Dänemark: Rote Zahlen trotz hoher Leistungen und großer Herden

In Dänemark hat die durchschnittliche Leistung pro Milchkuh in den vergangenen zwölf Monaten die 9.000 kg-Marke übersprungen. Dennoch mussten größere Betriebe mit 200 bis 300 Kühen erneut ein negatives Betriebsergebnis verbuchen.

Zuletzt wurde ein Durchschnittswert von 9.079 kg erreicht, nach gut 8.300 kg im Jahr 2007. Erwartungsgemäß fortgesetzt hat sich der Strukturwandel. So gibt es heute schätzungsweise 4.100 Milchkuhbestände in Dänemark. Damit hat sich deren Anzahl in den vergangenen 10 Jahren nahezu halbiert (im Jahr 2000 wurde noch auf deutlich mehr als 8.000 Betrieben gemolken). Dass sich der Wandel hin zu weniger und größeren Rinderbetrieben in Dänemark schneller vollzogen hat als in anderen Ländern, begründet Gitte Grønbæk, die Leiterin des Wissenszentrum für Landwirtschaft/Rinder unter anderem mit der „engen Verbindung von Forschung, Entwicklung und Praxis“. Außerdem stünden den Milcherzeugern günstige Absatz- und Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung, die ihnen ermöglicht hätten, ihren Betrieb nach Bedarf zu erweitern. Die Nachwirkungen der Finanzkrise seien immer noch spürbar und derzeit würden in Dänemark kaum neue Rinderställe gebaut.

Arla prognostiziert 34 Cent

Nach harten, von finanziellen Verlusten geprägten Jahren (nicht zuletzt herbeigeführt durch Investitionen in Quoten- und Bodenerwerb sowie neue technologische Lösungen) können die Milcherzeuger wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Arla prognostiziert 34 Cent! Für viele Milchproduzenten scheint sich in 2011 die Produktion wieder zu lohnen.

Tief in den roten Zahlen

Das muss auch sein, denn ein erheblicher Anteil der dänischen Milchviehbetriebe schrieb im abgelaufenen Jahr (wie auch schon im Jahr 2009) rote Zahlen. Vor allem Betriebe mit Herden von rund dreihundert Kühen lieferten mit einem Minus von rund 27.000 € ein negatives Betriebsergebnis. Besser als 2009 ist dieses Ergebnis aber allemal. Damals lag das durchschnittliche negative Ergebnis noch bei durchschnittlich 335.000 Euro! In 2011 sollen diese Betriebe nach Aussage von dänischen Betriebsökonomen wieder schwarze Zahlen schreiben. Das Betriebsergebnis mit prognostizierten 13.000 bis 14.000 € könnte aber immer noch bescheiden ausfallen. Grund für die roten Zahlen sind die hohen Kreditbelastungen. Milchviehbetriebe mit Herden von 80 bis 160 Tieren dagegen können schon dieses Jahr ein kleines Plus von durchschnittlich 13.000 € einstreichen. Im nächsten Jahr könnte sich dieses Ergebnis angesichts der positiven Milchpreiserwartungen sogar noch verdoppeln.

Strenge Auflagen

Im Gegensatz zu den Milcherzeugern in anderen Ländern haben dänische Milcherzeuger viel Kapital in ihren großen Produktionsanlagen gebunden. Zudem treiben die staatlichen Vorgaben die Festkosten in die Höhe. So sind z.B. die Umweltauflagen weit strenger als in anderen Ländern. In keinem anderen Land der Welt gibt es derart hohe Anforderungen an die artgerechte Haltung von Kühen. Auch die Auflagen zur Verringerung der Ammoniakemissionen aus den Ställen und die Verwertung von Wirtschaftsdünger der Rinderhaltung sind in Dänemark strenger als in anderen Ländern geregelt. Gleiches gilt für die dänischen Veterinärbestimmungen. Letztlich dürften die mit den Umweltauflagen verbundenen Kosten entscheidend zum Strukturwandel der dänischen Milcherzeugung beitragen.


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