden geführt hat. Zudem fielen von Februar an landesweit deutlich weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel. So konnte der erhöhte Wasserbedarf der Vegetation nicht durch die Niederschlagsmengen ausgeglichen werden. Es kam allerdings auch immer wieder zu kleinräumigen schauerartigen Niederschlägen, so dass die räumliche Verteilung der Niederschläge sehr heterogen war. Um beurteilen zu können, wie stark die unterschiedlichen Standorte betroffen waren bzw. auch noch sind, wertete der DWD die Niederschlagshöhen und Lufttemperaturen sowie die Anzahl der Tage aus, an denen die nutzbare Felkapazität die pflanzenkritische Grenze unterschritt. Die nutzbare Feldkapazität unter Grünland und Mais Die Bodenfeuchte, ausgedrückt in der nutzbaren Feldkapazität (% nFK) ist ein idealer Zeiger für den Wasserversorgungsgrad der Pflanzen und somit einer Dürre. Die nFK ist ein relatives Maß für das Bodenwasser, welches von der Pflanze genutzt werden kann. Wenn die Bodenfeuchte unterhalb von 30% bis 40% nFK sinkt, dann sinkt die Photosynthese-Leistung und somit das Wachstum der Pflanze stark ab. Umso länger die Pflanze in diesem Zustand bleibt, umso stärker kann die Pflanze geschädigt werden. Aus diesem Grund wurde die Anzahl der Tage betrachtet, an denen die kritischen Bodenfeuchtewerte von 40 bzw. 30 %nFK in der Bodenschicht 0 bis 60 cm unterschritten. Betrachtet wurden unter anderem die Kulturen Grünland (Beobachtungszeitraum März bis August) und Mais (Mai bis August). Unterdurchschnittliche trocken und überdurchschnittlich warm In dem für die Pflanzenentwicklung wichtigen Zeitraum von April bis August sind in ganz Deutschland weniger Niederschläge als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 gefallen. Gleichzeitig lag der Mittelwert der Lufttemperatur für diesen Zeitraum in allen Bundesländern so hoch wie noch nie seit 1881. Das mittlere Niederschlagsdefizit lag in Deutschland 2018 bei rund 150 mm. Das entspricht 59 % der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Dabei variierten die Niederschlagsdefizite von rund 55 mm (85 %) im Saarland und 175 mm (62 %) in Baden-Württemberg. Relativ am stärksten betroffen waren Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, in denen nur 45 %, 52 % bzw. 53 % der im Referenzzeitraum üblichen Niederschlagsmengen gefallen sind. Die Abweichungen der mittleren Lufttemperatur für den Zeitraum April bis August 2018 lagen zwischen 3°C in Schleswig-Holstein und 3,8°C in Hessen und Thüringen. Die hohen Temperaturen führten zu einem erhöhten Wasserbedarf für die Vegetation. Grünland schwer strapaziert Aufgrund des feuchten Winters startet die Bodenfeuchte im März vor allem im Nordosten zunächst auf relativ hohem Niveau. Im August dann, lag die Bodenfeuchte in den meisten Regionen Deutschlands unter 50 % nFK und somit meist mehr als 30 % nFK unter dem Wert des Vergleichszeitraums! Es lässt sich zwar nicht unmittelbar von der Anzahl an Tagen mit einer Bodenfeuchte von unter 40% nFK auf die Höhe der Minderträge schließen, denn es besteht hier kein direkter linearer Zusammenhang, aber mit jedem Tag der Unterschreitung ist das Wachstum eingeschränkt. Umso länger die Trockenheit anhält, umso stärker sollte Zuwachs an Biomasse behindert sein, so die Experten des DWD. Da auch seit der Veröffentlichung des Berichtes nur geringe Niederschlagsmengen verzeichnet wurden, blieb die Ertragslage aus dem Grünland in den betroffenen Regionen auch in den Herbstschnitten kritisch. Der Mais startete bereits vielerorts im Defizit Obwohl Mais als C4 Pflanze besser an Trockenheit angepasst ist, zählt auch für Mais die für Halmgetreide kritische Bodenfeuchtegrenze von 30 % nFK. Die Analyse der Anzahl der Tage mit Unterschreitung der 30 %nFK für den Zeitraum Mai bis August zeigte auch bei Mais neue Spitzenwerte seit 1991. Im Gegensatz zu den früher startenden Kulturen, startete die Maissaison bereits mit einem leichten Bodenfeuchtedefizit. Während die absoluten Bodenfeuchtewerte anfangs zwar in ganz Deutschland noch über 80% nFK lagen, fielen diese auch für den Mais bis zum August deutlich stärker als in der Referenzperiode ab. Im August lag die Bodenfeuchte dann fast im kompletten Bundesgebiet unter 50% nFK, in einigen Regionen sogar unter 30% nFK und somit mehr als 30% nFK unter dem Wert des Vergleichszeitraums. Bis auf Gebiete südlich der Donau und der Norden Schleswig-Holsteins waren in diesem Jahr fast alle Gebiete von der Trockenheit betroffen und verbreitet wurden über 40 Tage mit Bodenfeuchten unter 30 % nFK berechnet. Details im pdf "Trockenheit 2018 in Deutschland" Eine genauere Analyse zu den Landkreisen finden Sie im folgenden pdf-Dokument des Dürre-Berichts, dass uns der Deutsche Wetterdienst für unsere Leser zur Verfügung gestellt hat. Quelle: Deutscher Wetterdienst