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BDM "verliert" Breisgaumilch wieder

Nach wochenlangen Auseinandersetzungen bei der Freiburger Molkerei Breisgaumilch haben die Schwarzwälder Milcherzeuger ihre Gremien neu besetzt. Eine herbe Niederlage musste der BDM einstecken: Kein BDM-Vertreter konnte sich durchsetzen, weder bei der Wahl zum Vorstand noch zum Aufsichtsrat. Damit bereits nach wenigen Wochen die „Übernahme“ der Molkerei durch den BDM.

Zumindest eines hat die Breisgaumilch erreicht: Eine Pause im Machtkampf um die Führung durch die beiden Interessensgruppen (BDM bzw. „unabhängige“ Genossen) und die Diskussion über die Abfüllung der „Fairen Milch“. Auf der Generalversammlung der Milcherzeuger-Vereinigung (MEV) Breisgau-Südschwarzwald, dem größten Anteilseigner der Breisgaumilch, sind am vergangenen Freitag Vorstand und Aufsichtsrat komplett neu gewählt worden. Die beiden streitenden Parteien hatten sich vor Gericht darauf verständigt, auf der Generalversammlung alle sechs Vorstandsposten und die 13 Aufsichtsratssitze der MEV neu zu besetzen. Bei den Neuwahlen schaffte es kein Vertreter des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) mehr in den Vorstand. Gottfried Hermann, der des Amtes enthobene frühere Aufsichtsratschef der Breisgaumilch und der bisherige Vorstand der MEV, hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.
Der Kompromiss, den die Parteien erst einen Tag vor den Neuwahlen vor dem Freiburger Landgericht schlossen, erweist sich nun als Niederlage für den BDM. Die BDM-Gegner konnten offenbar mehr Unterstützer mobilisieren. Wie Breisgaumilch-Geschäftsführer Karl Laible nach der Generalversammlung mitteilte, waren rund 450 Landwirte anwesend, die mit Vollmachten 779 Stimmen hatten. So viele Landwirte hätten noch nie bei einer Generalversammlung abgestimmt, sagte ein Teilnehmer. "Die schweigende Mehrheit war heute da."

Erst einige Wochen zuvor hatten BDM-Vertreter auf außerordentlichen Versammlungen die bisherige Führung abgelöst. Auslöser des Machtkampfes waren der sogenannte Etikettenschwindel bei der „Schwarzwälder“-Linie der Molkerei sowie die Forderung des BDM, Breisgaumilch solle „Die Faire Milch“ abfüllen. Ex-Aufsichtsratschef Hermann, aber auch Molkerei-Geschäftsführer Karl Laible halten nichts von der Fairen Milch. Sie fürchten, dass diese Marke lediglich andere Breisgaumilch-Produkte im Kühlregal verdrängen würde.

Über beide Punkte wurde auf der Generalversammlung nicht gesprochen. Dies war Teil eines Kompromisses der Kontrahenten vor dem Freiburger Landgericht. Hier wurde auch vereinbart, dass keine Seite die Ergebnisse der Neuwahlen gerichtlich angreifen wird. Ob es dabei bleibt, und damit wieder Ruhe bei Breisgaumilch einkehrt, hängt davon ab, ob sich die Abgewählten mit dem Ergebnis abfinden werden. Vor allem in der Ortenau, wo viele BDM-Anhänger organisiert sind, könnte sich Widerstand formieren.

 

Weitere Infos: Breisgaumilch jetzt fest in BDM-Hand