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Den letzten Schnitt sichern Digital Plus

Die Grundfuttererträge aus 2019 stellen hohe Erwartungen an den letzten Grasschnitt. Die derzeitigen Niederschläge sind nötig, erschweren es aber, den passenden Zeitpunkt für die ohnehin anspruchsvolle Silagebereitung im Herbst zu finden. Tipps dazu hier.

Die in diesem Jahr erneut vielerorts trockenheitsbedingte Grundfutterknappheit hat die Erwartungen an die späten Grünlandaufwüchse steigen lassen. Die Niederschläge haben für ordentliche Aufwüchse in den Wiesen und im Ackergras gesorgt, doch qualitativ hochwertige Herbstsilagen daraus herzustellen ist nicht einfach! Denn auch ohne Niederschläge erschweren Tau, hohe Bodenfeuchtigkeit und Nebel das nötige Anwelken erheblich. Diese Woche wird für das gesamte Bundesgebiet eine Regenlücke angesagt (siehe Deutscher Wetterdienst) - eine Chance, wenn die Böden befahrbar sind und nicht zu viel Nebel vorkommt. Um mit einer höheren Sicherheit noch gute Qualitäten bei den Herbstsilagen zu erzielen, empfehlen Futterbauberater allgemein folgendes Vorgehen: So gelingen auch späte Silagen noch zufriedenstellend Den Schnittzeitpunkt rechtzeitig wählen (jung, nach Entwicklung Hauptbestandsbildner), bei möglichst abgetrockneten Beständen. Da ohnehin mit höheren Verschmutzungen und damit Rohaschegehalten zu rechnen ist, muss die Schnitthöhe über 7 cm Stoppelhöhe liegen. Beachten, dass bei den späten Aufwüchsen häufiger Verpilzungen (Kronenrost) auftreten. Ist eine Infektion e

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Die in diesem Jahr erneut vielerorts trockenheitsbedingte Grundfutterknappheit hat die Erwartungen an die späten Grünlandaufwüchse steigen lassen. Die Niederschläge haben für ordentliche Aufwüchse in den Wiesen und im Ackergras gesorgt, doch qualitativ hochwertige Herbstsilagen daraus herzustellen ist nicht einfach! Denn auch ohne Niederschläge erschweren Tau, hohe Bodenfeuchtigkeit und Nebel das nötige Anwelken erheblich. Diese Woche wird für das gesamte Bundesgebiet eine Regenlücke angesagt (siehe Deutscher Wetterdienst) - eine Chance, wenn die Böden befahrbar sind und nicht zu viel Nebel vorkommt. Um mit einer höheren Sicherheit noch gute Qualitäten bei den Herbstsilagen zu erzielen, empfehlen Futterbauberater allgemein folgendes Vorgehen: So gelingen auch späte Silagen noch zufriedenstellend Den Schnittzeitpunkt rechtzeitig wählen (jung, nach Entwicklung Hauptbestandsbildner), bei möglichst abgetrockneten Beständen. Da ohnehin mit höheren Verschmutzungen und damit Rohaschegehalten zu rechnen ist, muss die Schnitthöhe über 7 cm Stoppelhöhe liegen. Beachten, dass bei den späten Aufwüchsen häufiger Verpilzungen (Kronenrost) auftreten. Ist eine Infektion erkannt worden, dann den Bestand bei den nächstbesten Anwelkbedingungen ernten, um den Befall nicht weiter aufkeimen zu lassen. Möglichst auf 30 bis 37% TS anwelken lassen. Da die Bedingungen zum Anwelken durch Tau, Nebel und Bodenfeuchte erschwert werden, sollte mit Aufbereiter gemäht werden. Dennoch können diese Ziele nicht immer erreicht werden. Und länger als 1,5 Tage sollte keinesfalls angewelkt werden! Bei nassem Gras (Ackergras!) werden längere Häcksel- bzw. Schnittlängen (Ladewagen) empfohlen, um die Sickersaftbildung einzudämmen. In jedem Fall sollte Vorsorge dafür getroffen werden, dass Sickersaft bei Fahrsiloanlagen/Flachmieten ordnungsgemäß aufgefangen wird. Können nur Anwelkgrade um 25 bis 30% erreicht werden, ist noch eine Ballensilierung möglich. Bei TS-Gehalten von lediglich 10 bis 15% im Schnittgut ist eine Ballenbereitung dagegen meist ausgeschlossen. Hier wird empfohlen, Trockenschnitzel zur Bindung von Gärsäften in Kombination mit homofermentativen Milchsäurebakterien im Fahrsilo einzusetzen. Bei schlechter Gäreignung (Z/PK < 2,0; Schmutz, Eiweißgehalte*) den Einsatz von entsprechenden Silierzusätzen erwägen. Grundsätzlich: Möglichst intensive und weidelgrasbetonte Grünlandbestände führen. Späte Silagen sind nicht immer „nur“ Rinderfutter Späte Silagen gelten üblicherweise nur als Notlösung bei Futterengpässen für die Kühe – manchmal zu Unrecht, denn die Qualitäten können durchaus gut ausfallen. Aber: Insbesondere die reine Menge des Rohproteins ist in den Folgeschnitten meist höher (Achtung, erhöhte Pufferkapazität!) und ein nur geringer Anteil an pansenbeständigem Protein sowie größere Mengen Nicht-Protein-Stickstoff können ebenfalls problematisch werden. Auch eine nicht optimale Strukturwirksamkeit später Silagen muss in der Fütterung beachtet werden. Bei über den 3. Schnitt hinausgehenden Silagen können trotzdem durchaus bessere Qualitäten erreicht werden, als manchmal erwartet, berichten Futterberater auf Basis gezogener Futterproben. Deswegen wird dazu geraten, nicht mehr per se die späten Schnitte für die Jungrinder und den 1. und 2. Schnitt für die Kühe vorzusehen, sondern entsprechend der tatsächlich gelungenen Qualität über die Verwendung zu entscheiden. So kann ein sehr guter 4. Schnitt durchaus einem qualitativ weniger guten 2. Schnitt vorzuziehen sein. Um richtig einschätzen zu können, welche Grassilage am besten auf den Futtertisch der Kühe oder der Rinder wandert, ist eine Futteranalyse der infrage kommenden Silagen unverzichtbar! Repräsentative Bohrstockprobe(n) sechs Wochen nach dem Einsilieren ziehen. Mehr zum richtigen Vorgehen bei der Probenahme von Silagen lesen Sie im Beraterblog aus der Elite 2/2018. Quelle: , Beitrag aus der Elite 5/2017