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Auch Aldi verkauft Milch mit Tierschutz-Label

Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd bieten demnächst Milch mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes an. Der Verkauf von ausgewählten Trinkmilchprodukten mit der Kennzeichnung starte im zweiten Halbjahr, kündigten die Firmen am Freitag an.

Aldi Nord und Aldi Süd wollen bei Trinkmilch ein Zeichen für mehr Tierschutz setzen und führen in der zweiten Jahreshälfte das Label "Für mehr Tierschutz"  vom Deutschen Tierschutzbund bei ausgewählten Produkten ein. Damit folgen die beiden Discounter dem Wettbewerber Lidl, der zum Jahresbeginn  bereits jetzt in Bayern die Premium-Stufe des Labels bei einer Eigenmarken-Milch in die Regale bringt. Lidl Deutschland führt für die Frischmilch der regionalen Eigenmarke „Ein gutes Stück Bayern“ die Premiumstufe des Tierschutzlabels des Deutschen Tierschutzbundes ein. Nach und nach sollen aber alle Molkereiprodukte von „Ein gutes Stück Bayern“ mit dem Label „Für Mehr Tierschutz“ gekennzeichnet werden, teilt das Unternehmen mit. Lidl bietet damit als erster Händler Milchprodukte mit dem Label des Tierschutzbundes an.

Anbindeställe bleiben aussen vor

Aldi Nord und Aldi Süd wollen noch in diesem Jahr nachziehen. Die Produkte erfüllen je nach Region die Kriterien der Einstiegs- oder Premiumstufe, teilen die Aldi-Konzere mit. Beliefert wird Aldi von der bayerischen Molkerei Gropper.

Das zweistufige Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes fordert unter anderem einen Fressplatz und eine Liegebox für jede Kuh, mindestens eine Laufstallhaltung mit sechs Quadratmetern Platz pro Kuh in der Einstiegsstufe (entspricht EU-Bio-Vorschrift), ein Liegebox- und Fressplatzverhältnis von 1:1 (Verbot der Überbelegung),  separate Kranken- und Abkalbebuchten mit Stroheinstreu. Zudem schreiben die Kriterien eine Trächtigkeitsuntersuchung vor der Schlachtung vor. Die Premiumstufe fordert zusätzlich unter anderem Auslauf auf der Weide. Gentechnisch verändertes Futter ist generell verboten.

„Wir hoffen, dass weitere Handelsunternehmen diesem guten Beispiel folgen und ihrer Verantwortung und dem Wunsch der Verbraucher nach mehr Tierschutz in der landwirtschaftlichen Tierhaltung somit gerecht werden“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. "Die Standards des Tierschutzlabels wurden zusammen mit Entscheidern aus den Bereichen Wissenschaft, Landwirtschaft, Handel und Verarbeitung erarbeitet." Die Einhaltung der Vorgaben werde entlang der Lieferkette durch unabhängige Zertifizierungsstellen kontrolliert und zertifiziert.

Den kompletten Kriterienkatalog finden Sie hier im PDF-Download Richtlinie_Milchkuehe (siehe auch
Tierschützer fordern mehr Vorgaben in Kuhställen)

Das Label „Für Mehr Tierschutz“ ist seit drei Jahren im Einzelhandel zu finden. Zum Start setzte der Tierschutzbund zunächst auf Standards für Masthühner- und -schweine, später kamen Legehennen hinzu. Seit Mitte Dezember 2016 gibt es auch Richtlinien für die Haltung von Milchkühen.