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Außer Spesen nichts gewesen? Digital Plus

Immer mehr und immer schneller produzieren … aber dennoch kein Einkommenszuwachs! Dieser Eindruck kann durchaus entstehen, sofern man einen intensiven Blick auf die Buchführungsregebnisse der vergangenen Jahre wirft.

21, dem Club der European Dairy Farmer (EDF) angeschlossene Milcherzeuger aus Frankreich, Belgien und Deutschland, haben genau das getan: Einen Blick in ihre Buchführungsergebnisse geworfen. Sie haben sich aber nicht nur die aktuellen Zahlen angesehen, vielmehr haben sie die letzten zehn Jahresabschlüsse durchforstet. Dabei sind Sie leider zu keinen allzu erbaulichen Schlussfolgerungen gekommen: Im Jahr 2008 haben die 21 Milchfarmer 174 Kühe gehalten. Die Milchleistung lag bei 8.615 kg. Die Produktionskosten (Vollkosten, ohne Quotenkosten) summierten sich auf 3.366 € pro Kuh bzw. 39,7 Cent. Der break-even, der zur Deckung aller Kosten benötigte Milchpreis, lag bei 34,5 Cent pro Kilogramm Milch. Zehn Jahre später standen 226 Kühe in

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21, dem Club der European Dairy Farmer (EDF) angeschlossene Milcherzeuger aus Frankreich, Belgien und Deutschland, haben genau das getan: Einen Blick in ihre Buchführungsergebnisse geworfen. Sie haben sich aber nicht nur die aktuellen Zahlen angesehen, vielmehr haben sie die letzten zehn Jahresabschlüsse durchforstet. Dabei sind Sie leider zu keinen allzu erbaulichen Schlussfolgerungen gekommen: Im Jahr 2008 haben die 21 Milchfarmer 174 Kühe gehalten. Die Milchleistung lag bei 8.615 kg. Die Produktionskosten (Vollkosten, ohne Quotenkosten) summierten sich auf 3.366 € pro Kuh bzw. 39,7 Cent. Der break-even, der zur Deckung aller Kosten benötigte Milchpreis, lag bei 34,5 Cent pro Kilogramm Milch. Zehn Jahre später standen 226 Kühe in den Ställen (+ 52 Stück); die Milchleistung ist zwischenzeitlich auf 9.384 kg angestiegen (+ 769 kg) und die Produktionskosten pro Kuh fielen um 351 € höher aus. Umgerechnet kostete die Produktion eines Kilogramms Milch 40,3 Cent. Der break-even lag unverändert bei 34,5 Cent pro Kilogramm. Konkret bedeutet dies nichts anderes als (salopp ausgedrückt) „außer Spesen nichts gewesen“! Die Aufstockung und Erhöhung der Milchleistung hat nur soeben den Kostenanstieg kompensieren können. Eine Infografik des EDF zu diesem Thema finden Sie hier Nur die Spitzengruppe verdient Geld mit Milch Analysen des Genossenschaftsverbands Schwerin (Arbeitskreis Rind/Futterbau) für den Zeitraum 2006 bis 2015 verdeutlichen, dass mit Milch zwar Geld zu verdienen ist, allerdings nur wenn man zur Spitzengruppe (25 % Besten) gehört. Die Milcherzeuger dieser Gruppe haben bei einem durchschnittlichen Milchpreis von 32,95 Cent (2006 bis 2015) einen Gewinnbeitrag in Höhe von 83 € pro Jahr erwirtschaften können. Bleibt festzuhalten: Mit Milch Geld zu verdienen, war schon immer schwer. Daran wird sich wohl auch künftig nichts ändern. Exzellente Fähigkeiten im Herdenmanagement und im Futterbau sind dazu unerlässlich. Aber das allein reicht nicht aus! „In der schnelllebigen Zeit gewinnt die administrative, strategische und marketingtechnische Seite der Betriebsführung immer mehr an Bedeutung“, so Steffie Wille-Sonk, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim EDF. „Ein moderner Milcherzeuger muss also eine Person mit vielen Talenten sein. Er benötigt Wissen und Fähigkeiten, die es ihm ermöglichen, durchdacht und nachhaltig erfolgreiche Entscheidungen zu treffen: Im Stall, auf dem Feld und im Büro!“ Quelle: EDF; Bauernzeitung