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Arla will bis Ende 2019 komplett GVO-frei arbeiten

Arla wird die Produktion ihrer kompletten Verarbeitungsmilch auf eine GVO-freie umstellen. Heißt, bis Ende 2019 müssen alle Arla Milcherzeuger die Umstellung ihrer Rationen auf frei von gentechnisch veränderten Futterkomponenten abgeschlossen haben.

Die von den Milcherzeugern gewählten Vertreter der Molkereigenossenschaft Arla Foods haben entschieden, die Milchproduktion in der Region Zentraleuropa bis Ende 2019 komplett auf eine GVO-freie Fütterung umzustellen. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag (23.10.2018) mit. Die Entscheidung gilt für alle Arla-Milcherzeuger in Deutschland sowie in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Arla ist das erste Molkereiunternehmen, das diesen Schritt in mehreren europäischen Ländern geht und, nach eigenen Angaben, damit auf die Entwicklung am Markt reagiert.

Bereits heute basieren 61 % der in Deutschland produzierten Milch von Arla auf eine GVO-freie Fütterung. Die vollständige Umstellung der Milcherzeugerbetriebe auf die Fütterung ohne gentechnisch veränderte Komponeten (betrifft insb. Sojaschrot und Körnermais) müsse bis Ende des Jahres 2019 erfolgt sein und beginne in Kürze.

Der Pressesprecher des Unternehmens, Markus Teubner, erklärt, dass sie sehr zuversichtlich seien, dass alle Mitglieder den Weg der Umstellung auf GVO-freie Fütterung mitgehen werden. Alle Mitglieder wurden kürzlich über die anstehenden Veränderungen schriftlich informiert und gebeten eine Rückmeldung zu ihrem geplanten Umstellungstermin zu geben. Aufgrund der langen Umstellungszeit bis Ende 2019 und den zahlreichen Umstellungsterminen zu Beginn eines jeden Monats habe jeder Landwirt ausreichend Zeit sich auf die neue Situation einzustellen und entsprechend umzustellen. "Welche Regelungen gegebenenfalls bei Mitgliedern, die nicht umstellen wollen, zur Anwendung kommen, wird vom Arla Aufsichtsrat, der für solche Beschlüsse zuständig ist, noch zu gegebener Zeit entschieden", so Teubner.

Für die GVO-frei produzierte Milch erhalten die Milcherzeuger von Arla einen Zuschlag von 1,0 Cent pro kg Milch. Dieser Zuschlag werde auch bereits in der Umstellungsphase gezahlt.

Der Markt für GVO-freie Milchprodukte wächst

Arla will mit dieser Entscheidung dem wachsenden Wunsch des Handels und der Verbraucher in Deutschland nach Lebensmitteln aus gentechnikfreier Herstellung entgegenkommen. Aber nicht nur in Deutschland sei die GVO-freie Milch gefragt, auch in anderen Ländern wachse das Interesse. Nach der Umstellung werden es 6 Mrd. kg Milch in den sieben europäischen Ländern sein, in denen die rund 11.200 Arla-Landwirte Milch produzieren. Das sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Luxemburg, die Niederlande und Schweden.

  • Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) sind aktuell rund 54 % der in Deutschland produzierten Milch aus GVO-freier Herstellung. Die Tendenz zeigte sich in den vergangenen zwei Jahren stark steigend.
  • Viele deutsche Verbraucher sprechen sich pro GVO-frei aus. So gaben in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Frühjahr 2017 drei Viertel (77 %) der befragten Verbraucher an, dass sie Milch und Milchprodukte aus gentechnikfreier Herstellung möchten.

Der Marktanteil an GVO-freier Milch wächst rasant.

Quelle: Arla Foods; AMI