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BMEL veröffentlicht ife-Bericht zu Milchmengenplanung Digital Plus

Als Entscheidungshilfe für das Ministerium in puncto Artikel 148 der GMO führte das ife Institut eine Studie zu Mengenplanungs- und Mengensteuerungsmodellen durch. Mit dem Ergebnis soll nun die Milchbranche selbst in der Sektorstrategie 2030 arbeiten.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat den Abschlussbericht „Übersicht, Ableitung und Bewertung von in der Praxis umsetzbaren Mengenplanungs- und Mengensteuerungsmodellen auf Molkereiebene“, den das Institut für Ernährungswirtschaft (ife) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministerium erstellt hat veröffentlicht. Autoren der Studie waren Prof. Holger Thiele, Dr. Henrike Burchardi und Mareike Täger. Den Bericht zum Download (pdf) finden Sie unter diesem Link: . Sinn und Inhalt der Studie Der Bericht soll vor dem Hintergrund der Diskussion um eine Modernisierung der Lieferbeziehungen zwischen Molkereien und Erzeugern als Entscheidungshilfe für das Ministerium hinsichtlich einer Anwendung des Artikels 148 der Gemeinsamen Marktordnung (GMO) dienen. Eine Anwendung des genannten Artikel 148 würde bedeuten, dass Molkereien und Milchlieferanten verpflichtet würden, eine Beziehung zwischen einer bestimmten Liefermenge und dem Preis für diese Lieferung zu vereinbaren. Ziel der Studie ist es aufzuzeigen, welche in der Praxis umsetzbaren mengenplanenden oder -steuernden Regelungen von der Milchwirtschaft bereits getroffen wurden. Zum anderen soll mit Blick auf die Stärkung der Milcherzeuger in der Wertschöpfungskette und die Auswirkungen auf die Milchmenge und die Kri

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Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat den Abschlussbericht „Übersicht, Ableitung und Bewertung von in der Praxis umsetzbaren Mengenplanungs- und Mengensteuerungsmodellen auf Molkereiebene“, den das Institut für Ernährungswirtschaft (ife) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministerium erstellt hat veröffentlicht. Autoren der Studie waren Prof. Holger Thiele, Dr. Henrike Burchardi und Mareike Täger. Den Bericht zum Download (pdf) finden Sie unter diesem Link: . Sinn und Inhalt der Studie Der Bericht soll vor dem Hintergrund der Diskussion um eine Modernisierung der Lieferbeziehungen zwischen Molkereien und Erzeugern als Entscheidungshilfe für das Ministerium hinsichtlich einer Anwendung des Artikels 148 der Gemeinsamen Marktordnung (GMO) dienen. Eine Anwendung des genannten Artikel 148 würde bedeuten, dass Molkereien und Milchlieferanten verpflichtet würden, eine Beziehung zwischen einer bestimmten Liefermenge und dem Preis für diese Lieferung zu vereinbaren. Ziel der Studie ist es aufzuzeigen, welche in der Praxis umsetzbaren mengenplanenden oder -steuernden Regelungen von der Milchwirtschaft bereits getroffen wurden. Zum anderen soll mit Blick auf die Stärkung der Milcherzeuger in der Wertschöpfungskette und die Auswirkungen auf die Milchmenge und die Krisenfestigkeit des Milchsektors analysiert werden, wie die möglichen Regelungen auszugestalten und zu bewerten sind. Wesentliche Ergebnisse der Studie zusammen gefasst: Die Autoren empfehlen den Milchverarbeitern, die Diskussionen zur Optimierung der Lieferbeziehungen zu intensivieren und ihre Milchmengenplanungen zu verbessern, um überhaupt Mengensteuerungs- und Festpreismodelle betriebswirtschaftlich sinnvoll umsetzen zu können. Laut der Studie sind für die Mehrheit der Molkereien mit flachen Verwertungskurven Preisdifferenzierungsmodelle zur Mengensteuerung ungeeignet. Temporär eignen sie sich in Überschusszeiten, müssen aber vorab in jeder Molkerei genau auf ihre Vorteilhaftigkeit geprüft werden. Festpreissysteme helfen bei der Verringerung der Preisunsicherheit und sollten laut ife mehr als bisher in Betracht gezogen werden. Bei verkürzten Kündigungsfristen seien mögliche Kosten auf Molkereiseite zu berücksichtigen, die milchpreissenkend wirken könnten. Empfohlen wird zudem, den Milcherzeugern verstärkt Marktinformationen über einen längeren Zukunftszeitraum anzubieten. Außerdem dürfe bei der Flexibilisierung der Lieferbeziehungen nicht vernachlässigt werden, dass ein sehr großer Teil der Milcherzeuger hohes Interesse an einer Abnahmegarantie der Molkerei habe. Wie geht es weiter? Das ist Aufgabe der Milchbranche! Die Ergebnisse, die das Ministerium der Milchbranche nun zur Verfügung gestellt hat, zeigen das Alternativenspektrum und den weiteren Bedarf auf. Überlegungen, wie Preisschwankungen für Milch in ihrem Ausmaß begrenzt und in ihren Auswirkungen abgemildert werden können, gehören nach Ansicht des BMEL nun in das Projekt "Sektorstrategie 2030", welches die Milchwirtschaft im Jahr 2018 angestoßen hat. Die Sektorstrategie 2030 war jüngst Thema beim 10. Berliner Milchforum am vergangenen Freitag (22.3.2019): Laut des Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Karsten Schmal, sei Sektorstrategie "auf dem richtigen Weg, bedürfe aber noch der Klärung einiger Fragen". Differenzen zwischen Erzeugern und Molkereien bestünden etwa noch hinsichtlich der Notwendigkeit einer Branchenorganisation Milch. Er warnte zudem vor unverbindlichen Vereinbarungen, die „Strategie 2030“ dürfe kein „Papiertiger“ bleiben, erklärte er. Laut dem Vorsitzenden des Milchindustrie-Verbandes (MIV), Peter Stahl, seien auf Verbandsebene inzwischen die Kernthemen für die Sektorstrategie benannt und abgeglichen. Stahl mahnte für den weiteren Prozess Kompromissbereitschaft an, da „Alles-oder-Nichts-Forderungen“ die notwendige Weiterentwicklung nur bremsen würden. Dennoch gab er sich optimistisch, dass erste Ergebnisse zur Sektorstrategie noch in diesem Jahr vorgelegt werden können. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Hans-Joachim Fuchtel, drängte die Akteure der Milchbranche gleichwohl zur Eile. Mehr zum Hintergrund der Sektorstrategie 2030 finden Sie auch unter dem folgenden Link: "DBV präsentiert Eckpunkte für Milchstrategie 2030" Quelle: BMEL